Community Based Tourism als Zukunftschance für junge Menschen in Gambia | Community Based Tourism – Creating opportunities for young people’s future in The Gambia

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Gambia gehört zu den weltweit am wenigsten entwickelten Ländern. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Tourismus. 60 Prozent der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt, die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Armut und fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten sind einer der Hauptgründe, warum immer mehr – vor allem junge – Menschen das Land verlassen.

Die Initiative Youth Empowerment Project (YEP) möchte die Zukunftschancen insbesondere für junge Menschen im Land verbessern. YEP verfolgt einen marktorientierten Ansatz und zielt darauf ab, die bestehenden Systeme, Strukturen und Dienstleistungen der Jugendförderung zu stärken, um Arbeitsplätze zu schaffen. Ziel ist es, die Fähigkeiten der Jugendlichen entsprechend den Marktanforderungen zu verbessern. Das Projekt bietet Jugendlichen, die an einem Einstieg in die gewerbliche Landwirtschaft, in den Dienstleistungssektor oder in den Tourismus interessiert sind, neue Berufschancen und damit Zukunftsperspektiven.

Ein Schwerpunkt ist die Ausbildung von jungen Frauen und Männern als „Community Based Tourism TrainerInnen“. ISATOU FOON ist die erste junge Frau, die diese Ausbildung erfolgreich absolviert hat. Im Interview spricht sie über ihre Motivation und ihre Ziele:

Ich bin Isatou Foon, 23 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich in Janjanbureh, in der „Central River Region“ in Gambia. Ich habe ein Diplom in Informatik und auch eine Ausbildung in Kommunikationswissenschaft abgeschlossen. Ich bin die weibliche Vertreterin unseres regionalen Jugendausschusses – und eine Feministin.

Warum bist du Community Based Tourism (CBT)-Trainerin in Janjanbureh geworden? Und was genau ist die Aufgabe einer CBT-Trainerin?
Ich bin CBT-Trainerin geworden, weil ich mich in der Jugendarbeit engagiere und weil ich die Arbeit mit den Dorfgemeinschaften liebe; auch als Reiseleiterin habe ich schon einiges dazu beigetragen. Als CBT-Trainerin möchte ich den Kommunen die Bedeutung und Auswirkungen des Tourismus aufzeigen, und welche Vorteile er für sie bringen kann.

Photo: YEP/Isatou Foon

Du warst Teil des Teams, das die CBT-Pilotprojekte in Jamali und Tabanani initiiert hat. Worum geht es bei diesen Projekten? Kannst du den Ablauf des Projektes skizzieren? Und was genau ist deineprice a prodcut Aufgabe?
Das Projekt zielt in erster Linie darauf ab, Jobs für junge Menschen zu schaffen; aber es geht noch weiter: Es werden Frauen und Männer gleichermaßen einbezogen, wir entwickeln Community Based Tourism so, dass die gesamte Gemeinschaft von den Einnahmen profitiert. Wir haben junge Menschen als ReiseleiterInnen ausgebildet; Köche wurden geschult, um die Gäste während der Touren gut zu verpflegen; wir haben auch KünstlerInnen eingebunden, um ihnen die Möglichkeit haben, ihre Produkte im Rahmen der Touren zu präsentieren; die TeilnehmerInnen wurden auch darin geschult, ihre Produkte zu vermarkten und auch die Buchhaltung zu führen.
Im Mittelpunkt der Schulungen stehen die 3 C – confident, clear, caring (selbstbewusst, klar, einfühlsam) und die 3 S – saftety, story, service (Sicherheit, Geschichte, Service).

Photo: YEP/Isatou Foon

Haben die Projekte schon etwas in der Region bewirkt bzw. verändert? Gibt es schon erste Erfolge zu verzeichnen?
Wir haben tatsächlich etwas geschafft, was vorher nicht möglich war: Junge Frauen – zwei aus Jamali und zwei aus Janjanbureh – arbeiten, mit Unterstützung ihrer Familien, als Reiseleiterinnen! Und wir sehen auch, dass junge Menschen in ihren Dörfern bleiben, weil sie durch den Tourismus Zukunftschancen für sich sehen.

