„Sie erschrecken die Tiere!“

Herr Madesh ist wohl das, was man eine kritische Stimme im Tourismus nennen würde. „Es ist nicht gut, dass Touristen kommen”, sagt er. „Sie verursachen Probleme. Sie erschrecken die Tiere und indigenen Menschen. Stadtleute bringen schlechte Angewohnheiten – trinken, rauchen, Autos und Müll.“ Aber Herr Madeshs Stimme wird kaum gehört. Denn die Ansichten, die am Ende zählen, sind selten die von Menschen wie ihm.

Herr Madesh ist Angehöriger eines indigenen Volkes in Indien und sein angestammtes Land wurde zu einem Schutzgebiet für Flora und Fauna erklärt. Ihm und seinem Volk drohte lange Jahre die illegale Vertreibung von ihrem Land im Namen des Naturschutzes. Wie unzählige andere Indigene noch heute, zitterte er jahrelang um sein Zukunft und die seines Volkes.

Baiga-Frau im Kanha-Tigerreservat. Angehörige der Baiga wurden 2014 aus dem Reservat vertrieben. (Foto: Survival International, 2013)
Baiga-Frau im Kanha-Tigerreservat. Angehörige der Baiga wurden 2014 aus dem Reservat vertrieben. (Foto: Survival International, 2013)

Obwohl sie Jahrhunderte mit Tigern und anderen Tieren koexistiert haben, werden Indiens indigene Völker im Namen des Naturschutzes verfolgt, vertrieben und teilweise sogar getötet. Denn die Annahme vieler PolitikerInnen und NaturschützerInnen ist, dass der Tiger nur in Schutzgebieten überleben kann, die einer unbewohnten Wildnis gleichen und – mit einer Ausnahme – frei von menschlicher Aktivität sind.

Um diese künstliche „unberührte Wildnis“ zu schaffen, werden Angehörige indigener Völker vertrieben und so dazu gezwungen, ihr angestammtes Land zu verlassen, auf dem sie seit Menschengedenken nachhaltig gelebt haben. Stattdessen enden sie in Armut und ausgegrenzt an den Rändern der indischen Gesellschaft. „Wir waren Könige des Dschungels, aber hier behandeln sie uns wie Hunde“, bringt es ein Baiga-Mann nach seiner Vertreibung aus dem Kanha-Schutzgebiet auf den Punkt.

Nur TouristInnen geduldet
Die eine Ausnahme des menschlichen Kontakts, die die Behörden in der neuen „Wildnis“ dulden oder sogar aktiv fördern, ist Tourismus. Er wird weit weniger kritisch gesehen. Während die indigenen BewohnerInnen nicht geduldet werden, können wohlhabende TouristInnen aus den Städten Indiens und der ganzen Welt in Busladungen in die Regionen kommen und auf Foto-Safari in den Schutzgebieten gehen. Sie bringen Lärm an die Orte, die eigentlich geschützt werden sollen; gewöhnen die Tiger an Menschen (und machen sie damit angreifbarer für Wilderer); und wenn sie gehen, bleiben Unterkünfte, Straßen und Müll zurück, mit all ihren Auswirkungen auf die lokale Umwelt.
Aus Sicht der Behörden scheint der Fall jedoch klar zu sein: Die BesucherInnen zahlen Unsummen, um einen Blick auf die Tiger in einer vermeintlich authentischen, menschenleeren Wildnis zu erhaschen, sodass die Rechte der indigenen Gemeinden wie der von Herrn Madesh immer den Kürzeren ziehen.

Soliga-Jungen spielen auf einer Lichtung im Rangaswamy-Temple-Schutzgebiet. Die Soliga beten die Tiger als Götter an. (Foto: Shrenk Sadalgi/Survival)
Soliga-Jungen spielen auf einer Lichtung im Rangaswamy-Temple-Schutzgebiet. Die Soliga beten die Tiger als Götter an. (Foto: Shrenik Sadalgi/Survival)

Ähnlich wie in Indien sieht es auch in vielen anderen Teilen der Welt aus. In Botswana sind die letzten jagenden Buschleute ins Visier der Regierung geraten, weil sie angeblich den Wildtierbestand gefährden – eine Behauptung, die bereits vor dem Obersten Gerichtshof widerlegt wurde. Der atemberaubende Landstrich Ngorongoro in Tansania ist eines der bekanntesten Naturschutzgebiete der Welt und auch hier wissen nur wenige der jährlich Hundertausenden BesucherInnen, dass in den 1970er-Jahren die indigenen Massai und ihre Tiere aus dem Serengeti-Nationalpark, Teil des Ngorongoro, vertrieben wurden.

Naturschutz auf Kosten der indigenen Bevölkerung
Ohne Frage haben Länder wie Indien das Recht, bedrohte Arten und biologisch wichtige Orte zu schützen. Aber warum auf Kosten der indigenen Bevölkerung, die nicht für die gnadenlosen Trophäenjagden der Vergangenheit verantwortlich ist, die Tiere wie den Tiger fast bis in die Ausrottung getrieben haben? Es ist fahrlässig gegenüber der Natur und eine Verletzung internationaler Menschenrechte, die indigenen Gemeinden zu vertreiben, die ihre Gebiete seit Jahrtausenden geschützt haben.

Der Tiger ist der „kleine Bruder“
In Indien betrachten viele Indigene den Tiger als heilig, manche nennen ihn sogar ihren „kleinen Bruder“. Ihre Beziehung zu ihrem Land ist innig und indigene Völker weltweit sind die besten Naturschützer. Und obwohl auch wissenschaftliche Studien dies zunehmend belegen, werden sie weiter behandelt wie kriminelle „Wilderer“ die das Land verlassen müssen. TouristInnen, die wirklich etwas für die Natur tun wollen, die sie auf ihren Reisen bewundern, sollten sich von dem Bild einer unberührten „Wildnis“ verabschieden. Sie sollten stutzig werden, wenn sie in Reiseprospekten darauf stoßen. Wer die Natur liebt und wer reist um sie zu genießen, sollte an der Seite jener stehen, für die sie alles bedeutet und die alles tun würden, um ihr angestammtes Land zu schützen. Menschen wie Herr Madesh.

Autorin: Linda Poppe, Survival International
Survival International ist die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker. Survival hilft indigenen Völkern weltweit ihr Leben zu verteidigen, ihr Land zu schützen und ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Survival wendet sich auch gegen die Verletzung der Rechte indigener Völker im Namen des Naturschutzes – für indigene Völker, für die Natur, für unsere gesamte Menschheit. Mehr: http://www.survivalinternational.de/indigener-naturschutz

Mexiko und Belize – von Mayas, Tortillas und Jaguaren

Um acht Uhr in der Früh ging es los. Die Freude auf ein neues Land, spannende Leute und ein gänzlich anderes Klima stellte sich bereits am Münchner Flughafen ein. Der Flug sollte von München über Toronto nach Cancún gehen. Mit etwas Verspätung ging es dann los. Zum Glück war in Toronto etwas Zeit zwischen Ankunft und Weiterflug nach Cancún, um meine FreundInnen in Mexiko anzurufen. Doch die schlechte Telefonverbindung zwischen Kanada und Mexiko wollte mir kein Gespräch nach Cancún erlauben. Das war nicht so schlimm, kannte ich doch den Weg vom Flughafen mit dem Taxi oder dem Sammeltaxi “collectivo” nach Playa del Carmen, da ich während des Studiums sechs Monate in Mexiko als Praktikantin gearbeitet hatte. Obwohl der Taxifahrer die Straße in Playa del Carmen nicht kannte, fanden wir schlussendlich doch noch zu meinen Freunden und an unser erstes Ziel.

