Urlaubsidylle und Krisenherd – Mit dem Rad durch die Transkarpaten

Mit dem Rad durch die Transkarpaten im äußersten Westen der Ukraine, einer Region, die näher bei der österreichischen Hauptstadt Wien liegt als das westlichste Bundesland Vorarlberg. Auf der Suche nach der Wildnis in einem Land im Kriegszustand.

Im September 2014 besteigen mein Begleiter und ich den 1220 Meter hohen Krzemieniec im südpolnischen Nationalpark Bieszczady. Unser Blick streift über die sanften Kuppen und Täler der Waldkarpaten – Laubwald bis zum Horizont. Südlich vom Gipfel, nur wenige Schritte entfernt, geht es in den slowakischen Poloniny-Nationalpark, den wir zuvor mit dem Rad durchmessen haben. Im Osten zwinkert uns im goldigen Herbstlicht verlockend die Ukraine zu. Aber es gibt keinen Grenzübergang in der Nähe, kein Fußweg führt über die grüne Grenze. Die Landstraßen werden von polnischen Grenzbeamten überwacht. In diesem Augenblick des „so nah und doch so fern“ fassen wir den Entschluss, unsere Radreise nächstes Jahr in der Westukraine fortzusetzen, eine Woche quer durch den Oblast Transkarpatien.

Krzemieniec

Ausblick auf die Waldkarpaten vom Krzemieniec (Foto: David Bröderbauer)

Urlaub im Kriegszustand?
Ein knappes Jahr später, als die Herbstreise näher rückt, tauchen Zweifel auf. In ein Land reisen, in dem Krieg herrscht, geht das? Im Juli gibt es dann noch eine Schießerei zwischen Militär und rechten Gruppen in Mukachevo, einer Stadt mitten in den Transkarpaten. Jetzt stellt sich nicht nur die Frage, ob unsere Reise moralisch fragwürdig ist, sondern auch, ob es für uns sicher ist. Die Leiterin des Biosphärenparks in Rachiv, die uns die Genehmigung für das Betreten der Urwälder im Park ausgestellt hat, versichert mir, dass wir nichts zu befürchten haben. Angeblich handelte es sich nur um einen kleinen Streit um die Vorherrschaft beim Schmuggel im Fünfländereck, wo Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien die EU-Außengrenze zur Westukraine markieren. Jetzt ist alles wieder ruhig, also fahren wir. Mit dem Nachtzug geht es von Bratislava bis Stákcin, der letzten Bahnstation im äußersten Nordosten der Slowakei. Von hier sind wir mit dem Rad in weniger als einer Stunde an der EU-Außengrenze. Auf der Schulter der ukrainischen Grenzsoldatin baumelt lässig ein altes MG, das weniger wie eine Waffe, sondern mehr wie ein Vintage-Accessoire aussieht. Bedrohlich wirkt es nicht. Wir sind rasch über der Grenze, am Beginn unserer Radtour. Unser Ziel ist der größte Buchenurwald Europas im Uholka-Reservat, eine unberührte Wildnis, in der noch Bären und Wölfe leben.

Stakcin

So wie hier in Stákcin findet man in der Gegend viele Denkmäler aus der Zeit der Sowjetherrschaft. (Foto: David Bröderbauer)

