Warum es manchmal besser ist, wenn sich die Welt ein wenig langsamer dreht

Die Welt dreht sich – schnell, unaufhaltsam, ohne Pause. Schwups, und weg ist der vollkommene Moment. Mit einem Augenzwinkern ist die perfekte Gelegenheit verstrichen. Die Stunde vorbei – der Tag – die Woche – das Monat – das Jahr. Weg. „War da nicht noch etwas, das ich tun wollte?“, frage ich mich die ganze Zeit. Eine Weltreise, ein Besuch eines alten Freundes, ein klärendes Gespräch, ein gemeinsamer Ausflug mit der Familie, eine ausgelassene Feier?

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Kapverdische Inseln – nachhaltig reisen

Faires Reisen kann die Lebensbedingungen auf den Kapverdischen Inseln verbessern. Wie durch unser Reisekonzept eine nachhaltige Tourismusentwicklung auf den Kapverden ermöglicht werden kann, zeigen wir in diesem Beitrag.

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4 steps to a conscious travel

Travelling to far away countries has become a possibility for more people than ever before. This is really exciting as travel is the best education we can get, helping us to become an informed global citizen. But no one ever really teaches us how we should travel …
We fly, sail, Interrail, cycle or hitch­hike around the world, staying in hostels, resorts, home­stays, couch­surfing … But how to get most of our trips while making sure we respect people and places we visit? How to be 
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2. BLOGGER/INNEN-WETTBEWERB der Naturfreunde Internationale-respect: FAIR Reisen und die Welt erleben – Reisende erzählen

english version below / version française au-dessous

LOGO Wettbewerb

 

Wir suchen BloggerInnen – und solche, die es noch werden wollen –, die uns mit ihren Beiträgen unterstützen, Reisende für faires Reisen zu  sensibilisieren: Was hast du selbst erlebt? Wie sieht dein Beitrag zu einem fairen Tourismus aus? Wie siehst du die Zukunft des Tourismus?


Die besten Artikel werden von einer Jury aus ExpertInnen der Naturfreunde Internationale und der Reisebranche ausgewählt und mit Angabe des eigenen Blognamens auf dem „tourism_LOG“ – der Plattform der NFI für die kritische Auseinandersetzung mit dem Tourismus – veröffentlicht. Zusätzlich gibt es Kurzurlaube und Sachpreise zu gewinnen.

Reiseblogs boomen – Reisende informieren sich vorab über mögliche Ziele, sind auf der Suche nach Insidertipps und vertrauen darauf, dass in Blogs authentische Erfahrungen geschildert werden. Vor allem für TouristInnen, die mehr wollen als nur Strandurlaub, sind Reiseblogs eine willkommene Möglichkeit, Land und Leute schon vor der Reise besser kennen zu lernen. Genau dieses Kennenlernen – und Respekt gegenüber dem bereisten Land und den dort lebenden Menschen – spielt im nachhaltigen Tourismus eine wichtige Rolle!
 Jede/r Einzelne hat es selbst in der Hand, durch eine bewusste Wahl des Anbieters, der Unterkünfte und der Art und Weise des Unterwegs-Seins, zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung im Reiseland beizutragen und negative ökologische Auswirkungen seiner Reise möglichst gering zu halten. Die Naturfreunde Internationale (NFI) setzt sich seit vielen Jahren für einen Tourismus ein, der ökologisch, soziokulturell und wirtschaftlich langfristig tragbar ist und der Bevölkerung in den Reiseländern wirtschaftliche Chancen eröffnet.

Zu den Themen der Ausschreibung …

Mitmachen_Logo JPEG


English version:

2nd BLOGGER COMPETITION of Naturefriends International-respect: Fair travelling and experiencing the world – Tourists tell their story



We are looking for critical, humorous, controversial, enthralling,… blog entries on the subject of „Fair Travelling“. 