Playa del Carmen an der so genannten Riviera Maya, der Karibikküste Mexikos auf der Halbinsel Yucatán, ist ein sehr touristischer Ort. Die langen Strände, das azurblaue Wasser und die gute Anbindung in die Vereinigten Staaten ziehen vor allem viele TouristInnen aus Nordamerika an. Nach der ersten Tour in Playa del Carmen, gemütlichem Zusammensitzen mit meinen FreundInnen und den ersten richtigen mexikanischen Tacos, zogen wir ca. 40 Kilometer weiter nach Tulum. Direkt an der Küste gelegen, beherbergt Tulum eine der berühmten Maya-Stätten Yucatáns. Früher als Hippie-Metropole bekannt, hat es seinen alternativen Charme trotz der vielen TouristInnen noch nicht ganz verloren. Besonders entlang des Strandes beim Naturpark Shian Kaan haben sich zahlreiche kleinere Strandunterkünfte, so genannte Cabanas, angesiedelt.

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© Cathrine Schwenoha

Obwohl man doch bis zu 1,5 Stunden Fußmarsch (eine Richtung) oder für die Fahrt 150 Pesos (umgerechnet 8,40 Euro) hin und retour zum Strand nahe des Naturparks in Kauf nehmen muss, sind der Spaziergang und das eine oder andere erfrischende Getränk in den Cabanas und den Strandlokalen, wie der Posada Margerita, den Preis auf alle Fälle wert. Auf Yucatán besuchten wir auch eine der „Cenoten“ (cenotes) – Süßwasserquellen, welche bereits von den Mayas genutzt wurden. Es wird spekuliert, ob der Niedergang der Mayakultur mit ihrer Tradition, den Göttern Menschenopfer in den Cenoten zu machen und der damit einhergehenden Verseuchung des Wassers zusammenhängt. Heute sind diese Quellen eine beliebte Attraktion vor allem für TaucherInnen und WasserfreundInnen. Unterwasserfans kann unter anderem die Cenote Dos Ojos empfohlen werden, welche durch ihre Lichtgänge nach außen wunderschöne Lichteinfälle in das azurblaue Wasser der Quellen bietet.

Nach fünf Tagen Besichtigung der Umgebung von Playa del Carmen, vielen Gesprächen mit FreundInnen und einigen Jelas (span. ugs. für Bier), Tortas (runde Fladen mit Fleisch/Fisch, Salsa, Käse), Tostadas (harte Fladen mit Fleisch/Fisch, Salsa, Käse) und Tacos (weiche, gerollte Fladen mit Fleisch/Fisch, Salsa, Käste), ging die Reise per Bus weiter zum Grenzort Chetumal. Dort ging es per Taxi zum Dock, wo wir die Tickets für die Überfahrt nach San Pedro auf Ambergris Caye in Belize erstanden – und unser Gepäck von Drogenhunden untersucht wurde.

Zwei Stunden nach Abfahrt erreichten wir Belize. In San Pedro zeigte sich der Einfluss der TouristInnen aus den Vereinigten Staaten auf das touristische Angebot. Das Angebot der meisten Restaurants reichte von Hamburgers, über „surf n’ turf“ (Rindssteak mit Hummer) bis hin zu „sodas“ (Softdrinks) aller Art und frozen cocktails (Cocktails mit Crashed Ice vermischt zu Smoothies). Also einstweilen nichts mit lokaler Küche. Die Einheimischen waren sehr freundlich und hilfsbereit, was unsere Stimmung wieder aufhellte. Am ersten Morgen machte ich mich auf die Suche nach regional-typischem Frühstück und fand nach einigem Herumfragen einen kleinen Taco-Stand, an dem man Kaffee und frisch zubereitete Tacos erhielt.San Pedro ist durch eine Brücke in den touristischen und den nicht-touristischen Teil der Insel getrennt. Auf der einen Seite lebt die lokale Bevölkerung und auf der anderen wird den TouristInnen alles geboten, was sie sich nur wünschen. Im Gespräch mit Einheimischen wurde uns versichert, dass es auf Caye Caulker, unserem nächsten Ziel, viel „relaxter“ zuging – das ließ uns hoffen …

Nach einer Stunde Überfahrt mit dem Wassertaxi kamen wir nach Caye Caulker. Die Insel zeichnet aus, dass man sich nur mit Golf-Cars, Fahrrad oder zu Fuß auf der Insel fortbewegen kann. Die Stimmung auf Caye Caulker war wirklich etwas entspannter, aber auch hier zeichnete sich die Anpassung an den Tourismus stark ab. Obwohl die Einheimischen einem gerne Auskunft erteilten, waren die Gespräche doch etwas einseitig und von ihrer Seite sehr auf Fakten beschränkt. Uns wurde das Gefühl vermittelt, nur Touristinnen unter vielen zu sein, wir konnten kaum direkten Zugang zur lokalen Bevölkerung knüpfen.

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© Cathrine Schwenoha

Ähnlich wie auf Ambergris Caye war auch auf Caye Caulker die Küche auf amerikanische Bedürfnisse angepasst. Man konnte aber auch mit einem lokalen Fischer angeln gehen – danach wurde der selbst gefangene Fisch auf traditionelle Weise gebraten und mit Reis serviert. Die lokale Spezialität ist jedoch Hühnchen, das mit Reis und Bohnen serviert wird.

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© Cathrine Schwenoha

Nach weiteren zwei Tagen auf Caye Caulker ging es weiter nach Belize City, um von dort aus auf das drei Stunden entfernte Lighthouse Atoll zu fahren. Auf Lighthouse hatten wir eine Unterkunft bei einer vermeintlich einheimischen Dame inmitten des Dschungels gebucht. Wie sich herausstellte, war unsere Gastgeberin Amerikanerin, lebte jedoch schon seit vielen Jahren in Belize. Sie und ihre belizische Freundin versorgten uns – und gaben die einen oder anderen Geschichten beim gemeinsamen Abendessen zum Besten. Die Insel konnte innerhalb von eineinhalb Stunden gemütlich zu Fuß erkundet werden. Neben unserer Unterkunft gab es noch ein verlassen wirkenes Wellnesshotel und eine Tauchschule auf der Insel. Wir verbrachten die Nachmittag mit Wanderungen durch den Dschungel oder am Strand.

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© Cathrine Schwenoha

Für TauchfreundInnen wurden zahlreiche Exkursionen zu den naheliegenden Riffen und dem berühmten Blue Hole, einem mehrere hundert Meter tiefen Krater inmitten des Riffs, angeboten. Hier draußen war die Unterwasserwelt, trotz der zahlreichen TaucherInnen, noch unberührt. Am Peer genossen wir die einsamen Sonnenuntergänge. Wir besuchten auch das Half Moon Reservoire, ein Naturschutzgebiet, das für seine „red footed boobies“ (Rotfußtölpel) bekannt war. Da wir bereits früh mit den TaucherInnen losfuhren, konnten wir die Insel während der ersten Stunden ohne auf weitere TouristInnen zu treffen erkunden. Gegen Mittag wurden die ersten TouristInnengruppen auf die Insel gebracht und wir waren froh, am Nachmittag wieder vom Tauchboot abgeholt zu werden. Dennoch ist die Insel wunderschön und man hat den Eindruck, dass die Umwelt hier intakt ist. Vögel und Leguane lassen sich durch die BesucherInnen kaum beeindrucken.