Photo: YEP/Isatou Foon

Du bist die erste Frau, die CBT-Trainerin ist. Wie können Frauen deiner Meinung nach zu einer nachhaltigen Entwicklung des Tourismus in Gambia beitragen? Und wie siehst du deine Rolle?
Als erste weibliche CBT-Trainerin kann ich die dörflichen Gemeinschaften unterstützen, die bisherigen Erfahrungen mit dem Tourismus zu nutzen und Einkommen zu schaffen.
Ich bin stolz darauf, dazu beizutragen, dass andere junge Männer, Frauen und die Menschen in den Dörfern mehr über den Tourismus in meinem Land erfahren.

Foto: YEP/Isatou Foon

Wenn du 5 Jahre in die Zukunft blickst: Wie glaubst du, sieht der Tourismus hier in der Region aus? Und was wird dein Beitrag sein?
In fünf Jahren kann ich sehen, dass sich viele Dorfgemeinschaften durch das Einkommen, das sie aus dem Tourismus generieren, gut entwickeln und dass auch die Menschen nicht mehr vom Land in die Stadt flüchten müssen, weil sie in ihren Dörfern keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Mein Beitrag dazu wird mein unermüdlicher inspirierender Geist sein, mehr junge Menschen, insbesondere Frauen, in Community Based Tourism einzubinden, um den Gemeinschaften zu helfen.

Mehr über die Trainings von YEP

JustAct Gambia

 

ENGLISH

Community Based Tourism – Creating opportunities for young people’s future in The Gambia

The Gambia remains on the list of least developed countries. It has a small economy that relies primarily on agriculture and tourism. While about 60% of the population is under the age of 25 years, there are high levels of youth unemployment and underemployment. Poverty and lack of employment opportunities are among the major reasons driving an increasing number of people to leave the country.

The Youth Empowerment Project (YEP) aims to improve future opportunities, especially for young people in the country. YEP takes a market-led approach and sets out to strengthen existing youth development systems, structures and services to create employment opportunities. It aims to scale up skills among youth in the workforce in response to market demands. The project offers young people interested in entering commercial agriculture, the service sector or tourism new career opportunities and thus future prospects.

One focus is the training of young women and men as „Community Based Tourism Trainers“. ISATOU FOON is the first young woman to successfully complete this training. In this interview she talks about her motivation and her goals:

I am Isatou Foon, 23 years old and I was raised in the town of Janjanbureh, in the central river region in The Gambia. I have a diploma in computing and a certificate in communication skills. I am the female representative of our regional youth committee and a feminist.

Why have you become a CBT trainer in Janjanbureh? What does a CBT trainer do?
I have become a CBT trainer because I am active in youth work and I love working with communities – being a tour guide also contributed a lot. As a trainer, I help to educate the communities on the importance, effects and benefits of tourism.

Foto: YEP/Isatou Foon

You were part of the team who initiated the first CBT projects in Jamali and Tabanani. What were the projects focused on? Can you explain the different steps? And what is your job in this context?
The project focuses on young people in order to create jobs for them, but it doesn’t stop there. We include both women and men and we develop CBT in a way that the whole community benefits from its income:

  • We trained young people as tour guides.
  • We trained cooks to prepare food during tours.
  • We also trained artisans who will always be ready to showcase their products along with the story behind it.
  • We informed the participants about the 3C’s (being confident, clear, caring) and the 3S’s (safety, story and service).
  • We helped them to set prices for their products and educated them about book keeping.
Photo: YEP/Isatou Foon

What has changed for the better in the region due to the projects? Can you share some success stories?
After some time, we achieved something that has never been accomplished, which is having girls being guides: We have two girls from Jamali and two from Janjanbureh with the support from their families. We also see young people who are willing to stay in their communities because of the potentials they realise they have in their villages because of tourism.

Photo: YEP/Isatou Foon

You are the first female CBT trainer. What is your role? What role do women play in tourism – also regarding their contribution towards a sustainable development in The Gambia?
Being the first female CBT trainer, I can help communities take ownership of the tourism experiences they created and to create income. I am proud to contribute to the knowledge about the tourism sector in my country of other young men, women and villages.
Women play an important role in tourism in different ways: They are either tourism instructors, tour guides, service providers such as artisans and part of entertainment groups.

Foto: YEP/Isatou Foon

How does the local tourism look in five years? What will be your contribution?
Five years from now, I can see a lot of communities being developed by the income they generate from tourism and also no more rural urban migration because of employment opportunities. My contribution towards this will be my never-ending inspiring spirit to help more young people, especially women, to develop CBT to help communities.

More information about YEP and the training

JustAct Gambia

 

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