Die Geister, die wir riefen: #overtourism im internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus

Ausgerechnet in dem Jahr, das die Welttourismusorganisation UNWTO zum internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung ausgerufen hat, überschlagen sich die Berichte in den Medien über die schädlichen Auswirkungen des Tourismus geradezu. Das Schlagwort des Sommers – oder besser gesagt der hashtag des Sommers – lautet #overtourism. Schlagzeilen wie „Island: Gran Canaria am Polarkreis“, „Paradise Lost: Warum der Tourismus an seine Grenzen stößt“, „Können bitte mal die Richtigen kommen“ und „An den Grenzen der Gastfreundschaft“ waren in der heurigen Ferienzeit an der Tagesordnung.

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Prainha do Canto Verde – wo Gäste und Gastgebende gleichermaßen auf ihre Kosten kommen

1992 stieg René Schärer aus seiner Karriere als Swissair-Manager aus und zog in das Fischerdorf Prainha do Canto Verde im armen Bundesstaat Ceará an der Nordostküste Brasiliens. Über zwanzig Jahre lang engagierte er sich dafür, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes einen nachhaltigen Weg aus Armut und Unterdrückung zu finden. Heute gilt Prainha do Canto Verde als Messlatte für eine selbstbestimmte Entwicklung lokaler Gemeinschaften generell und für den „Turismo Comunitario“ (Community Based Tourism) im Besonderen. „Prainha do Canto Verde – wo Gäste und Gastgebende gleichermaßen auf ihre Kosten kommen“ weiterlesen

The Jequitinhonha Valley: its poverty and riches

by Mariana Madureira

The Jequitinhonha Valley in Brazil is a region of dry climate, hence also known as “Sertão de Minas” (the state back lands), and for many years was stigmatized as „the Valley of Misery“. Water scarcity has always been an obstacle to agricultural development. Distances and infrastructure conditions are a hindrance to the development of the industry. „The Jequitinhonha Valley: its poverty and riches“ weiterlesen

Warum es manchmal besser ist, wenn sich die Welt ein wenig langsamer dreht

Die Welt dreht sich – schnell, unaufhaltsam, ohne Pause. Schwups, und weg ist der vollkommene Moment. Mit einem Augenzwinkern ist die perfekte Gelegenheit verstrichen. Die Stunde vorbei – der Tag – die Woche – das Monat – das Jahr. Weg. „War da nicht noch etwas, das ich tun wollte?“, frage ich mich die ganze Zeit. Eine Weltreise, ein Besuch eines alten Freundes, ein klärendes Gespräch, ein gemeinsamer Ausflug mit der Familie, eine ausgelassene Feier?

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Mexiko und Belize – von Mayas, Tortillas und Jaguaren

Um acht Uhr in der Früh ging es los. Die Freude auf ein neues Land, spannende Leute und ein gänzlich anderes Klima stellte sich bereits am Münchner Flughafen ein. Der Flug sollte von München über Toronto nach Cancún gehen. Mit etwas Verspätung ging es dann los. Zum Glück war in Toronto etwas Zeit zwischen Ankunft und Weiterflug nach Cancún, um meine FreundInnen in Mexiko anzurufen. Doch die schlechte Telefonverbindung zwischen Kanada und Mexiko wollte mir kein Gespräch nach Cancún erlauben. „Mexiko und Belize – von Mayas, Tortillas und Jaguaren“ weiterlesen

Favelas als neue Touristenattraktion – Zwangsräumungen und Vertreibungen im Namen der Fußball-Weltmeisterschaft

Der Artikel erschien erstmals im TourismWatch Nr. 75 | Monat Juni 2014.  (http://www.tourism-watch.de/content/favelas-als-neue-touristenattraktion)


Bequem erreichbar dank Seilbahn und Aufzügen werden die Favelas Rio de Janeiros als Ausflugsziele immer beliebter: Der atemberaubende Ausblick, Rundgänge, Hostels und Restaurants sowie kulturelle Veranstaltungen locken immer mehr Besucher in die erst kürzlich von Polizeieinheiten „befriedeten“ Siedlungen auf den Hügeln der Stadt. Zugleich jedoch werden die Bewohner durch Zwangsräumungen sowie stetig steigende Lebenshaltungskosten vertrieben. Die Aktionen der Befriedungspolizei gehen nicht selten mit Menschenrechtsverletzungen, wie Folter und Misshandlungen, einher.

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