Zurück auf Lighthouse fiel nach vier Tagen Inselleben die Rückkehr auf das Festland schwer. Sehr herzlich wurden wir von unserer Gastgeberin und ihrer Freundin verabschiedet. Nach  dreistündiger Fahrt nach Belize City ging es aufs Neue per Boot weiter Richtung Gales Point Manatee. Die Überfahrt dauerte erneut drei Stunden, war jedoch aufgrund der Geschichten unseres Guides recht kurzweilig. In den Mangrovensümpfen gab es zahlreiche
Fische, welche per Catch-and-Release-System gefangen und wieder frei gelassen wurden. Auch konnten wir dort neben vielen Wasservögeln zum ersten Mal ein Krokodil in freier Wildbahn sehen.

Gales Point Manatee wird im „Lonely Planet“ nicht umsonst „Geister-Stadt“ genannt. Wir kamen am Pier an. Außer dem Hotelbesitzer, der Köchin und zahlreichen Hundewelpen lief uns den restlichen Nachmittag sonst niemand über den Weg. Wir spazierten die einzige Straße entlang und entdecken viele verlassene Häuser. Ein paar EinwohnerInnen hatte Gales Point Manatee doch –  wenn es jedoch um die 30 waren, waren es viele. Ein wenig gespenstisch war der Ort. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt, als  wir ein Pferd entdeckten, das auf der Terrasse eines verlassenen Hauses stand und das niemandem zu gehören schien. Dennoch genossen wir die Ruhe. Am nächsten Tag machten wir uns auf die Suche nach den namensgebenden Manatees (Seekühe). Leider wollten sie auch nach zwei Stunden intensivem Auf-das-Wasser-Schauen nicht auftauchen. Am nächsten Morgen ging es nach Hopkins.

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© Cathrine Schwenoha

Hopkins ist ein bekanntes Garifuna-Dorf, rund 50 Kilometer von Gales Point Manatee entfernt. Auch hier erlebten wir ein Dorf, das auch vom Tourismus lebt, allerdings nicht so stark davon geprägt ist. Was uns hier noch stärker als in den anderen Dörfern auffiel war, dass die Leute sehr zurückhaltend den TouristInnen gegenüber waren. Unsere Unterkunft war ein Apartment, das von einer vermeintlich lokalen Dame geführt wurde. Wiederum stellte sich heraus, dass die Dame ursprünglich aus dem Ausland stammte, und zwar aus England. Sie und ihr Mann hatten sich vor vielen Jahren hier die Apartments gekauft und vermieten diese nun an TouristInnen. Von Hopkins aus erkundeten wir die folgenden Tage den Hummingbird Highway, das Cockscomb Jaguar Reserve und Punta Gorda. Die Verkehrsmittel in Hopkins waren entweder öffentliche Busse oder Leih-Motorräder. Entlang des Hummingbird Highways gab es viele Zitrusfruchtplantagen, welche für die Region ein gutes Einkommen darzustellen schienen. Aus dieser Region stammt übrigens die landestypische Salsa „Sauce Marie Sharp’s“, welche uns bereits von Anfang an vor allem beim landestypischen Hühnchen mit Reis und Bohnen begleitete. Am nächsten Tag machten wir uns bereits früh auf zum Cockscomb-Reserve, das für seine noch ansehnliche Population an wild lebenden Jaguaren berühmt ist. Besonders beindruckend war die Geräuschkulisse früh morgens. Besonders die howler monkeys (Brüllaffen) machten ihrem Namen alle Ehre. Auch wenn wir keinen Jaguar zu Gesicht bekamen, konnten wir riesige Schmetterlinge, verschiedene Schildkrötenarten und Wasservögel und bei der Ausfahrt aus dem Park sogar eine Herde Wildschweine bewundern.

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© Cathrine Schwenoha

Im Maya-Dorf direkt neben dem Parkeingang hat sich eine Gruppe von Frauen zusammengefunden, die ihre Handwerksprodukte – wie Schmuck, Kleider und Schnitzereien – selbstständig vermarkten.
Sie haben ein kleines Geschäft aufgebaut. Besonders ist, dass auf allen Preisschildern die Namen der Produzentinnen vermerkt sind. Auf der Rechnung ist dann auch aufgelistet ist, wer welchen Betrag erhalten wird. Wir freuten uns, zu wissen, welche der Damen unsere Souvenirs gefertigt hatte. Beim Bezahlen standen sie nämlich alle an der Kassa, um ihren Anteil abzuholen.

Auf dem Weg von Cockscomb nach Hopkins fuhren wir den Sittee-River entlang. Dort gibt es ein kleines Kaffeehaus, das Café Curve. Von hier aus konnten wir unser zweites Krokodil in diesem Urlaub beobachten, wie es in aller Ruhe den Fluss überquerte. Schön langsam näherten wir uns unserer letzten Destination in Belize. Wir hatten einen Ausflug nach Punta Gorda geplant, einem Ort, der direkt an der Grenze zu Guatemala liegt. Es schien, als wären wir hier wieder mit einigen wenigen die einzigen TouristInnen. Leider machten wir aber auch die Erfahrung, dass die lokale Bevölkerung die TouristInnen nicht sehr zu schätzen schien – sie war sehr distanziert. Je tiefer wir in den Süden des Landes vordrangen, desto weniger TouristInnen trafen wir und desto ursprünglicher waren auch die Orte. So verbrachten wir noch eineinhalb abschließende Tage in Punta Gorda und besuchten unter anderem die lokale Schokoladenfabrik – Cotton Tree Chocolate. Von dort aus mussten wir wieder die Heimreise antreten.

Die Reise entlang der mexikanischen und belizischen Küste war sehr eindrucksvoll. Neben den Naturschönheiten wurde uns auch vor Augen geführt, welchen Einfluss der Tourismus auf Land und Leute hat: von der starken Abhängigkeit vom Tourismus, der dennoch offenen Mentalität der Menschen in Mexiko, über die Anpassung speziell an den Nordamerikanischen Markt in Belize, die mit Zurückhaltung seitens der Einheimischen einherging, bis hin zum Süden Belizes, wo wenige TouristInnen unterwegs waren, wo jedoch der Tourismus von den Einheimischen scheinbar zwar als Einnahmequelle, allerdings nicht als Möglichkeit zum Austausch mit TouristInnen gesehen wurde. Da stellen sich die Fragen: Schützt Abgelegenheit vor Tourismus und seinen negativen Einflüssen? Oder funktioniert authentischer Tourismus ohne Ambitionen der lokalen Bevölkerung? Natürlich brachten die drei Wochen nur einen kleinen Einblick. Es sei jedem und jeder empfohlen, der /die Mexiko und Belize kennen lernen möchte, sich mehr Zeit zu nehmen, als wir es tun konnten. Die Küste Mexikos und Belizes, ihre Landschaft und BewohnerInnen sind einen Besuch Wert – und eine einzigartige Erfahrung.