We want to encourage bloggers – and all those who wish to become one – to contribute to this cause with their blog entries, to raise tourists‘ awareness for fair travelling: What did you experience? How do you contribute to fair tourism? How do you envision the future of tourism?


A jury consisting of experts from NFI and the tourism sector will choose the best blog entries, which will then be published  stating the blog name on „tourism_LOG“, NFI’s platform for a critical approach toward tourism. Additionally, you can win mini-breaks and other prizes!



Travel blogs are all the rage  tourists look for information about destinations, hope to get insider’s tips and trust that blogs recount authentic experiences. Especially for tourists who want more than just a beach holiday, travel blogs are a welcome opportunity to become acquainted with the country and its population before the start of a journey. It is especially this wish to learn about  and the respect towards  the destination and the people living there which plays an important role in sustainable tourism!
 Every traveller can make a responsible, conscious choice of tour operator, accommodation and the way of travelling and thus contribute to improving the living conditions of the population in the destination, and keep negative ecological impacts of the journey to a minimum. For years, Naturefriends International (NFI) have been championing ecologically, socio-culturally and economically sustainable tourism, which provides the population in the destinations with economic opportunities.

The topics of the competition …

 


Version française:

2ième CONCOURS DES BLOGUEURS / BLOGUEUSES de l´Internationale des Amis de la Nature-respect: Voyager équitablement et découvrir le monde – Le récit des voyageurs



Nous cherchons: des articles de blogs critiques, amusants, controversés, captivants… au sujet de « voyages équitables ». 

Nous cherchons des blogueurs et des blogueuses – et tous ceux qui souhaitent le devenir – qui nous aident avec leurs blogs à sensibiliser les voyageurs à voyager équitablement: Qu’as-tu vécu toi-même? Quelle est ta contribution au tourisme équitable? Comment vois-tu l’avenir du tourisme? 


Les meilleures articles de blog seront choisis par un jury d’experts et expertes de l’IAN et de l’industrie de voyage et ils seront publiés, indiquant le nom du blog, sur « tourism_LOG », la plate-forme de discussion critique de l’IAN en matière de tourisme. De plus, vous pouvez gagner des escapades et d’autres prix!



Les blogs de voyage connaissent actuellement un véritable boom. Des voyageurs se renseignent sur des destinations possibles, ils cherchent des conseils de connaisseurs et ils comptent sur le fait que les blogueurs et blogueuses racontent leurs expériences authentiques dans les blogs. Surtout pour des touristes qui veulent plus que des vacances à la plage, les blogs de voyage offrent la possibilité de se faire une idée du pays et ses habitants avant le voyage. C’est surtout cette idée, cette connaissance  et le respect envers le pays et les gens qui y vivent  qui est très importante dans le tourisme durable!
 Il revient à chacun de choisir consciemment le voyagiste, l’hébergement et la manière de voyager pour contribuer à l’amélioration des conditions de vie de la population dans le pays et pour minimiser les effets négatifs sur l’environnement. L’Internationale des Amis de la Nature (IAN) s’engage depuis des années pour un tourisme écologiquement, socioculturellement et économiquement durable qui offre des opportunités économiques aux habitants des pays de destination.

Les thèmes du concours …

 

Vom Widerspüchlichen, auf Reisen „authentisches Erleben“ zu suchen – eine selbstkritische Betrachtung

…der schmale Grat zwischen „authentischem Erleben“, Massentourismus-Kitsch und andererseits eher ödem, banalem Alltagsleben ist auch für mich „Tourismusprofi“ oft trickreich und herausfordernd! Dieser Blogeintrag soll ev. nachdenklich stimmen, aber bitte NICHT destruktiv „rüberkommen“: Unsere Welt IST WUNDERSCHÖN!
 (Aber unsere Erwartungen sind komplex und manchmal schwierig zu erfüllen …)

