Day 5: FAIRtravelling – Landscape of the Year Senegal/The Gambia

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Another highlight of the trip: The Kankurang-Festival in Janjanbureh. The whole city is busy and that night the opening ceremony takes place. This festival is happening again after a long break thanks to the “Landscape of the Year” and the goal is to re-establish the festival in Janjanbureh long-term. We are warmly welcomed and are brought to our designated places. The maskarades of the Kankurang are an intangible cultural UNESCO-heritage since 2008. Omar Jammeh, director of the Naturefriends partner organisation “Just Act”, thinks this is fantastic: „It is important that the cultural traditions of the region are not lost and the youth continues to care for them. We are happy that even young people can act as guides to the cultural heritage of the country and the region.“

Manfred Pils, President of Naturefriends International, took part in the festival. Here is what he experienced:

„Also in The Gambia 800 people came to the Kankurang festival in Janjanbureh. The masks and their meaning were now easier to understand, especially since there is a museum about the culture behind the masks right next to the fairgrounds. After the regime change last year, The Gambia is on its way towards democracy. The civil society is just starting to develop – so it was not easy to find partners for the Landscape of the Year. Thus, the large crowd at the festival was even more special. One of the priorities within the Landscape of the Year is the development of community based tourism – a tourism which creates income for the local people. This country should be able to achieve this: The Gambia River is a big lifeline with many nature reserves where wildlife such as chimpanzees, crocodiles or hippos can be found.“

© D. Banspach, G. Henn

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Ein weiterer Höhepunkt der Reise: das Kankurang-Festival in Janjanbureh. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, gegen Abend findet die Eröffnungsfeier statt. Das Festival verdankt seine Wiederbelebung, nach langer Pause, dem Projekt „Landschaft des Jahres“ und soll wieder dauerhaft in Janjanbureh verankert werden. Wir werden sehr freundlich zu den Ehrenplätzen geleitet. Die Maskentänze des Kankurang sind seit 2008 immaterielles Kulturerbe der Unesco – großartig, findet Omar Jammeh, Direktor der Naturfreude-Partnerorganisation „Just Act“: „Es ist wichtig, dass die kulturellen Traditionen der Region nicht verloren gehen und die Jugend sie weiter pflegt. Deshalb bilden wir auch junge Leute aus, als Guides für das kulturelle Erbe des Landes und der Region tätig werden zu können.“

Manfred Pils, der Präsident der Naturfreunde Internationale, war bei der Eröffnung der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia dabei. Hier sein Bericht:
„Auch zum Kankurang Festival in Janjanbureh in Gambia kamen etwa 800 Menschen, nun verstehen wir die Masken und ihre Bedeutung schon besser, auch weil es gleich neben dem Festplatz ein Museum zu dieser Maskenkultur gibt. Nach dem Regimewechsel vor einem Jahr befindet sich Gambia in Aufbruchsstimmung in Richtung Demokratie. Die Zivilgesellschaft ist gerade im Aufbau – deswegen war es gar nicht leicht, für die Landschaft des Jahres Kooperationspartner zu finden. Umso schöner die große Anzahl Beteiligter an der Festveranstaltung. Einer der Schwerpunkte der Landschaft des Jahres ist der Aufbau eines gemeindebasierten Tourismus, also eines Tourismus, der Einkommen für die lokale Bevölkerung schafft. Das Land hat alle Voraussetzungen dazu: Der Gambia River ist eine gewaltige Lebensader, hier gibt es viele Naturschutzgebiete, in denen Wildtiere wie Schimpansen, Krokodile oder Flusspferde leben.“

Und hier ein Bericht von Gernot Henn (Deutschland):
„Es ist Dienstag, 16.1.2018, und der 6. Tag unserer Reise. Nach einer wunderschönen Fluss-Schifffahrt auf einer rustikalen Holzpiroge hatten wir am Abend zuvor die gambische Stadt Janjangbureh (vormals Georgetown) erreicht. Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Tage war das Baobolong Camp in der Nähe der Fähre zum Nordufer.
Die Zimmer sind sauber und es gibt fließendes Wasser im Bad. Mein Schweizer Zimmerkollege und ich sind happy. Wie bereits zuvor ist auch in Janjangbureh die Herberge nicht in der Lage, die 40-köpfige Gruppe aufzunehmen, sodass einige im Haus des Gouverneurs und eine weitere Gruppe in den Unterkünften einer regionalen Bildungsstätte untergebracht werden.

Janjangbureh mit etwa 4000 bis 5000 Einwohnern macht auf mich einen etwas verschlafenen Eindruck. Keine der Straßen im so genannten Zentrum ist asphaltiert, die Gebäude sind in der Regel einstöckig und unterscheiden sich kaum von denen in den umliegenden dörflichen Siedlungen. Der Ort liegt auf der mitten im Fluss gelegenen McCarthy Insel und war lange Zeit neben dem ca. 300 Kilometer flussabwärts gelegenen Banjul (Hauptstadt Gambias) die zweitwichtigste Stadt.