Autorin: Cathrine Schwenoha

Im Land der Trolle – Norwegens Süden

Spiegelglatte Wasserflächen, lichte Birken-Kiefern-Wälder, riesige Felsbrocken, die Gletscher vor tausenden Jahren hier abgelagert haben, grassodenbedeckte Holzhäuser und vor allem Stille – so präsentiert sich uns Norwegens Süden an den heißesten Julitagen seit Jahren. Es ist Ferienzeit und angeblich verbringen die Norweger den Sommer gerne im eigenen Land, dazu kommen noch TouristInnen vor allem aus den Niederlanden und Deutschland, die gerne mit Wohnwägen unterwegs sind. Doch trotz Hochsaison begegnen wir nur wenigen Menschen, dafür umso mehr Schafen, die die schmalen Straßen gerne als bequemen Weg nutzen oder am Straßenrand im Schatten rasten. Immer wieder warnen Straßenschilder vor Elchen. Wir bekommen aber leider keinen zu sehen. Nur ihre Hinterlassenschaften finden wir auf Schritt und Tritt bei unseren Streifzügen durch die Wälder. Es gibt sie also!

Foto: © Cornelia Kühhas
Foto: © Cornelia Kühhas

Ruhige Seen und lichte Wälder

Wir befinden uns im Setesdal, das sich von der Setesdalheida rund 230 Kilometer nach Süden, fast bis Kristansand erstreckt. Das Tal wird durch den Fluss Otra geprägt, der seine unterschiedlichsten Gesichter zeigt: Mal fließt er ruhig und breit dahin, bildet kleinere und größere Seen, dann wiederum gibt es Abschnitte, in denen er wilder dahinschäumt und tosende Wasserfälle bildet.

Diejenigen, die das Abenteuer suchen, finden den Nervenkitzel bei Raftingtouren. Beschaulicher geht es an den klaren Seen zu, die im Sommer beliebte Badeplätze sind. So etwa bei Honnevje. Malerisch vor einer steil aufragenden Felswand erweitert sich die Otra hier vor einer kleinen Staustufe zu einem See. Angeblich ist dieser einer der schönsten und beliebtesten Plätze zum Schwimmen in der Gegend. Doch trotz herrlichem Badewetter mit 30 Grad und vorhandener Infrastruktur wie Toiletten ist es erstaunlich ruhig – davon, dass gerade Hauptreisesaison ist, ist kaum etwas zu spüren. Auch bei anderen Touristenattraktionen im Tal treffen wir nur auf wenige Menschen. Wir genießen diese allgegenwärtige Ruhe.

Foto: © Cornelia Kühhas
Foto: © Cornelia Kühhas

Norwegen gewinnt seinen Strom zu 100% aus Wasserkraft, so wird auch die Otra zur Energiegewinnung genutzt. Bei Berdalen, im oberen Flussabschnitt, sticht uns eine gewaltige Staumauer ins Auge. Sie ist 125 Meter hoch – damit als eine der höchsten Staumauern Nordeuropas gepriesen – und staut die Otra zum Vatnedalvatn mit einem Wasservolumen von 1150 Mio. Kubikmetern auf.

Natur für alle

Die NorwegerInnen halten sich gerne in der Natur auf. Sich frei in der Landschaft bewegen zu können, ist den Einheimischen seit jeher ein wichtiges Gut. Während in Österreich das Wegerecht – auch durch die Naturfreundebewegung – erst mühsam erkämpft werden musste, ist in Norwegen das Recht auf freien Zugang zur Natur für alle Menschen seit 1957 sogar gesetzlich verankert. Nach diesem „Jedermannsrecht“ darf man in allen Wäldern, Wiesen und Gebirgen wandern und langlaufen, sein Zelt oder seinen Wohnwagen aufstellen, wo immer es einem gefällt, oder Abkühlung in den zahlreichen Seen suchen. Allerdings sind Regeln zu beachten. So ist all das verboten, was der Natur Schaden zufügt, etwa Offroadfahrten oder das Fällen von Bäumen.

Foto: © Cornelia Kühhas
Foto: © Cornelia Kühhas

Im Sommer kann man das Land auf rund 20.000 Kilometern Wanderwege erkunden, im Winter stehen rund 6.500 Kilometer Wander- bzw. Langlaufrouten zur Verfügung. Erhalten werden sie vom „Norske Turistforening“, dem Norwegischen Wanderverein. Er wurde 1868 gegründet und betreibt auch zahlreiche Hütten im ganzen Land.

Als Besucherin gewinnt man den Eindruck, dass die NorwegerInnen sehr naturverbunden sind. Wie zur Bestätigung ist im Reiseführer zu lesen, dass 1972 in Oslo das weltweit erste Umweltministerium eingerichtet wurde; und Norwegen verfolgt das Ziel, bis 2050 der erste Null-Emissions-Staat der Welt zu werden. Dieses Image wird allerdings dadurch getrübt, dass Norwegen neben Island und Japan kommerziellen Walfang betreibt. Begründet und gerechtfertigt wird dies mit dem Argument, dass insbesondere im hohen Norden des Landes der Walfang jahrzehntelange Tradition hat und quasi Kulturgut ist. Nichtsdestotrotz wird auch die wirtschaftliche Bedeutung des Walfanges betont. In einem aktuellen Zeitungsbericht fordert der Vizechef der norwegischen Organisation für den Verkauf von Walfleisch, Svein Ove Haugland, sogar, dass die Nachfrage nach Walfleisch gefördert werden müsse. Dass der reichste Staat Europas auf wirtschaftliche Erträge durch die Tötung von Walen angewiesen ist, ist schwer nachzuvollziehen.

600 Lachsfarmen

Walfleisch entdecken wir auf keiner Speisekarte oder gar im Supermarkt. Dafür umso mehr Lachs. Dieser wird im großen Stil vor der Küste in Farmen gezüchtet. Norwegen gilt als größter Zuchtlachsproduzent der Welt. Bei der so genannten Aquakultur wachsen die Jungfische in Aufzuchtstationen im Süßwasser heran, danach werden sie in Netzkäfigen im Meer gemästet. Bis zu einer Million Fische können gleichzeitig, auf mehrere Netze verteilt, in einer Anlage leben. Die Aquakultur als Massentierproduktion ist hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen nicht unumstritten. Norwegen ist schon seit Längerem bemüht, die Zucht möglichst umwelt- und tierfreundlich zu gestalten. So werden bereits seit vielen Jahren kaum mehr Antibiotika eingesetzt – die Jungfische werden geimpft. Gesetzlich vorgeschrieben ist auch die Anzahl der Fische, die pro Kubikmeter Wasser gemeinsam gehalten werden dürfen – nämlich 25 Kilogramm. Nachdem Lachse Raubfische sind, fressen sie Fisch. Gefüttert werden sie u.a. mit Fischmehl, das wiederum aus Wildfischen gewonnen wird. Für die Produktion von einem Kilo Zuchtlachs sind vier Kilogramm Fisch nötig. Die Lachsfarmen sind hochmoderne Fischfabriken – jeder Schritt wird elektronisch gesteuert, egal ob Fütterung oder Transport der Jungfische von der Aufzuchtstation in die Mastkäfige. So werden vor Norwegens Küsten eine Million Tonnen Lachs pro Jahr produziert.