Ich bin ja selbst oft als „Produktentwickler“ und „Reisetester“ für meine eigene Firma in der ganzen Welt unterwegs. Dabei halte ich natürlich ständig Ausschau nach „authentischen Dingen“, nach liebevoll geführten Unterkünften & Restaurants, nach besonderen Menschen und Möglichkeiten zu persönlichen Begegnungen mit der Kultur eines Landes. Ich habe da so eine Art „inneres Radar“ entwickelt, das mich vor „Massentourismus“ warnt und unbewusst immer auf der Suche nach „Besonderheiten“ ist. Auf meiner Reise durch Sri Lanka zum Jahreswechsel 2014/15 wurde mir aber sehr bewusst, auf welch schmalen Grat sich die von uns angebotenen Reisen bewegen und wie fragil unserer Wunsch-Rahmenbedingungen heutzutage auf der Welt sind!

Eine unleugbare Tatsache ist, dass der Alltag eines Großteils der Bevölkerung sich immer ähnlicher wird. Es gleichen sich weltweit viele mittlere Großstädte mit Büros und anonymen Wohnsiedlungen in den Vororten. Die Neubau-Geschäftsstraßen in vielen mittleren Städten Asiens, Afrikas und Südamerikas, geprägt von Garagenmetalltoren-Shops und deren Schildern, sind ebenfalls sehr austauschbar. Beim Reisen ist man eindeutig NICHT auf der Suche nach dieser oben beschriebenen Eintönigkeit, nach diesem „wirklichen“ Leben. Man sucht die „Highlights“, das echte Erleben mit „Einheimischen“. Dieses „echte Leben“ soll aber möglichst nicht schmutzig, vermüllt oder gar geruchsintensiv sein, sondern soll sich möglichst harmonisch und sauber präsentieren und unserer Vorstellung von „natürlich“ entsprechen. Unser verklärtes, westliches Bild vom romantischen, glücklichen „Wilden“ spielt da eine große Rolle, sage ich nun etwas überkritisch …

Als ich heuer zu Jahresanfang in Sri Lanka durch die vielen echten Fischerdörfer entlang der “Traumstrände” nördlich von Negombo spazierte und all die Berge von Plastikmüll, den Gestank der schwelenden Müllfeuer und die sehr ärmlichen Lebensumstände erlebte, merkte ich: „Das ist nicht das Bild, das ich selbst als Tourist von diesem Land suche und mit nach Hause nehmen möchte!“ Bei Reisen in westliche Länder interessiert mich auf meiner Urlaubsreise ja auch eher weniger der “authentische Alltag” der Bevölkerung zwischen Büro, Stau im Berufsverkehr und endlosen Vorstadtsiedlungen!

In Sri Lanka besteht andererseits ein sehr professionell gemachter Tourismus: In den letzten Jahren sind sehr viele so genannte “Boutique-Hotels” inkl. Ayurveda-Behandlungen rund um die Insel aus dem Boden geschossen. Diese umfassen oftmals weit über 100 Zimmer, bieten üppige Abendbuffets und den allabendlichen Auftritt der hauseigenen Hotelband! Finanziert werden/wurden diese Anlagen von Investoren, nicht selten auch aus Singapur oder aus dem Westen. Auch solche Unterkünfte habe ich auf meiner Erkundigungsreise in Sri Lanka kennen gelernt: Für mich als nachhaltigen Reiseveranstalter ist so ein Aufenthalt aber eher ein “Albtraum” als mein “Urlaubstraum”, denn diese Anlagen sehen auf Bali, in Thailand und anderswo völlig gleich aus und sind austauschbar. Ja, und wir bei Weltweitwandern bewegen uns also sehr bewusst und behutsam genau in dem Bereich zwischen diesen “Hotelburgen” des Massentourismus (die ja optisch wunderschön sind und gar nicht mehr nach Burgen aussehen) und dem “zu banalen” oder “zu verschmutzten” Alltag.

