Kapverdische Inseln – nachhaltig reisen

Faires Reisen kann die Lebensbedingungen auf den Kapverdischen Inseln verbessern. Wie durch unser Reisekonzept eine nachhaltige Tourismusentwicklung auf den Kapverden ermöglicht werden kann, zeigen wir in diesem Beitrag.

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Fotografieren von Menschen in fremden Ländern – Ein paar Gedanken und Ratschläge zu respektvollem Fotografierverhalten auf Naturfreundereisen nach Senegal

von Ingeborg Pint

Naturfreundereisen sind, soweit möglich, natur- und umweltfreundlich. Ob sie auch menschenfreundlich sind, wird nicht unwesentlich von unserem Fotografierverhalten beeinflusst. Die Bevölkerung Senegals ist TouristInnen gegenüber aufgeschlossen und freundlich, und Fotografieren ist im Allgemeinen unproblematisch; trotzdem sollten fotografierende NaturfreundInnen Regeln des Anstandes und des Respekts beachten.

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Ökotourismus in Sambia: Luxus unter Löwen

von Astrid Därr  [http://www.daerr.net]

Inmitten der weiten Savanne der Busanga Plains im abgelegenen Kafue Nationalpark betreibt Wilderness Safaris das luxuriöse Shumba Camp. Hier stehen nicht nur Begegnungen mit Löwen, Elefanten und Hippos auf der Tagesordnung sondern auch ökologisches Camp-Management und die Bekämpfung der Wilderei. „Ökotourismus in Sambia: Luxus unter Löwen“ weiterlesen

Äthiopien abseits von Touristenwegen

Jeder der schon einmal in die so genannte dritte Welt gereist ist, hat sicherlich bereits einige auf den ersten Blick verwunderliche Reaktionen erlebt, die Reisende hier auslösen können. Oft erregt man allgemeines Aufsehen und steht plötzlich unfreiwillig im Mittelpunkt „Äthiopien abseits von Touristenwegen“ weiterlesen

Nachhaltig unterwegs in Afrika: Beispiele von einer Senegal-Gambia-Tour

Naturfreundereisen in verschiedene afrikanische Länder haben seit etwa 15 Jahren Tradition. Schwerpunktland für die Naturfreunde Internationale (NFI) ist dabei Senegal. Bei all diesen Reisen stand und steht nicht das „Abhaken“ von Natur- und Kulturhighlights im Vordergrund, sondern das sensible Kennenlernen von Land und Leuten und der Naturfreundearbeit, Begegnungen mit Einheimischen, sowie gemeinsame Erlebnisse europäischer und afrikanischer NaturfreundInnen.

Nachhaltigkeitskriterien für Afrikareisen der Naturfreunde

Als Ergebnis dieser langjährigen Erfahrung hat die NFI nun Kriterien erarbeitet, deren Umsetzung bei Afrikareisen empfohlen wird. Selbstverständlich können diese Kriterien auch als Leitlinien und Anregungen für Veranstalter und Einzelreisende außerhalb der Naturfreundebewegung dienen.

Nicht alle Kriterien können auf jede Destination übertragen werden. Dennoch sollte das Bekenntnis zu einer Nachhaltigen Entwicklung und die Notwendigkeit, eine solche Position mit hoher Vorbildwirkung aktiv zu leben, dazu führen, dass Reiseveranstalter versuchen, so viele Kriterien wie möglich zu erfüllen.

Die Kriterien im Detail

© Barbara und Joachim Ernst
Kapokbaum © Barbara und Joachim Ernst

Das Wesentliche in Kürze

Nachhaltiges Reisen beginnt mit der Vorabinformation an die ReiseteilnehmerInnen: es versteht sich von selbst, dass die europäische Reiseleitung Information über Land und Leute, über Reise- und Sprachführer, Bücher afrikanischer Autoren, über die Organisationen im besuchten Land, sowie Material über soziale und politische Gegebenheiten des Ziellandes zur Verfügung stellt.

Ebenso selbstverständlich ist es, dass die An- und Abreise so umweltfreundlich wie möglich gestaltet wird: Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zum/vom Flughafen, Sensibilisierung für CO2-Kompensation der Flugreise, nach Möglichkeit auch sanfte Mobilität im Reiseland.

Ein wichtiger Faktor ist die Auswahl der Unterkünfte und Restaurants, die regionstypisch und möglichst umweltfreundlich und sozial verträglich geführt sein sollen.