Heute finden die großen Feierlichkeiten des Kankurang Festivals statt, zu denen wir am Nachmittag eingeladen sind. Der Hauptprogrammpunkt für den Tag. Zuvor stehen ein Ortsrundgang mit Besuch des historischen Sklavenhauses und des am Ortsrand gelegenen Heimatmuseums auf dem Programm. Doch bevor wir unsere Unterkunft an dem Morgen verlassen, findet noch eine große Geldumtausch-Aktion im Innenhof an einem eigens dafür aufgestellten Tisch statt. Wir tauschen senegalesische CFA gegen gambische Dalasi. Der Geldwechsler, ein Ortsansässiger, kommt mit einem alten zerfledderten Kunststoff-Einkaufsbeutel prall gefüllt mit Geldscheinen. Er setzt sich an den Tisch, nimmt den Beutel zwischen die Oberschenkel und wir stellen uns in gewohnter Manier in einer Schlange auf, um einige große CFA Scheine gegen ein riesiges Bündel Dalasi Scheine zu tauschen. Danach sitzen alle am großen Tisch, sortieren und zählen hochkonzentriert die vielen unbekannten und teilweise bis zur Unkenntlichkeit zerfledderten Geldscheine. Ein geniales Fotomotiv. Ich vertraue, im Glauben an das Gute, unserem Wechselbeamten und schiebe das dicke Bündel in mein Reiseportmonnaie.

Der lokale Führer holt uns ab zum Dorfrundgang. Ich bin begeistert, denn zum ersten Mal auf der Reise kann ich die Landessprache verstehen. In Gambia wird Englisch gesprochen (die Amtssprache). Ein gewaltiger Unterschied zum Reisen in Senegal, wo ich immer auf die Übersetzung aus dem Französischen angewiesen war. Endlich kann ich die Hinweisschilder lesen und mit den Menschen in den Orten kommunizieren. Es ist eine große Bereicherung, wenn man in der Lage ist, mit den Einheimischen in einem besuchten Land zu kommunizieren, insbesondere mit den Kindern.
Das Sklavenhaus ist ein desolater Ziegelbau, dem Verfall preisgegeben und unser Führer berichtet, dass im Keller dieses Gebäudes die Sklaven eingesperrt waren, bevor sie auf Schiffen flussabwärts nach Banjul transportiert wurden, um von dort weiter nach Europa und Amerika verkauft zu werden. Größere Sammellager waren auf umliegenden Flussinseln eingerichtet, die eine Flucht der Gefangenen einfacher zu vereiteln vermochten. Wir erhalten detaillierte Informationen über die Zeit des Sklavenhandels und dem unwürdigen Umgang mit diesen Menschen. Es gibt keine zuverlässigen Erhebungen über die Anzahl der von hier deportierten Sklaven.
Beim Durchqueren des Ortes über die sandigen und bei jedem Fußtritt Staub aufwirbelnden Straßen, sehen wir selbst hier bereits vereinzelte Relikte der modernen Zivilisation in Form von Satellitenschüsseln, die teils neben offenen Ziegenställen, teils an strohgedeckten Lehmhütten unfachmännisch angebracht sind.
Das Museum am Ortsrand beschäftigt sich mit der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung (Mandinka, Fula, Wollof und Mansuanka) und deren Rituale und Traditionen. Hier wird uns auch der Begriff KANKURANG erklärt, dem das anstehende Festival gewidmet ist. Es handelt sich um einen Maskentanz als Teil eines Initiationsrituals in der westafrikanischen Region Senegambia. (Unter Initiation versteht man in diesem Zusammenhang die Beschneidung und anschließende Aufnahme der Knaben in die Gesellschaft der Männer. Die Beschneidung von Mädchen ist offiziell verboten in Gambia und auch im Senegal.)

Nach dem offiziellen Festprogramm war die Eröffnungszeremonie für 16h30 (also bei Tageslicht) geplant, doch aus sicherlich wichtigen Gründen verzögert sich die Eröffnung  bis zum Anbruch der Dunkelheit. Wir als privilegierte Ehrengäste können die Wartezeit unter einem schattigen Vordach verbringen. Dann beginnt allmählich das Festival. Tänzer und Musiker erscheinen auf dem Platz.
Es gibt verschiedene Masken. So ist  z.B. ein Tänzer komplett in ein Kleid von Mahagoniästen und Blättern gekleidet. Ein anderer ist ganzkörper-bedeckt mit der geschredderten Rinde des „Camel Foot Tree“. Ein weiterer trägt ein Muschelkleid und einen präparierten Ziegenkopf. Die Tänzer sehen angsteinflößend aus und treten zunächst einzeln, später auch paarweise mit rhythmischen, ekstatischen Tanzbewegungen auf. Sie werden jeweils von einer lautstarken Gruppe von Trommlern mit Trillerpfeifen begleitet. Dadurch, dass sich das Ganze jetzt in der Dunkelheit abspielt, und die aufgestellten Scheinwerfer lange Schatten der Tanzenden über den staubenden Boden werfen, erhält das Ganze einen verstärkt mystischen Ausdruck. Die Gesichter der Tänzer sind nicht zu erkennen hinter der Maskerade. Es wurde uns berichtet, dass die Identität der Tänzer ein Geheimnis ist und jedem, der versuchen sollte dieses Geheimnis aufzudecken, Schreckliches widerfahren werde.
Selbstverständlich gibt es auf der Ehrentribüne eine große Anzahl von hochrangigen Gästen, die festlich gekleidet auch alle im Anschluss an die Eröffnungsrede des Gouverneurs der Central River Region ihre Ansprachen halten. Dazu gibt es ein Mikrofon und eine Lautsprecheranlage, die von einem jungen „Techniker“ betreut wird, im klassischen DJ-Outfit mit verkehrt sitzender Baseball Cap und Hosenbund auf Halbmast.  
 