Die Frage, ob man für den Urlaub in ein Land reisen soll, das sich im Kriegszustand befindet, ist eine verwickelte. Einerseits fühlt es sich nicht gut an, als Westler aus Abenteuerlust dort Ferien zu machen, wo die Einheimischen in Armut oder Konflikt leben. Andererseits ist im Westen der Ukraine ja kein Krieg, die Ostukraine ist weit weg. Schadet es der Region nicht noch mehr, wenn jetzt keine TouristInnen mehr kommen? Eine weitere Frage: Wie geht man mit den Menschen um, die vielleicht von Existenzängsten geplagt werden, während man selbst über die frische Luft und das herrliche Panorama schwärmt? Schon steckt man mittendrin im Spannungsfeld Tourismus, einem unauflösbaren Für und Wider, von dem Argument der finanziellen Unterstützung einer Region über die mögliche Ausbeutung der Einheimischen bis hin zu dem immer griffbereiten Strauß vorgefertigter Klischees und interkultureller Missverständnisse. Die Rolle des Menschen im touristischen Erleben sehe ich generell problematisch. Einheimische werden dem Touristen und der Touristin zu Eingeborenen, Leute in traditioneller Kleidung zu Statisten von Urlaubsfotos, Traditionen werden zu inhaltsleerem Postkartenkitsch. Der Urlaub als Statussymbol macht aus Menschen (und natürlich auch aus der Natur) Souvenirs, die eilig und achtlos gesammelt werden, um sie zuhause herzuzeigen. Deshalb begegne ich den „Eingeborenen“ – wo auch immer – eher mit Zurückhaltung. Bei der Natur ist die Lage weniger vertrackt, die ist für mich als Biologe leichter einzuordnen.

Kuh

Postkartenidylle: Mensch mit Kuh (Foto: David Bröderbauer)

Die Transkarpaten
Also nehme ich mir vor, auf der Reise durch die Transkarpaten den Fokus auf seltene Vögel und bedrohte Lebensräume zu legen. Wobei die Region auch einiges an Folklore zu bieten hätte. In der bergigen Region leben verschiedene „Ethnien“ (schon sind wir bei der heiklen Fragen der Bezeichnung der Einheimischen angelangt). Es gibt hier Menschen mit unterschiedlichen Traditionen, bei denen auch heute noch die Brauchtumspflege, ähnlich wie bei den Tirolern, gang und gäbe ist. Sie nennen sich Bojken, Lemken und Huzulen. In ein paar versprengten Dörfern am Ende schlechter Straßen gibt es sogar eine Handvoll alte Leute, die noch Deutsch sprechen. Sie sind die Nachfahren von Forstarbeitern aus dem Salzkammergut, die Maria Theresia hierher umsiedelte, um die urtümlichen Wälder zu bewirtschaften – was zum Glück nicht ganz gelang.

Dorf

Ein kleines Dorf in den Transkarpaten (Foto: David Bröderbauer)

Die Landschaft ist durch viele kleine Dörfer geprägt, die sich entlang der Täler ausbreiten. Die Hänge oberhalb sind kleinteilig mit Weiden und Wiesen belegt. Hart an deren Grenze drängt sich übermächtig der Wald, der einen Großteil des Hügellandes einnimmt. Auf den höchsten Gipfeln, die über 1200 Meter liegen, gibt es die Almwiesen, das Charakteristikum der Waldkarpaten, wie wir sie letztes Jahr schon in der Slowakei und Polen kennen gelernt haben. Aber schon wenige Kilometer nach der ukrainischen Grenze treten auch Unterschiede zutage. Während wir im letzten Jahr die meiste Zeit auf kleinen Straßen durchs Grüne gefahren sind, fern von den Dörfern, die sich in den Senken versteckt hielten, rücken hier die Häuser nah an den Straßenrand. Sie sind mit der Zeit entlang der Verkehrsadern immer weiter gewachsen, sodass die Spuren der Menschen kaum einmal aus dem Blick geraten. „Verkehrsadern“ ist allerdings schon zu viel gesagt. Die Straßen sind wirklich schlecht. Die meiste Zeit fahren wir zwischen Schlaglöchern Slalom, oft gibt es auch gar keinen Asphalt und wir rattern mit unseren, mit  Radtaschen bepackten Drahteseln im Schritttempo auf ruppigen Schotterpisten dahin.