Bei Naturfreundreisen nach Senegal kommt dabei der Nutzung des Naturfreundehauses in Petit Mbao bei Dakar eine wichtige Rolle zu.

Es ist klar, dass die europäischen ReisebegleiterInnen darauf achten, MittlerInnen zu sein zwischen den europäischen Reisenden und den FreundInnen im besuchten Land und dass sie auch mit gutem Beispiel voran gehen, z. B. hinsichtlich dem Land entsprechender Kleidung und Fotografierverhalten.

Besonders wichtig ist auch das Programm solcher Reisen: der Schwerpunkt der Besuche und Besichtigungen liegt auf regions- oder landestypischen Spezifika, wie z.B. Initiativen der Zivilgesellschaft, Entwicklungs- oder Umweltprojekte, Naturschutz, Frauenförderung etc. Die Reiseprogramme werden deshalb gemeinsam von europäischen und afrikanischen Partnern ausgearbeitet.

Programmhighlights einer Senegal-Gambia-Tour

Im November 2013 wurde zum ersten Mal mit einer internationalen Gruppe Gambia, in Verbindung mit Senegal, besucht. Anhand einiger Beispiele aus dieser Reise, die ich wie viele Touren begleitet habe, möchte ich die Programmgestaltung solcher Reisen veranschaulichen. So haben wir unter anderem die nachstehenden Einrichtungen besucht und dabei Gelegenheit gehabt, uns mit Verantwortlichen und Betroffenen auszutauschen.

Partizipatives Nationalparkmanagement – die Dörfergemeinschaft im Nationalpark Djoudj

Im Norden Senegals, ca. 80 km von der Stadt Saint-Louis entfernt, erstreckt sich über 16 000 der Nationalpark Djoudj, das drittgrößte Vogelschutzgebiet der Welt und bekannt als Überwinterungsgebiet für 360 europäische Vogelarten. Zum Zeitpunkt der Gründung des Nationalparks im Jahr 1971 wurden sieben Dörfer an den Rand des nunmehrigen Schutzgebietes umgesiedelt, nicht ohne Konflikte mit den BewohnerInnen. In den darauffolgenden Jahren wurde nach Konfliktlösung gesucht und schließlich die „Association Intervillageoise des 7 villages de la périphérie du Parc National des Oiseaux du Djoudj – A.I.V.D.“ (Zusammenschluss der 7 Dörfer an der Peripherie des Nationalparks) gegründet. Die Nationalparkabteilung des senegalesischen Umweltministeriums ist seither bestrebt, eine Politik des partizipativen Parkmanagements umzusetzen, um so die Bevölkerung in den Schutz des Parks einzubeziehen und durch Schaffung von Einkommensmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer sozioökonomischen Situation beizutragen. So wurde zum Beispiel der junge Mann, der uns bei unserer Exkursion begleitete, im Sinne dieses partizipativen Ansatzes als Ökoguide ausgebildet; die Frauen, die uns im parkeigenen „Shop“ stolz ihre handwerklichen Produkte zeigten, erhalten 80% des Verkaufserlöses. Ergänzend werden die DorfbewohnerInnen in Kursen für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Handwerk und Kultur und verantwortungsvollen Tourismus sensibilisiert – all dies unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigen Entwicklung der Region. Dabei spielt das Campement Njagabaar, ein Touristencamp mit Restaurant, eine wichtige Rolle, das sich, am Eingang zum Park gelegen, dem nachhaltigen Tourismus verschrieben hat und dies auch in einer Charta definiert.

Zielsetzungen, Angebote und Preise unter: http://www.djoudjvillages.sn/

Plan Djoudj © Barbara und Joachim Ernst
Plan Djoudj © Barbara und Joachim Ernst
© D. Bührer
Charta Djoudj © D. Bührer

Artenschutz als Anliegen im nachhaltigen Tourismus – das „Schildkrötendorf“ in Noflaye