Tradition und Kultur

Zurück ins Setesdal. Hier, in einem der größten norwegischen Bauerntäler, besinnt man sich auf die alten Traditionen. Bekannt ist die Silberschmiedekunst, die hier noch gepflegt wird. Der alten Bauernkultur widmen sich mehrere Museen. So etwa das Freilichtmuseum Lisletog in Bykle. Hier wurden elf bis zu 400 Jahre alte Bauernhäuser aus der Gegend zu einem Museumsdorf wiederaufgebaut. Die grassodenbedeckten Holzhäuschen – Wohnhäuser, aber auch eine Schmiede und eine Mühle – vermitteln den BesucherInnen einen authentischen Eindruck vom Leben in früheren Zeiten.

Unterhalb des Museums steht die älteste Kirche des Setesdals. 1619 aus Holz gebaut und außen weiß gestrichen, ist sie für ihre kunstvollen Malereien im Innenraum bekannt. Als „Rosenmalerei“ wird die für diese Gegend typische Kunstform bezeichnet. Mit „Rose“ sind alle Blumen gemeint, auch Ornamente, die als Motive gewählt wurden. Diese ländliche Kunstform lokaler Maler entstand um 1750 im Hallingdal und breitete sich von dort über Künstler, die von Ort zu Ort zogen, aus.

Foto: © Cornelia Kühhas
Foto: © Cornelia Kühhas

Im Setesdal wird im Winter auch Schi gefahren und Langlauf betrieben. Hovden ist das größte Schizentrum der Gegend, schneesicher von November bis März, wie es heißt, und wintersporttechnisch perfekt erschlossen. Ein Sessellift, mehrere Schlepplifte, Abfahrten mit Flutlicht und ein weitläufiges Netz an Langlaufloipen sorgen für das Schivergnügen im Winter. Im Sommer wirkt der Ort mit seinen leer stehenden Hotel- und Hüttendörfern etwas trostlos.

Sherpas aus Nepal bauen Wanderweg

Bei „Norwegen“ denkt man unweigerlich an Fjorde. Einer der größten ist der Lysefjord. Im Südwesten bei Stavanger gelegen, zieht er sich rund 40 Kilometer ins Landesinnere, umrahmt von bis zu 1.000 Meter aufragenden Felsen. Der beeindruckendste Felsen – und mit an die 300.000 BesucherInnen pro Jahr DIE Touristenattraktion der Region – ist der Preikestolen, der „Predigerstuhl“. Hierbei handelt es sich um eine Felskanzel, ein Plateau, das ca. 25 mal 25 Meter misst und 604 Meter steil in den Fjord abfällt. Eine mehrstündige Wanderung führt zu diesem spektakulären Aussichtspunkt. Bis vor kurzem ging es über einen recht felsigen Weg, der eine entsprechende Ausrüstung erforderte. 2013 haben sich die Norweger Hilfe aus Nepal geholt, um den Weg zum Preikestolen auszubauen und quasi zu „entschärfen“: 14 Sherpas wurden eingeflogen, um den schmalen Pfad zu verbreitern und bequemer begehbar zu machen. Die Rechnung der TouristikerInnen ist aufgegangen: Die Besucherzahlen haben sich erhöht …

Foto: © Cornelia Kühhas
Foto: © Cornelia Kühhas

Ölmetropole Stavanger

Wo der Lysefjord sich zum Meer hin öffnet, liegt Stavanger, die größte Stadt der Region. Als „Ölmetropole“ Norwegens und Sitz von etwa 70 Fischkonservenfabriken gilt sie als reichste Stadt des Landes. Wer hier allerdings Wolkenkratzer à la Kuwait erwartet, irrt.
In Gamle Stavanger, der Altstadt, und rund um das natürliche Hafenbecken findet man die typischen weißen und bunten Holzhäuschen, Einheimische und TouristInnen flanieren durch die Gässchen oder treffen sich in den Gastgärten am Hafen. Eine gemütliche Stadt – doch die Ruhe wird immer wieder durchbrochen durch Kreuzfahrtschiffe, die hier Halt machen. In diesem kleinen Hafenbecken wirken die mehrstöckigen Schiffe überdimensioniert und stören den Blick auf die malerische Stadt. Einheimische beklagen auch, dass die Altstadt von den Kreuzfahrtgästen „überschwemmt“ wird, diese machten einen schnellen Rundgang durch die Stadt, die wenigsten konsumierten oder kauften etwas, die ansässige Wirtschaft profitiere also kaum von ihnen.

Foto: © Astrid Plank
Foto: © Astrid Plank

Autorin Cornelia Kühhas arbeitet für die Naturfreunde Internationale – respect.

Ökotourismus in Sambia: Luxus unter Löwen

von Astrid Därr  [http://www.daerr.net]

Inmitten der weiten Savanne der Busanga Plains im abgelegenen Kafue Nationalpark betreibt Wilderness Safaris das luxuriöse Shumba Camp. Hier stehen nicht nur Begegnungen mit Löwen, Elefanten und Hippos auf der Tagesordnung sondern auch ökologisches Camp-Management und die Bekämpfung der Wilderei. „Ökotourismus in Sambia: Luxus unter Löwen“ weiterlesen

Costa Rica – ein Erfahrungsbericht aus der Freiwilligenarbeit

Wenn man an Costa Rica, eines der Nummer eins Reiseziele denkt, assoziiert man meist weiße Karibiksandstrände, Sonne und türkisfarbenes Meer. Die beliebtesten Reiseziele der rund 2 Millionen TouristInnen, die pro Jahr in das kleine Land zwischen Panama und Nicaragua strömen, sind der Nationalpark Manuel Antonio und die Strände von Gunacaste im Nordwesten des Landes. Heute sieht man in diesen Gebieten kaum noch Hotels oder Hostels der Ticos (als „Tico“ bezeichnen sich die Costa Ricaner auf Grund der Verniedlichungsform „-tico“ in ihrem Dialekt). Meist trifft man auf große Hotelkomplexe die von Gringos (NordamerikanerInnen) oder EuropäerInnen geführt werden. Von dem „wahren“ Costa Rica bleibt da nicht viel: Pancakes statt Gallo Pinto (Reis und Bohnen – das Nummer Eins Tico-Frühstück) und Importprodukte statt Märkte mit frischem costa-ricanischen Obst. Selbst wer kein Wort Spanisch spricht kommt in diesen Regionen gut mit Englisch durch. Wer als Tico also kein Englisch spricht kann sich einen Job im Tourismus gleich abschminken.

AsoProLa © Jana Hammelehle
AsoProLa © Jana Hammelehle

Einen Unterschied dazu macht AsoProLA (La Asociacón de Productores La Amistad). Dieses Projekt ist am Fuße des „Parque Internacional la Amistad“ (PILA) gelegen und wird unter anderem von der ruralen Tourismusorganisation ACTUAR (Alianza Comunitaria Conservacionista de Turismo Alternativo Rural) unterstützt.

AsoProLA liegt nicht am Meer. Es gibt nicht die Möglichkeit an Seilen durch den Urwald zu sausen oder mit highspeed W-Lan im Internet zu surfen. Aber AsoProLA bietet etwas, dass man sonst nicht leicht findet: Ein Costa Rica abseits des unpersönlichen Massentourismus.

Hier kann der internationale Park PILA, welcher sich über Costa Rica und Panamá erstreckt, mit Hilfe der WanderführerInnen die hier aufgewachsen sind und ihn seit Kindertagen wie ihre Westentasche kennen, erkundet werden. Hier werden die Tiere nicht angefüttert um direkt an den viel belaufenen TouristInnenpfaden zu sehen zu sein. Denn hier muss sich schon manchmal mit einer Machete den Weg freischlagen und kann sich dafür auf viel mehr unberührte Natur freuen.