Fahrrad

Von wegen Asphaltcowboys – eine Landstraße in den Transkarpaten (Foto: David Bröderbauer)

Die Dörfer selbst wirken wie aus der Zeit gefallen. Die Häuser sind klein, viele noch aus Holz. Die Wände sind mit hübschen Holzschindeln bedeckt, daneben ein kleiner Stall, ebenfalls aus Holz. So gut wie jedes Haus hat einen gepflegten Blumengarten. Am Wegesrand stehen viele Kreuze. Die alten Frauen mit Kopftuch bekreuzigen sich vor jedem einzelnen. Zum Landidyll trägt bei, dass viele Leute Selbstversorger sind. Die meisten DorfbewohnerInnen haben eine Kuh, die sie morgens und abends auf die Weide und wieder zurück an der Leine spazieren führen. Eine Zuwendung, die bei uns im „Westen“ in Zeiten der Massentierhaltung und Tiertransporte nicht mehr in Mode ist. Für die Holzernte werden in manchen Dörfern noch Pferde eingespannt. Mit 1 PS werden die Stämme einzeln aus dem Wald geholt.

Die Leute selbst sind im Dorf mit alten (aber schönen) Fahrrädern unterwegs, die nur einen Gang haben. Ähnlich schön sind auch die alten Ladas, mit denen die meisten Leute auf den Rumpelstraßen herumkurven – ein Paradies für jeden Oldtimerfan. Und schon bin ich mittendrin in der Klischeebildung! Ich ertappe mich in einem Moment der Begeisterung für dieses „ursprüngliche“ Leben und ermahne mich zur Besonnenheit. Transkarpatien entpuppt sich als ländliche Region, in der die Menschen nur ein sehr bescheidenes Wohlstandsniveau erreicht haben. Ob das der Grund dafür ist, dass es hier noch Urwälder gibt? Je mehr Dörfer wir sehen, desto mehr verfestigt sich der Eindruck, dass hier die Zeit seit ein paar Jahrzehnten stehen geblieben ist. In der Ära der Sowjetunion gab es in der Region zwar einige Sanatorien, die Gegend war touristisch erschlossen, aber das ist lange her. Auf unserer Tour finden wir kaum Hotels, und wenn, dann sind es protzige Ressorts mit hässlicher Fassade. Gästezimmer gibt es so gut wie keine, und Restaurants findet man nur in den Städten. Das Einzige, was es massenhaft gibt, sind kleine Greißlereien, in denen man das Notwendigste bekommt  – insbesondere Bier und Wodka. Arm wirken die Menschen am Land trotz der bescheidenen Infrastruktur nicht. Neben den alten Holzhäusern werden in so gut wie jedem Dorf neue Häuser gebaut. In der strahlenden Herbstsonne wirkt alles lebendig und besonders farbenfroh. Vom Krieg ist hier nichts zu merken. Wir vergessen unsere anfänglichen Bedenken rasch. Ein kleines Detail bestärkt noch unsere Sympathie für die Gegend. Es scheint Tradition zu sein, vor dem Haus eine Weinlaube zu haben. Der betörende Duft der reifen Trauben kommt uns seltsam bekannt vor. Wie sich herausstellt, ist unser Reiseweg gesäumt vom südburgenländischen Uhudlerwein, einer amerikanischen Rebsorte, die zur Zeit der Reblaus nach Europa kam und in Österreich als Rarität gilt.

imgo

Haus mit Wein-Schmuck (Foto: David Bröderbauer)