35 km nordöstlich von Dakar liegt das Dorf Noflaye, das durch das dort ansässige „Schildkrötendorf“ (Village des tortues) Bekanntheit erlangt hat. Im Rahmen des Programms SOS Sulcata, das von der französischen Fachorganisation SOPTOM mit betreut wird, hat man es sich hier zum Ziel gesetzt, vom Aussterben bedrohte Schildkrötenarten zu schützen. Vor allem handelt es sich dabei um die Spornschildkröte (Centrochelys sulcata). Das Zentrum erhält immer wieder Exemplare aus privatem Besitz, die vernachlässigt, zu wenig oder zu viel gefüttert wurden und in schlechtem Zustand sind. Ein engagiertes junges Team von Fachleuten und Freiwilligen nimmt sich ihrer an, untersucht und pflegt sie nach wissenschaftlichen Kriterien und bereitet sie auf ihre Wiedereinsetzung in ihrem ursprünglichen Lebensraum im Ferlogebiet in Nordsenegal vor. Zuletzt wurde dort im Jahr 2011 eine Gruppe ausgewildert, nachdem eine erste bereits 2006 erfolgreich wieder eingesetzt und einem laufenden Monitoring mit Hilfe von Transmittern unterzogen wurde. Bemerkenswert sind auch die Sensibilisierungsmaßnahmen, die über das Programm SOS Sulcata für Kinder und Jugendliche im Ferlo durchgeführt werden.

Adresse und Kontakt: Noflaye, km 12, Route de Bambilor, BP 655 Rufisque, Senegal

© Barbara und Joachim Ernst
Schildkröten mit Pfleger in Noflaye © Barbara und Joachim Ernst

Energie aus Biomasse – das Engagement der Firma GreenTech in Gambia

Berge von Erdnussschalen säumen den Zugang zur Firma GreenTech, die von einem engagierten gambisch-deutschen Unternehmerpaar geleitet wird, auf dessen Initiative auch die Firmengründung zurückgeht. Hier versucht man, im Rahmen eines nach kommerziellen Kriterien arbeitenden Unternehmens, Lösungsansätze zur Armutsbekämpfung sowie zur Linderung der Energie- und Umweltprobleme in Gambia anzubieten.

Es geht dabei um die Produktion von Briketts aus Biomasse, konkret aus Erdnussschalen, die sonst auf dem Müll landen würden. Die Briketts können im Haushalt, in der Gastronomie, der Industrie, der Lebensmittelverarbeitung etc. eingesetzt werden. Die Brikettpresse kommt aus Dänemark, die Arbeitskraft aus Gambia. In einer firmeneigenen Küche wird für das Personal gekocht, selbstverständlich unter Verwendung lokaler Produkte.

Ergänzend werden von dem Unternehmen Kocher angeboten, die lokal produziert werden und deren spezielle Bauweise die Energieeffizienz der Briketts erhöht. Die Geräte sind einfach zu bedienen und es gibt kaum Rauchentwicklung.

© Barbara und Joachim Ernst
Sparkocher © Barbara und Joachim Ernst

Förderung von Kleinunternehmen im Tourismus – der Verein ASSET (Association of Small Scale Enterprises in Tourism)

Der Verein wurde im Jahr 2000 mit dem Ziel gegründet, kleine im Tourismus tätige Betriebe zu unterstützen, die sonst kaum Chancen haben, sich gegenüber den im Massentourismus operierenden Großunternehmen zu behaupten. ASSET hilft z.B. beim Abschluss von Versicherungsverträgen, Kontakten mit Tourenveranstaltern etc. Arbeitsplätze für Kunsthandwerker und ein Shop sind derzeit am Vereinssitz im Entstehen; ASSET bietet auch Kurse an, in denen sich VertreterInnen kleiner Tourismusbetriebe zusätzliche Qualifikation verschaffen können. Die Seele des Ganzen ist das Restaurant „Bantaba“, was so viel heißt wie „Dorfplatz mit Palaverbaum“. Hier wird traditionell und preiswert gekocht und eine Atmosphäre geschaffen, die uns als umwelt- und menschenfreundliche Reisende sehr angesprochen hat.

© Barbara und Joachim Ernst
Asset Bantaba © Barbara und Joachim Ernst

Reisende unterstützen Projekte afrikanischer Naturfreunde und ihrer Partner

Zu den Kriterien nachhaltigen Reisens gehört für NaturfreundInnen auch, zur Umsetzung von Projekten ihrer afrikanischen FreundInnen beizutragen. So war ein absoluter Höhepunkt unserer Senegal-Gambia-Tour die Eröffnung eines Kinderhortes in der Nähe der senegalesischen Stadt Saint-Louis, der durch die tatkräftige Unterstützung von deutschen Naturfreundegruppen errichtet wurde und noch durch verschiedene Zusatzeinrichtungen ergänzt werden soll (Alphabetisierungskurse für Frauen, Werkstätten etc.). Federführend dabei waren die Naturfreunde aus Rastatt und Saint-Louis.