© Jana Hammelehle
© Jana Hammelehle

Der Höhepunkt des Besuches in AsoProLA ist die Wanderung in das Valle del silencio (Tal der Stille), welches im Herzen des PILA gelegen und zu Fuß in ungefähr 9 Stunden zu erreichen ist. Diese Wanderung ist ein Abenteuer. Ohne eine/n WanderführerIn darf man sich nicht auf den Weg machen – und das sollte man auch nicht. Viel zu schön ist es, Geschichten über den Park zu hören, beruhigende Worte an schweren Aufstiegen zugesprochen zu bekommen und mit Sicherheit immer auf dem richtigen Pfad unterwegs zu sein. Das Mittagessen wird auf dem Cerro Quemado, einem Berg mit wunderschönem  Ausblick, eingenommen. Am Morgen des Aufstiegs haben die Frauen in AsoProLA bereits ein „almuerzo tipico“, ein Mittagessen aus Reis, Bohnen, Ei und Käse in ein Palmblatt eingewickelt vorbereitet, das als Belohnung zwischendurch noch besser schmeckt.

© Jana Hammelehle
© Jana Hammelehle

Nach weiteren 2 Stunden erreichen wir den Punkt, an dem man von der pazifischen auf die karibische Seite Costa Ricas kommt. Die Nacht verbringen wir in einem wunderschönen Tal in einer einfachen Hütte. Am nächsten Tag gibt es noch die Möglichkeit eine Lichtung im Primärwald, welche aus  Flechtengewächsen besteht, zu besichtigen. Nach einer weiteren Nacht in der Unterkunft geht es dann am 3. Tag zurück.

Wem die 14 Kilometer zu weit sind kann sich auch für die Tour der „Gigantes del Bosque“(Giganten des Waldes) entscheiden. Auf dieser 1,5-stündigen Tour gibt es die Möglichkeit unter den riesigen Tropenbäumen zu gehen und viele Vögel und Schmetterlingsarten zu beobachten. In AsoProLA gibt es außerdem eine Vielzahl von anderen Angeboten: Tours die einem die biologische Produktion von Kaffee, Gemüse und Obst veranschaulichen; oder die Möglichkeit einige Stunden mit einer der Frauengruppen, die zum Beispiel Marmelade aus ökologischem Obst aus der Umgebung, Schmuck aus den Samen der Tropenbäumen oder Biokosmetik herstellen, zu verbringen. Eine spannende Erfahrung ist auch der Besuch des Projektes des ortsansässigen Künstlers Francisco „Pancho“ Quesada. In seinem Projekt, rund 20 Minuten von AsoProLA entfernt, gibt es recycelte Kunst wie zum Beispiel Mosaike, Musikinstrumente aus Flaschen und viele vergessenen Pflanzensorten der Indigenen zu sehen. Der Künstler selbst ist eine beeindruckende Persönlichkeit mit dem man gut über Gott, Kunst und die Welt sprechen kann. Die einzigartige Bushaltestelle und das Restaurant aus Mosaiken in AsoProLA sind sein Werk.

Nach einem langen Tag gibt es in dem Restaurant ein typisches Tico-Essen, das von einer Gruppe von Frauen, die abwechselnd in der Küche arbeiten, zubereitet wird. So werden auch die die Bauernfamilien des Distriktes unterstützt. Die Nacht kann man in der liebevoll eingerichteten Herberge des Projektes verbringen.

© Jana Hammelehle
© Jana Hammelehle

Oder aber man übernachtet in der „Finca Lilo de Biolley“ nur einige Kilometer entfernt, welche einen traumhaften Ausblick von den zu vermietenden Häusern bietet. Sie wird von zwei US-AmerikanerInnen geführt, welche stark auf die Zusammenarbeit mit AsoProLa setzen.

Während meines einjährigen Aufenthaltes hier habe ich noch keine TouristIn kennen gelernt, der/die nach einem Urlaub in  dieser Oase der Ruhe und Natur im von TouristInnen besiedelten Costa Rica nicht gesagt hat: „Das hat sich gelohnt“.

Wir bedanken uns bei Jana für diesen Einblick in die Freiwilligenarbeit und eine andere Seite Costa Ricas.

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Jana Hammelehle ist 20 Jahre alt und arbeitet seit August 2012 im Rahmen des „weltwärts“-Programmes als Freiwillige in AsoProLA. Vor Ort lebt sie in einer Tico-Familie und ist sehr froh in einem ruralen Projekt zu sein, das ihr die lokale Lebensart näher bringt. Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit ist ihre Zeit in Costa Rica bald beendet und sie kehrt, schweren Herzens, nach Deutschland zurück.

Die „Tour d’horizon“ – ein Modellangebot zum Kennenlernen einer Landschaft des Jahres [de/fr]

Version française au-dessous 

Natur – Kultur – Geschichte – Begegnungen am Oberrhein

Region Oberrhein © NFI
Region Oberrhein © NFI, Anita Pinter

Als ich den Auftrag erhielt, bei der Modellreise Tour d’horizon der Naturfreunde Internationale (NFI) in der „Landschaft des Jahres 2013/14 Oberrhein“ als Dolmetscherin mitzuwirken, konnte ich mir zuerst einmal nicht recht vorstellen, was den Reiz einer Tour d’horizon in dieser Region ausmachen sollte. Die Landschaft des Jahres Oberrhein ist ein langgestrecktes Gebiet im Dreiländereck ungefähr zwischen den großen Städten Straßburg, Karlsruhe und Basel. Das Gebiet ist Lebensraum von sechs Millionen Menschen auf 21.500 km2. Es wirkt auf den ersten Blick wie ein enges Netz von Städten, der Rhein wird wasserwirtschaftlich genutzt, immer wieder stechen Kraftwerksbauten ins Auge, und auch Industrie gibt es nicht wenig in der Region. Zu beiden Seiten des Flusses verlaufen streckenweise stark frequentierte Autobahnen. Die Region ist auch weitgehend touristisch erschlossen – was sollten da die Naturfreunde im Rahmen einer Tour d’horizon Besonderes anbieten, dachte ich mir.

Ich wurde allerdings schnell eines Besseren belehrt. Den Naturfreunden aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz ist es gelungen, ein Programm für eine Entdeckungsreise durch ein Gebiet auszuarbeiten, das eben doch nicht nur aus Städten und Straßen und Bahnlinien, Industrie und Kraftwerken besteht, sondern auch über bemerkenswerte Naturschätze in attraktiven Landschaftsräumen verfügt, z. B. in den Vogesen, im Schwarzwald, in den Rheinauen etc. – und das alles in unmittelbarer Umgebung der Städte.

Besonderheiten des Modells „Tour d’horizon“

Die „Tour d’horizon“, die von der NFI bisher in sechs Landschaften des Jahres durchgeführt wurde, ist ein grenzüberschreitendes Reiseangebot und war als solches zum jeweiligen Zeitpunkt immer neuartig. So auch diesmal. Mit der Tour d‘horizon wollen die Naturfreunde nicht nur Natur, Kultur und Geschichte einer „Landschaft des Jahres“ bekannt machen, sondern – im Sinne eines nachhaltigen Tourismus – diese auch als Lebensraum erschließen: durch Begegnungen mit engagierten AkteurInnen und BewohnerInnen, durch das Kennenlernen von traditionellen und modernen Wirtschaftszweigen. Dabei sollen keineswegs die Probleme der Region ausgespart werden.