Vom Fremdsein und Ankommen
Bald erkennen wir, was das Fremdartigste an den Transkarpaten ist: Wir! Mit unseren Fahrrädern ziehen wir anscheinend die Blicke aller Menschen auf uns. Vielleicht liegt es auch am kanarienvogelgrünen Rad-Shirt meines Begleiters, dass wir wie seltsame Vögel angestarrt werden. Außerdem tragen wir Helme, das machen nicht einmal die zehnjährigen Buben, die auf ihren Mopeds herumdüsen (wenn sie nicht schon mit dem Auto fahren). Was auch immer es ist, ich fühle mich als derart Beobachteter so fremd wie schon lange nicht mehr. Auf einmal ist der umgekehrte Fall dessen eingetreten, was ich befürchtet habe. Nicht ich starre die Einheimischen wie ein ausgestopftes Exemplar einer seltenen Spezies an, sondern sie mich. Einigen Menschen scheinen wir sogar Angst einzujagen, oder hat sich der alte Mann an dem wir gerade vorbeifuhren etwa nicht wegen uns bekreuzigt? Andere Menschen dagegen halten uns an und schenken uns lächelnd Äpfel. So unterschiedlich die Leute auch reagieren, auf alle Fälle sind wir eine mobile Sehenswürdigkeit für die Einheimischen.
Vor lauter „menschlichen“ Eindrücken ist der Ruf der Wildnis in mir beinahe verstummt. Das Sehen und Gesehen werden beschäftigt mich so sehr, dass ich kaum Zeit habe, von steinalten Buchen zu träumen. Das hängt auch damit zusammen, dass wir so gut wie nirgends einen ungestörten Zeltplatz zum Schlafen finden. Zu schlecht sind die Straßen, als dass wir den Dörfern entkommen könnten. Und die Straßenränder sind ebenso wie die Flüsse mit Unmengen an Plastik gesäumt. Hier zu zelten ist nicht gerade verlockend. Am zweiten Abend verirren wir uns auf der Suche nach einem grünen Fleck in den Seitenstraßen eines Dorfes mit einer steil ansteigenden Schlammpiste. Eine alte Frau fragt uns, was wir suchen. Sie spricht zwar kein Englisch, aber mein Begleiter kann sich mit seinen BKS-Kenntnissen („Serbokroatisch“) halbwegs verständnissichernd unterhalten. Sie schickt uns mit den Worten „Gott wird euch helfen!“ bergauf. Wir finden am Waldrand am Ende des Dorfes tatsächlich ein grünes und ruhiges Fleckchen zum Übernachten. Der Bach lädt sogar zum Baden ein, nur wenige leere Bierflaschen verzieren sein Ufer. Zufrieden machen wir ein kleines Feuer. Als Gutenachttrunk gönnen wir uns einen Schluck Wodka, um auch ein wenig die örtlichen Traditionen zu pflegen und dem Gott der alten Frau zu danken.

Interkultureller Austausch
Was macht man mit einem kaputten Rad in den Transkarpaten, mitten in der Pampa? Noch eine Tagesfahrt von unserem Reiseziel entfernt, stehen wir mit einer gebrochenen Speiche da und sehen unsere Weiterreise gefährdet. Die Antwort auf die verzweifelte Frage ist eigentlich ganz einfach. Man fragt einfach im nächstbesten Geschäft. Nachdem die Leute dort ihre Räder selbst reparieren, ist es gar kein Problem, eine neue Speiche zu bekommen. Und an hilfsbereiten Händen mangelt es schon gar nicht. Vascha, der gerade vor dem Geschäft seine Mittagspause macht, schielt neugierig auf unsere Räder. Er tritt näher und studiert aufmerksam unsere am Lenker drapierten Landkarten. Ich erkläre ihm pantomimisch, dass die Speiche kaputt ist, während mein Begleiter im Geschäft nach Ersatzteilen sucht. Vascha versteht sofort, krempelt die Ärmel hoch, holt seine Werkzeugkiste und kümmert sich darum, dass wir die nötigen Ersatzteile bekommen. In einem Gemisch aus Serbokroatisch, Ukrainisch, Mimik und Gestik diskutieren wir die richtige Vorgehensweise („In welche Richtung muss man die Schraube drehen?“). Im Handumdrehen ist der Schaden repariert. Zufrieden setzen wir uns auf einen Tisch an der Straße, die uns so viele Mühen bereitet hatte, und trinken mit unserem Helfer ein Bier – für viele Männer eines der wirkungsvollsten Verständigungsmittel der Welt.
Etwas unerwartet ist es nicht die wilde Natur, die mir eines der schönsten Reiseerlebnisse beschert, sondern das unvoreingenommene Zusammentreffen mit einem Fremden, der uns im wahrsten Sinne des Wortes mit offenen Armen begegnet ist. Beseelt von diesem Erlebnis und beduselt vom Mittagsbier machen wir uns auf den Weg zum Ziel unserer Reise.