Kontakt: Uschi Böss-Walter, Naturfreunde Rastatt, boess-walter@t-online.de

© Barbara und Joachim Ernst
St. Louis © Barbara und Joachim Ernst

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Mag. Ingeborg Pint ist diplomierte Dolmetscherin für Französisch und war von 1992 – 2006 Projektkoordinatorin für „Landschaften des Jahres“ der Naturfreunde Internationale (NFI). Derzeit ist sie ehrenamtliche Afrika-Referentin der NFI und als solche für die kontinuierliche Betreuung der afrikanischen Naturfreunde-Organisationen zuständig. Seit 2004 begleitet sie regelmäßig Projektreisen der Naturfreunde nach Senegal und fallweise nach Togo. Darüber hinaus ist sie Ansprechpartnerin für deutschsprachige Naturfreunde(gruppen), welche Reisen in afrikanische Länder planen, in denen die NFI Mitgliedsorganisationen hat.

Seit September 2013 freuen wir uns außerdem, Ingeborg zu unseren StammautorInnen zählen zu dürfen.

Kontakt: i.pint@aon.at

Die NFI hat für Projekte der afrikanischen Naturfreunde-Organisationen einen eigenen Spendenfonds eingerichtet. Auf www.nf-int.org/afrika finden sich jeweils die aktuellen Projekte, die wir mit Eurer Hilfe unterstützen wollen. Danke!

Südafrika einmal anders: Sümpfe, Seen und Schildkröten

Der iSimangaliso Wetland Park zwischen St. Lucia und der mosambikanischen Grenze im Norden von KwaZuluNatal verbindet unterschiedliche Lebensräume wie Grasland, Savanne, Küstenwälder, Mangrovensümpfe, Dünen, Sandstrände und Korallenriffe in einem einzigen Schutzgebiet.

Suedafrika, Daerr4
© Astrid Därr

Die Sterne funkeln über uns, als wir in völliger Dunkelheit barfuß über den weiten Sandstrand von Bhanga Nek im Kosi Bay Naturreservat wandern. Aus dem dichten Küstenwald, der sich direkt hinter den Stranddünen ausbreitet, tönt das Konzert der Zikaden bis zum Indischen Ozean. Konzentriert beobachten wir die sanften Wogen, in Erwartung, dass sie einen Schatten an den Strand spülen, der sich nach oben zu den Dünen bewegt. Schon etwa eine Stunde halten wir in Begleitung eines Rangers Ausschau nach Karett- und Lederschildkröten, die im südafrikanischen Sommer zwischen Mitte November und Mitte Februar an diesem Küstenabschnitt zwischen St. Lucia und der mosambikanischen Grenze ihre Eier am Strand ablegen. Und plötzlich ist es so weit: Eine etwa 1,50 m lange Karettschildkröte mit ihrem glatten, nach hinten spitz zulaufenden Panzer hinterlässt eine breite Schleifspur als sie über den Strand aufwärts kriecht. Am Rande der bewachsenen Küstendünen angekommen, beginnt sie mit den kräftigen Vorderflossen zu graben. Erstaunlich schnell ist ein ca. 60 cm tiefes Loch ausgehoben, in das die Schildkröte völlig geräuschlos etwa 80 golfballgroße Eier ablegt. Nach der Eiablage beginnt die schwerste Arbeit für die Schildkrötenmama: Mit den wie Schaufeln geformten Hinterflossen schiebt sie Sand links und rechts in die Mulde und knetet diesen wie einen Kuchen durch. Mit rudernden, sehr langsamen Bewegungen manövriert sie scheinbar unbeholfen im Sand herum und wir können uns kaum vorstellen, dass sie es selbst schaffen wird, das Loch zu befüllen und ihren massigen Panzer daraus zu befreien. Doch nach etwa drei Stunden hat sie es vollbracht und das Nest komplett bedeckt. Sichtlich erschöpft kriecht sie über den Strand Richtung Meer und verschwindet in den Wellen. Sofern nicht ein Honigdachs oder eine Ginsterkatze das Nest plündert, werden in etwa zwei Monaten winzige Schildkröten ausschlüpfen und den gefährlichen Weg zum Wasser antreten. Wegen der kleinen Überlebenschance von 2:1000 legt jede Schildkröte zur Saison mehrere Nester mit bis zu 150 Eiern am von Rangern überwachten Strandabschnitt im Kosi Bay Reservat an.

