6 Tipps für umweltbewusstes Wandern und Trekken

Es gibt nichts Schöneres, als in der Natur unterwegs zu sein, egal ob einen oder mehrere Tage. Viele Naturerlebnisse oder auch kulturelle Stätten lassen sich nur per Fuß aufgrund ihrer abgelegenen Lage erkunden. Sei es ein Dschungelausflug im Amazonasgebiet, die Besteigung eines Berges im Himalaya oder der Besuch von Ruinenstätten der Inka in Peru. Manchmal ist der Weg das Ziel – wie beim seit Jahrzehnten populären Jakobsweg. Die Begeisterung der Menschen, aktiv durch Wander- oder Trekkingtouren ihre Ziele zu erreichen, ist groß. Kaum etwas anderes gibt einem soviel Kraft wie das Bewegen in der Natur. Ich setz es gar gleich mit Meditation.

Foto: Theresa Steinkellner
Foto: Theresa Steinkellner

Die Ausblicke auf die Berge, die Wiesen und Wälder sind atemberaubend. Jeder einzelne Atemzug ein Genuss. Die Faszination an der Unberührtheit der Natur ist unbeschreiblich. Doch dann spazierst du um die nächste Wegbiegung und plötzlich ist er da: der Müllhaufen. Vielleicht ist es auch gar kein Haufen, sondern eine Plastikflasche da, eine Süßigkeitsverpackung dort und versteckt hinter jedem Stein ein Haufen Taschentücher und Toilettenpapier. Dann fällt die Dose dort, die Gaskartusche hier, die Batterie in der Wiese, die Glasflasche neben dem Baum, die Plastikflasche im Graben und das im Strauch gefangene Plastiksackerl gar nicht mehr auf. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass diese Beschreibung eine Vorstellung und nicht so häufige Realität wäre.

Foto: Theresa Steinkellner
Foto: Theresa Steinkellner

Die Gründe für die Verschmutzung der Umwelt sind vielseitig. Allen voran nenne ich Unachtsamkeit, gefolgt von Faulheit und fehlendem Umweltbewusstsein, weil es nicht gelernt wurde, als Hauptgründe. Damit alle Menschen die gleichen, fairen Chancen auf ein einzigartiges Naturerlebnis haben, habe ich sechs hilfreiche Tipps wie du beim Wandern und Trekken, die Umwelt schonen kannst, zusammengefasst:

1. Müll einpacken und mitnehmen
Lass nichts zurück, was du nicht selbst vorfinden willst. Alles, was nicht beizeiten biologisch abbaubar ist, kommt in den Müllsack. Achte deshalb beim Packen immer darauf, eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Abfälle, die du verursachst, parat zu haben. Denn den Müll zurückzulassen, ist ein No-Go. Überlege, ob bei längeren Wander- oder Trekkingtouren – falls ein Abfallbehälter am Weg/in einem Ort vorhanden ist – der Müll verbrannt oder abtransportiert wird. In abgelegenen Gegenden wird er möglicherweise verbrannt. Versuch deshalb erst gar keinen Müll zu machen! Verwende wiederverwendbare Trinkflaschen oder Behälter. Verwende aufladbare Batterien und Akkus. Kaufe keinen neue Plastikflaschen, auch wenn sie verkauft werden. Nimm Dosen und Batterien auf alle Fälle mit zurück in die nächste Stadt. Für die RaucherInnen gilt: Zigarettenstummeln einpacken!

2. Die Verrichtung des kleinen und großen „Geschäfts“
Wenn es Sanitäranlagen am Weg gibt, benutze sie! Egal, ob kleines oder großes Geschäft, das Toilettenpapier gehört vergraben oder verbrannt. Taschentücher und die oftmals beliebten Feuchttücher sollten wegen ihrer Festigkeit und parfümierten Anteile immer in den Müllsack, Hygieneartikel wie Binden oder Tampons sowieso.
Die große Toilette sollte auf alle Fälle vergraben werden. Danke! Die einzige Ausnahme gibt es bei einfachen Tribaldörfern (wie z.B. in Laos), wo Schweine den Biokreislauf in wenigen Minuten schließen. Die Empfehlung zur Vergrabungstiefe liegt bei mindestens 15 cm, idealerweise bei 45 cm. Steine, Stecken oder andere Hilfsmittel erleichtern das Graben. Sowohl für die kleine als auch die große Toilette gilt, die Verrichtung sollte 50-100 Meter von Wasserläufen entfernt stattfinden. Achte darauf, dass bei Gruppentouren ein Toilettenzelt eingerichtet wird, damit die Geschäfte auf nur einem Platz und nicht auf vielen Plätzen verrichtet werden.