© NFI
© NFI, Anita Pinter

Die Tour d’horizon am Oberrhein – meine persönlichen Highlights

Moderne Technik und altes Handwerk: Zu den Höhepunkten der Reise zählten für mich die Treffen mitNaturfreunden, die sie sich für ihre Region engagieren, sei es durch Initiativen im Energiebereich, sei es bei der Bewahrung traditionellen Handwerks. Beeindruckend der Naturfreund Müllerschön, der beispielhafte Initiativen im Bereich modernster Windenergietechnologie umsetzt, und als Kontrapunkt André Haeberlé, ein der Tradition verpflichteter Holzschuhmacher, dem es durch Engagement, Dynamik und Persönlichkeit gelingt, ein altes Handwerk weiterleben zu lassen.

Weinkultur, exotische Fauna und Flora: Der „Kaiserstuhl“ ist ein sonnendurchfluteter Teil des Oberrheingebietes, nahe der sehenswerten Stadt Breisach. Er ist vulkanischen Ursprungs und bietet hervorragende Voraussetzungen für den Weinbau. Das wurde uns anschaulich vor Augen geführt: zuerst durch eine Kellerführung, dann durch eine Weinverkostung und schließlich durch eine Weinbergwanderung. Die für die Gegend charakteristische Pflanzen- und Tierwelt ist mediterran, sogar Kaktusfeigenbäume konnten wir bestaunen, geleitet von einem botanisch und zoologisch bewanderten Kellermeister – ein wirklich schöner und informativer Nachmittag.

Weinberge © NFI
Weinberge © NFI, Anita Pinter

Geschichte und Baukunst: Städte wie Karlsruhe, Straßburg, Colmar und Basel sind immer eine Reise wert und brauchen vielleicht keine Tour d’horizon, um entdeckt zu werden. Wenn aber durch kompetente BegleiterInnen – NaturfreundInnen und andere – besondere Schwerpunkte herausgegriffen, geschichtliche Zusammenhänge zwischen den Städten der Region herausgearbeitet, verständlich gemacht und teilweise vor sehr persönlichem Hintergrund kommentiert werden, hat das einen ganz speziellen Reiz.

Colmar © NFI
Colmar © NFI, Anita Pinter

Wandern und Natur: Die Region ist reich an Schutzgebieten und generell ein wunderbares Gebiet für Naturliebhaber und Wanderfreudige. Zwar haben wir bei unseren Wanderungen keine Luchse, Wildkatzen oder Biber angetroffen, die sich hier wieder angesiedelt haben. Und auch Lachse haben sich bei unserem Besuch der Fischtreppe in Gambsheim nicht gezeigt. Trotzdem hatten wir Glück und konnten Vertreter einiger anderer Fischarten dabei beobachten, wie sie sich, gegen die Strömung des Rheins ankämpfend, den ihnen vorgegebenen Weg flussaufwärts bahnten – ein beeindruckendes Schauspiel.

Wandern in der Natur © NFI
Wandern in der Natur © NFI, Anita Pinter

Die „Green City“ Freiburg: Anwendung von Solarenergie als Schwerpunkt, nachhaltiges Energiemanagement, zukunftsfähige Mobilität, Natur als städtisches Kapital, Initiativen und Bürgerbeteiligung, Innovationsfreudigkeit – das sind u.a. die Ingredienzien der kommunalen Umwelt- und Klimaschutzpolitik in Freiburg. Nach einer Einführung in einer Innovationsagentur ermöglichte uns eine alternative Stadtführung, die fast lautlos auf begrünten Gleisanlagen dahingleitenden Straßenbahnen, die Vorteile von Tempo 30 in weiten Teilen der Stadt, die beeindruckenden Fahrradparkanlagen am Bahnhof und Vieles Andere kennenzulernen, was den Namen „Green City“ rechtfertigt. Dazu zählt natürlich auch der Stadtteil Vauban, in dem Bürgerengagement, Bauen in der Gemeinschaft und umweltbewusstes Leben großgeschrieben werden.

Stadtteil Vauban in Freiburg © NFI
Stadtteil Vauban in Freiburg © NFI, Anita Pinter

Geselligkeit und Kulinarik: Eine Mischung aus französischer Raffinesse und badisch-schweizerischer Bodenständigkeit charakterisiert die Küche der Region. Beispielhaft vor Augen geführt wurde uns das vor allem in zwei Naturfreundehäusern, „Moosbronn“ in Deutschland und „Les Jonquilles“ in Frankreich. In familiärer Atmosphäre erfuhren dort die ReiseteilnehmerInnen im Gespräch mit ortsansässigen NaturfreundInnen viel über die Potenziale und auch über die Probleme der Region Oberrhein. So kamen wir auch völlig improvisiert in den Genuss eines beeindruckenden Vortrags über die Umweltbildungsarbeit der Naturfreunde Baden – absolut nachahmenswert.

Naturfreundliches Beisammensein © NFI
„Naturfreundliches“ Beisammensein © NFI, Anita Pinter

Soweit meine persönlichen Highlights. Sicher gab es für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer andere spezielle Höhepunkte. Und sicher gab es auch da und dort Programmteile, die nicht so gelungen waren. Hilfreich bei der Bewertung der Reise ist das engagierte Feedback der ReiseteilnehmerInnen. Sie kamen aus der Region, aus anderen Regionen der an der Landschaft des Jahres beteiligten Länder und aus Österreich und waren sich, trotz punktueller Kritik und konstruktiven Verbesserungsvorschlägen, einig, dass die Tour d’horizon Oberrhein eine sehr positive Erfahrung war.

Als anfängliche Skeptikerin, die eines Besseren belehrt wurde, kann ich Tour d’horizon all jenen wärmstens empfehlen, die die Landschaft des Jahres kennenlernen wollen und nicht wissen, wo anfangen und wo aufhören. Alle Beteiligten waren überzeugt, dass eine Wiederholung dieser Reise im nächsten Jahr wünschenswert wäre.

Wir bedanken uns bei Ingeborg für diesen Beitrag.

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Mag. Ingeborg Pint ist diplomierte Dolmetscherin für Französisch und war von 1992-2006 Projektkoordinatorin der „Landschaften des Jahres“ der Naturfreunde Internationale (NFI). Sie hat in vergangenen Landschaften des Jahres fünf Tour d’horizons mitgestaltet und als Reiseleiterin geführt. Derzeit ist sie ehrenamtliche Afrika-Referentin der NFI und als solche für die kontinuierliche Betreuung der afrikanischen Naturfreunde-Organisationen zuständig.

Seit September 2013 freuen wir uns außerdem, Ingeborg zu unseren StammautorInnen zählen zu dürfen.