© Astrid Därr
© Astrid Därr

Das Kosi Bay Naturreservat in KwaZuluNatal schützt ein System aus vier, durch Kanäle miteinander verbundenen, Seen an der Kosi-Mündung. Neben der Schildkrötenbeobachtung kann man im Reservat auch Fische und, bei Boot- und Kanufahrten auf dem wilden Seensystem, seltene Vögel wie die große Pel-Fischeule oder den Palmgeier, der sich von den Früchten der heimischen Raffia-Palme ernährt, beobachten.
Kanutrips auf den Seen und Kanälen sowie Turtle Tracking Touren gehören zum Programm der Kosi Forest Lodge, deren auf Holzdecks gebauten Bungalows sich im seltenen Sandwald verstecken.

Das Kosi Bay Reservat ist die nördlichste Station einer Tour durch den St. Lucia Wetland Nationalpark, der 2007 den Zulu-Namen iSimangaliso Wetland Park erhielt. Der drittgrößte Nationalpark Südafrikas erstreckt sich über 220 km entlang der Küstenlinie des Indischen Ozeans, von Kosi Bay im Norden bis zum Mündungsgebiet des Lake St. Lucia im Süden. Er umfasst drei große Seensysteme (Kosi Bay, Lake St. Lucia, Lake Sibayi) und stellt fünf zusammenhängende Ökosysteme unter Schutz: Die Wasserwelt des Indischen Ozeans mit den südlichsten Korallenriffen Afrikas, Meeresschildkröten und der größten Population der kuriosen Quastenflosser (Coelacanthiformes); die Eastern Shores (östlicher Küstenbereich) mit weiten Grassavannen, Feuchtgebieten und den bis zu 180 m hohen, bewaldeten Küstendünen; der Lake St. Lucia mit seinem Kanalsystem im Süden; die Mkuze Sümpfe am nördlichen Ende des Lake St. Lucia mit ausgedehnten Papyrus-Sumpfland sowie die trockene Dornbuschsavanne der Western Shores (westlich des Lake St. Lucia).

© Astrid Därr
© Astrid Därr

Bevor der Nationalpark 1999 zum ersten UNESCO-Weltnaturerbe in Südafrika ernannt wurde drohte diesem einzigartigen Naturraum jedoch fast die Zerstörung: Die Jahrtausende alten Küstendünen und der sandige Boden enthalten Titaneisen, weshalb sich die Landschaft in ein großes Abbaugebiet verwandeln sollte. Dank der Proteste von Naturschützern entschied man sich schließlich für die Einrichtung eines Nationalparks und zur Förderung des Ökotourismus an diesem Küstenstreifen zwischen Mosambik und St. Lucia. Jenseits der Küstendünen, im Hinterland mit seinen Mangrovensümpfen, Riedgrasflächen, Savannen und Wäldern, leben heute wieder Elefanten, Nashörner, Büffel, Wildhunde, Geparden, Gnus, Zebras, Giraffen u.v.m. Außerdem finden Vogelliebhaber im Nationalpark die größte Artenvielfalt in ganz Afrika.

Heute bietet der St. Lucia Wetland Park nicht nur endlose Sandstrände zum Baden, Angeln, Schnorcheln und Tauchen in St. Lucia, Cape Vidal und Sodwana Bay, sondern auch interessante Wildtierbeobachtungen.

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Astrid Därr ist freie Reisejournalistin und Redakteurin. Sie veröffentlichte bereits mehr als zehn Reiseführer und -bildbände in verschiedenen Verlagen. Seit 2005 ist sie zudem als Reiseleiterin für Trekkinggruppen tätig.
2012 nahm Astrid bei der NFI-Fotomeisterschaft zu dem Thema „Nachhaltiger Tourismus“ teil, und belegte in der Kategorie „Nachhaltiger Tourismus in Entwicklungsländern“ den 4. Platz.

Wir bedanken uns sehr herzlich für ihren Beitrag zu unserem tourism_LOG!