3. Sparsam mit Wasser umgehen und auf die Trinkbarkeit achten
Für deine eigene Gesundheit und Sicherheit – trinke kein Leitungs-, Fließwasser, wenn du dir nicht 100% sicher bist, dass du es verträgst. Auch bei der Verwendung von diesem zum Zähneputzen wird oft abgeraten. Doch wenn du weitwanderst oder trekkst, wirst du eher früher als später auf lokale Wasserquellen zurückgreifen müssen. Erkundige dich in der Gegend, ob ein Abkochen des Wassers ausreichend ist oder ob der Einsatz von Wasseraufbereitungsmitteln nötig ist. Nimm aus diesem Grund immer einen Trinkbehälter mit, in den du brühheißes Wasser füllen kannst, ohne auf Abkühlung warten zu müssen (außerdem super als Wärmflasche in kalten Gebieten!). Wenn du Wasseraufbereitungstabletten verwendest, trinke das Wasser bis auf den letzten Schluck! Leere es in keinem Fall weg, denn wie der Beipackzettel hinweist, ist es „sehr giftig für Wasserorganismen“ und kann in Gewässern „langfristig schädliche Wirkungen“ haben (Micropur Verpackungsrückseite).
Wenn du in einer Gegend bist, wo es nicht viel Wasser gibt, denke daran, sparsam mit Wasser umzugehen. Eine „Bottle Shower“ (ein Kübel mit warmem/kaltem Wasser und einem Becher zum Schöpfen) ist wohl die sparsamste Methode für die Körperhygiene. Oder auch nur ein kleiner Topf und ein Waschlappen sind hervorragend geeignet, um sich umweltbewusst und mit einfachen Mitteln zu waschen. Verwende abbaubare Seife/Waschmittel und Spülmittel. Wenn möglich, wasche deine Wäsche nicht direkt im Bach oder Fluss, sondern in einem Behälter und leere diesen danach 50-100 Meter von der Wasserquelle entfernt aus.

Foto: Theresa Steinkellner
Foto: Theresa Steinkellner

4. Verzichte auf Feuer
Verzichte, wenn möglich gänzlich darauf, Feuer zu machen. Oder mache nur „Feuer“ mit einem Benzin-, Alkohol-, oder Gaskocher. In manchen Gegenden herrscht akute Brandgefahr, in anderen Gegenden, wo nur wenig Holzressourcen vorhanden sind, um keine Abrodung zu unterstützen.

5. Bleibe auf den Wegen
Um eine weitere Bodenerosion der Landschaft zu verhindern, bleib auf den ausgetretenen Pfaden von Mensch oder Tier. In Grönland beispielsweise, wo in den eisfreien Gegenden ein Pflanzenwachstum 3 bis 4 Monate/Jahr möglich ist, zerstört du sonst Jahre an Vegetation.

6. Umweltbewusstsein entwickeln „helfen“
Der Umgang mit Abfall in Europa wirkt vorbildlich. Zumindest, wenn du mal den krassen Gegensatz in anderen Ländern erlebt hast, wo Müll einfach aus den Busfenstern geworfen wird oder an Ort und Stelle fallen gelassen wird. Darum, wenn du wanderst oder trekkst, weise deine Mitmenschen auf den sorgsamen Umgang mit Müll hin. Biete ihnen gegebenenfalls an, ihren Müll einzupacken. Wenn du einen Guide/Träger etc. nimmst, kläre sie über dein Umweltverständnis auf und sprich den korrekten Umgang mit Müll, den du erwartest, an. Manchmal haben sie tatsächlich noch nie darüber nachgedacht. Sei ein Vorbild!

Über die Bloggerin Theresa Steinkellner (http://www.travelwoman.at): Ich komme aus Österreich, lebe und arbeite seit meinem Studium der Sportwissenschaften in Wien. Aufgewachsen bin ich am Land in Niederösterreich. Nach einem Auslandsjahr in Spanien startete ich meine erste kleine Reise allein an der Westküste von Galicien nach Portugal. Die Reise war kurz, genial und einprägsam. Ob das Auslandsjahr oder diese Reise ausschlaggebender Grund war für mein fortan bestehendes Reisefieber, weiß ich rückblickend nicht. Jedenfalls lässt mich das Fernweh seither nicht mehr los. Gleich nach meinem Auslandsjahr kehrte ich den Jakobsweg wandernd zurück nach Spanien. Meine innerliche Unruhe daheim in Wien war zu groß. Darauf folgten Zeiten der Reisedürre, die ich nur durch kurze Städtetrips unterbrach. 2009 schloss ich mich erstmals wieder einem Freund an, mit dem ich Island und Grönland besuchte. 2013 erfüllte ich mir einen lang ersehnten Traum und reiste allein nach Südamerika, wo ich 2 Monate Teile von Peru und Bolivien besuchte. Danach war das Fernwehgefühl stärker denn je und ich beschloss, meinem neu gefundenen Credo zu folgen: To travel is to live.

PLATZ 4 UNSERES BLOGGER/INNEN-WETTBEWERBS 2015 „FAIReisen & die Welt entdecken“.
Die Jury-Wertung: 

Der Beitrag ist gut, kompakt und kurzweilig geschrieben. Die Tipps sind praktisch und für Reisende (aber auch Reisebüros oder Veranstalter) hilfreich. Die schwierige Aufgabe, einfache Dinge griffig und ansprechend zu beschreiben, ist sehr gut gelöst – und das, ohne moralisch zu wirken.

Die Jury: 
Annemarie Herzog / Chefredakteurin Magazin LEBENSART; Linda Nepicks/ Reiseleiterin & Reisefachfrau Odyssee Reisen; Katrin Karschat, Cornelia Kühhas, Andrea Lichtenecker / Naturfreunde Internationale – respect

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