Für weitere Informationen, bei Interesse und Voranmeldung zur Tour d’horizon (Juni/Juli 2014) in die „Landschaft des Jahres 2013/14 Oberrhein“ wenden Sie sich bitte an Anita Pinter (anita.pinter@nf-int.org).
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Le « Tour d’Horizon » –
un voyage modèle pour découvrir un « Paysage de l‘Année »

Nature – Culture – Histoire – Rencontres sur le Rhin supérieur

Quand l’Internationale des Amis de la Nature (IAN) me demanda d’accompagner comme interprète le voyage modèle « Tour d’Horizon » dans le « Paysage de l’année 2013/14 Vallée du Rhin supérieur », je ne voyais d’abord pas ce que pourrait être l’attrait d’un Tour d’Horizon dans cette région. Le Paysage de l’Année Vallée du Rhin supérieur est une région allongée au carrefour de trois pays, à peu près entre les grandes villes Strasbourg, Karlsruhe et Bâle. Environ six millions de personnes vivent ici sur 21 500 km2. À première vue c’est un dense réseau de villes, le Rhin est fortement mis à contribution pour la fourniture d’énergie hydroélectrique, des centrales et barrages se dressent à de nombreux endroits, et les installations industrielles ne manquent pas dans la région. Des deux côtés du fleuve il y a des autoroutes très fréquentées. Et c’est en grande partie une région où le tourisme est très développé. Quoi de spécial les Amis de la Nature pourraient-ils  proposer pour un Tour d’Horizon dans cette région ? – me demandai-je.

Très rapidement je compris que j’avais tort. Les Amis de la Nature d’Allemagne, de France et de Suisse on réussi à concocter un programme de découvertes dans une région qui, contrairement à ce que j’avais pensé, n’est pas uniquement faite de villes , routes, voies ferrées, industries et centrales électriques, mais qui dispose aussi de trésors naturels dans de très beaux paysages, par exemple dans les Vosges, en Forêt Noire, dans les dépressions rhénanes, etc. – et tout ceci à proximité immédiate des villes.

© NFI
© NFI

Le modèle « Tour d’Horizon »

Déjà organisé dans six Paysages de l’Année, le « Tour d’Horizon » de l’IAN est un voyage transfrontalier, et à ce titre il a toujours été innovateur. Le Tour d’Horizon permet aux Amis de la Nature de faire connaître non seulement la nature, la culture et l’histoire d’un Paysage de l’Année, mais – dans l’esprit du tourisme durable – de sensibiliser aussi pour la région comme territoire de vie : par des rencontres avec des acteurs engagés de la région, par la découverte d’activités économiques modernes et traditionnelles, tout ceci sans faire oublier les problèmes de la région en question.

Le Tour d’Horizon sur le Rhin supérieur – mes coups de cœur

Technologie moderne et artisanat traditionnel : Parmi les moments forts du voyage ont compté pour moi les rencontres avec des Amis de la Nature qui s’engagent pour leur région, soit par des initiatives dans le domaine de l’énergie, soit par la sauvegarde d’un artisanat traditionnel. Les initiatives exemplaires de l’Ami de la Nature Müllerschön relatives aux technologies les plus récentes de production d’énergie éolienne ont de quoi impressionner, tout comme, en contrepoint, André Haeberlé, sabotier attaché à son métier traditionnel qu’il réussit à maintenir en vie grâce à son engagement, son dynamisme et sa personnalité.

Patrimoine viticole, faune et flore exotiques : Le Kaiserstuhl est une contrée ensoleillée dans la région du Rhin supérieur, à proximité de la belle ville de Breisach. Il est d’origine volcanique et favorise la viticulture. Nous avons pu nous en convaincre : d’abord grâce à une visite de caves, ensuite en dégustant les vins et finalement en marchant dans les vignobles. La flore et la faune du Kaiserstuhl sont méditerranéennes, nous avons même pu admirer des figuiers de barbarie – une après-midi agréable et intéressante, animée par un maître de chai très versé aussi en botanique et zoologie.

Histoire et architecture : Des villes comme Karlsruhe, Strasbourg, Colmar et Bâle valent toujours un voyage et peuvent sans aucun doute se découvrir aussi sans un « Tour d’Horizon ». Mais lorsqu’on est guidés par des accompagnateurs et accompagnatrices compétents – Amis de la Nature et autres – qui font partager leur passion pour leur région, font comprendre les interactions entre les villes de la région et les liens historiques, tout en parlant aussi de leur propre biographie, c’est d’autant plus enrichissant.

Randonnée et nature : La région est riche en aires protégées et d’une manière générale un eldorado pour les amoureux de nature et de randonnée. Il est vrai que pendant nos randonnées nous n’avons vu ni lynx, ni chats sauvages ni castors – tous des espèces revenues dans la région. Et aucun saumon ne s’est montré lors de notre visite de la passe à poissons de Gambsheim. Mais nous avons eu la chance de pouvoir observer des spécimens d‘autres espèces se frayer leur chemin vers l’amont, luttant contre le courant du Rhin – un spectacle impressionnant.

Freiburg, la « Green City » : Priorité pour l’énergie solaire, gestion durable de l’énergie, mobilité viable, la nature comme capital urbain, participation citoyenne et innovation – voilà quelques ingrédients parmi d’autres de la politique municipale de Fribourg en Allemagne, en matière d’environnement et de protection du climat. Après une introduction dans les locaux d’une agence d’innovation, une visite alternative de la ville nous a permis de faire connaissance avec les trams silencieux glissant sur des pistes végétalisées, les avantages des vastes zones 30, les impressionnants parkings vélos près de la gare et avec bien d’autres réalisations qui justifient la désignation « ville verte ». À ne pas oublier le quartier Vauban, où les habitants s’attachent à l’engagement citoyen, à la construction collective et aux modes de vie respectueux de l’environnement.

Vauban en Freiburg © NFI
Vauban en Freiburg © NFI

Convivialité et cuisine du terroir : Un mélange de raffinement et de rusticité caractérise la cuisine de la région. Nous en avons surtout fait l’expérience dans deux Maisons des Amis de la Nature, « Moosbronn » en Allemagne et « Les Jonquilles » en France. Dans une ambiance conviviale et amicale les participants au voyage ont beaucoup appris des Amis de la Nature locaux, sur leur région, ses potentialités et ses problèmes. Et nous avons même pu bénéficier d’une présentation spontanée et impressionnante des activités d’éducation environnementale des Amis de la Nature du Bade, tout à fait exemplaires.

Voilà donc mes coups de cœur du voyage. Chaque participante et chaque participant auront certainement retenu leurs propres points forts. Et certainement il y a eu aussi des éléments moins réussis dans le programme. Dans l’évaluation du voyage le feedback engagé des participants joue un rôle important. Ils étaient venus de la région, d’autres régions des pays participant au Paysage de l’Année et d’Autriche ; tous ont été unanimes pour dire que, malgré quelques points de critique et des propositions constructives d’amélioration, le Tour d’Horizon a été une expérience très positive.

Sceptique au début et détrompée par la suite, je recommande vivement le Tour d‘Horizon à tous ceux et à toutes celles désireux de découvrir le Paysage de l’Année mais n’ayant pas de repères. Tous les participants ont été convaincus qu’il serait souhaitable de répéter le voyage l’année prochaine.

Ingeborg Pint
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Ingeborg Pint est interprète diplômée de français et a été coordinatrice du « Paysage de l’Année » de 1992 à 2006. Elle a coorganisé et accompagné des Tours d’Horizon dans cinq Paysages de l’Année. Actuellement elle est responsable au siège de l’IAN des contacts avec les organisations africaines d’Amis de la Nature.

Si vous souhaitez obtenir plus d’informations sur le Tour d’horizon (juin/juillet 2014) dans le « Paysage de l‘année 2013/2014 Vallée du Rhin supérieur » ou éventuellement vous préinscrire, veuillez contacter Anita Pinter (anita.pinter@nf-int.org).