Unter anderem sind folgende Gäste unter den RednerInnen: der Vorsitzende des Organisationskomitees, die Frauenbeauftragte der Region, der Vorsitzende des Ältestenrates,ein Repräsentant der Landesjugend, die Repräsentantin von Gambischen Jugend Entwicklungsprojekten, der Vertreter des nationalen Zentrums für Kunst und Kultur, die Vertreterin des zentralen Tourismus Verbands und nicht zuletzt Manfred, unser Präsident der NFI. Alle Rednerinnen und Redner hatten sich offensichtlich gut vorbereitet und wie es ihrer Mimik und Gestik bei ihren Reden im grellen Scheinwerferlicht abzulesen ist, haben alle auch etwas Wichtiges zu sagen mit Inhalten, Botschaften und Appellen.
Das absolut Tragische an diesem festlichen Akt jedoch ist, dass aufgrund der miserablen Justierung von Mikrofon- und Lautsprecheranlage weder wir Gäste auf der Ehrentribüne, noch die festlich gekleideten einheimischen und von weither angereisten mehrere hundert Besucher, auch nur ansatzweise etwas des Gesagten verstehen können. So verpuffen diese vielen gut gemeinten und vermutlich wichtigen Inhalte zwischen rituellen Tänzen und den mystischen Klängen der Trommeln und Trillerpfeifen. Nach Beendigung der Zeremonie habe ich den Eindruck, dass alle Zuschauer doch zufrieden sind mit dem Dargebotenen und das „Gesagte“ nicht vermisst wird.
Vor dem Einschlafen an diesem Abend kommt mir noch der Gedanke, dass es vielleicht jedes Jahr so ist … und die Kräfte und Energien der in den Tänzen heraufbeschworenen Geister, die Worte der „Weisen“ im Hinblick auf die tatsächlichen Inhalte des Gesagten, im senegambischen Nirvana ungehört verhallen lassen. Das KANKURANG wurde 2005 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit von der UNESCO anerkannt. Ist doch genial  ;-)“

 

© D. Banspach, G. Henn

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Un nouveau point culminant du voyage : le Festival du Kankourang à Janjanbureh. Toute la ville est debout, en début de soirée doit avoir lieu la cérémonie inaugurale du Festival. Celui-ci doit son retour, après une longue pause, au « Paysage de l’Année » et doit être durablement implanté à Janjanbureh. Nous sommes aimablement accompagnés vers les places d’honneur. Les danses de masques du Kankourang font depuis 2008 partie du patrimoine culturel intangible de l’Unesco – génial, dit Omar Jammeh, directeur de l’organisation « Just Act », partenaire des Amis de la Nature: « Il est extrêmement important que les traditions culturelles de la région ne se perdent pas et que les jeunes continuent à les pratiquer. C’est pourquoi nous formons des jeunes à la tâche de guides, capables d’informer sur le patrimoine culturel de la région, du pays. »

Manfred Pils, Président de l’Internationale des Amis de la Nature, a participé au lancement du Paysage de l‘Année Sénégal-Gambie. Voici son rapport :

« En Gambie de nouveau environ 800 personnes assistent au festival du Kankourang – nous comprenons déjà mieux le rôle des masques, car à côté de la place des fêtes il y a un musée expliquant la culture des masques traditionnels. Après le revirement politique il y a un an, la Gambie est sur le chemin de la démocratie. La société civile prend tout juste forme – il n’allait pas de soi qu’on trouve des partenaires pour le Paysage de l’Année. D’autant plus réjouissant est le grand nombre de participants à la cérémonie d’ouverture du Festival. L’une des priorités du Paysage de l’Année est de développer un tourisme communautaire créateur de revenus pour les populations locales. Le pays en a le potentiel : le fleuve Gambie est une puissante artère, avec nombre de réserves abritant chimpanzés, crocodiles ou des hippopotames. »

© D. Banspach, G. Henn

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