Dieses Suchen nach dem “Besonderen” funktioniert auch sehr gut, und wir finden da immer wieder tolle Sachen für unsere Gäste. Unvergessen bleiben uns:
die eine Nacht in einer offenen Wildhüterhütte mitten im Yala-Nationalpark umgeben von den Geräuschen des Urwaldes, die kleine Hotelanlage mit nur 10 Zimmern inmitten von Palmen an einem einsamen Strand im Norden von Sri Lanka.

Foto: Christian Hlade
Foto: Christian Hlade

Unvergesslich auch „unser“ kleines, persönliches Hotel direkt am einsamen Traumstrand im Norden von Sri Lanka, das Bauernhof-Quartier einer inzwischen mit uns befreundeten Familie, das würdevolle, alte Kolonialhotel aus der Zeit der Engländer inmitten der alten Stadt Dandy. Aber auch (das sind die getesteten Unterkünfte, die wir NICHT ins Reiseprogramm aufnehmen werden): Das Boutique-Hotel mit der lauten Band, dem riesigen und lauten Abendbuffet und der doch wunderbaren Lage direkt am Strand, mit dem allabendlichem „Discowummern“ aus 10 verschiedenen Strandbars … Die Nacht in einem reizfreien Privatquartier mit ob des Regenwetters völlig überforderten Gastfamilie …

Mein persönliches Fazit: Es ist gar nicht so einfach, eine optimale Reise zu gestalten. Das ist mir in Sri Lanka sehr, sehr bewusst geworden! Es geht, bedarf aber großer Achtsamkeit, denn der Grat zwischen zu „massentouristisch“ und zu „banal“ ist oft wirklich schmal. Manchmal bewegen wir uns da zugegebenermaßen durchaus in leichten Randbereichen, wir wollen/können ja auch nicht völlig realitätsfern reisen: Ein schönes Boutiquehotel kann eine gute Lösung sein, um am Ende der Reise einige Tage auszuspannen. Ein Besuch bei den Fischern ist spannend, auch wenn es dort viel Plastikmüll zu sehen gibt. All das ist ja auch das „wirkliche“ Leben!

Foto: Christian Hlade
Foto: Christian Hlade

Dazwischen suchen und finden wir aber allerorts zum Glück noch viel schöne, saubere Natur und alte Geschichte und schöne Begegnungen. Gerade unser Natur- und Wanderschwerpunkt erleichtert das ja und so führen wir Gäste immer zu ausgesucht schönen Plätzen. Auf Elefantensafari in der Nähe von Sigirya in Sri Lanka. Ein Kompromiss: In der Hochsaison recht touristisch, aber sehr eindrucksvoll!

… all das Andere gibt´s aber auch und das ist eben auch die Realität auf unserer Welt! … sagt ein ob der Erkundigungsreise auf Sri-Lanka doch nachdenklich gestimmter Christian Hlade.

Über den Blogger: Christian Hlade über sich selbst: Mein Lebensmotto ist: Ich will nie einen „Job“ machen und ich will nie „in Pension gehen“. Ich will jene Dinge tun, die mir und anderen Menschen Freude bereiten und dadurch meinen Lebensunterhalt ermöglichen. Mit „Weltweitandern“ ist mir das bislang recht gut gelungen.

PLATZ 5 UNSERES BLOGGER/INNEN-WETTBEWERBS 2015 „FAIReisen & die Welt entdecken“.
Die Jury-Wertung: 

Dieser Artikel ist aus Sicht eines Reiseveranstalters geschrieben, dennoch beschäftigen diese Fragen sicherlich auch viele IndividualtouristInnen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Reisen.

Die Jury: 
Annemarie Herzog / Chefredakteurin Magazin LEBENSART; Linda Nepicks/ Reiseleiterin & Reisefachfrau Odyssee Reisen; Katrin Karschat, Cornelia Kühhas, Andrea Lichtenecker / Naturfreunde Internationale – respect