Radreparatur

Do it yourself – Dank Vaschas Hilfe kein Problem (Foto: David Bröderbauer)

Waldmeer und Pilzriff
Wie es sich anfühlt, in einem Urwald zu stehen, muss man erlebt haben. Anders als in einem Forst, wo die Bäume in Reih und Glied stehen, findet man hier neben riesigen Baumgiganten im besten Alter verkrüppelte Veteranen, umgestürzte Stämme, abgebrochene Wipfel, überwuchert vom Jungwuchs der nächsten Generation. Die abgestorbenen Baumkadaver sind ein Hort des Lebens, Heimat für unzählige Insektenlarven und Substrat für eine groteske Vielfalt an Pilzen. Was die Korallenriffe für das Meer, sind die gelben, weißen, und roten, harten, glibbrigen und ledrigen Baumpilze für einen naturbelassenen Wald. Einen Tag nehmen wir uns Zeit, den Urwald in Uholka zu durchwandern, und genießen es, dem allgegenwärtigen Plastik der menschenbewohnten Täler entkommen zu sein. Auf den Wegen treffen wir keinen Menschen, dafür Gelbbauchunken, Feuersalamander und Grasfrösche. Über einen riesigen toten Baumstamm tänzelt ein Weißrückenspecht auf der Suche nach speckigen Maden. Zu Mittag machen wir ein Nickerchen, die Baumwipfel schaukeln uns in den Schlaf und schenken uns kühlenden Schatten an einem der letzten heißen Herbsttage. Am Abend kehren wir zurück zu unserem Zeltplatz und lassen uns von einem Waldkauz in den Schlaf singen.

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Buchen-Urwald im Uholka-Reservat (Foto: David Bröderbauer)

Zurück in die Wirklichkeit
Am letzten Tag der Reise, am Rückweg zur slowakischen Grenze, schlägt das Wetter um. Vor uns schießen Blitze quer über den Horizont. Wir entkommen mit Glück einem kräftigen Hagelschauer. Am Straßenrand spricht uns ein Mann an. Er hat klare, tiefblaue Augen, aber sein in die ferne gehender Blick und die abgehackten Handbewegungen lassen mich gleich auf einen Betrunkenen schließen. Er spricht viel und fährt sich dabei in einer Halsabschneidergeste mit dem Daumen über die Kehle. Mein Begleiter versteht, dass sein Sohn eingezogen wurde und an die Front in der Ost-Ukraine musste. Meint der Mann, dass dort gerade viele Menschen sterben und er Angst um seinen Sohn hat, oder ist sein Sohn schon gestorben? Auf einmal ist der Krieg in der Ukraine ganz nah. Als wir weiterfahren, winkt uns der Mann nach und ruft: „Euro, Euro!“ Es klingt hoffnungsvoll. Ist es sein Wunsch an die Zukunft, einmal auch zum gesegneten Europa zu gehören? Oder beglückwünscht er uns, die in den sicheren Euroraum zurückkehren dürfen?

Grenze

Dunkle Wolken über der EU-Außengrenze zwischen der Slowakei und der Ukraine (Foto: David Bröderbauer)

Dann sitzen wir wieder im Zug. Die Fahrgäste sind mit ihren Smartphones beschäftigt, niemand schaut hoch. Es ist eine gespenstische Atmosphäre. Schon fehlt mir die Ukraine, wo die Leute viel weniger haben, aber in den Augen eines übersättigten Westlers in einigen Belangen doch reicher sind als wir. Oder nehme ich jetzt schon wieder die irrige Perspektive eines Urlaubers ein, der alles Fremde zu leichtfertig verklärt? Die Reise durch die Transkarpaten hat mir viel Stoff zum Nachdenken geliefert, viele neue Eindrücke, viele Fragen. Die Rückkehr ist nun wie das Erwachen aus einem schönen Traum. Am liebsten würde man noch eine Weile weiterschlafen und an seiner Traumwelt weiterspinnen, am liebsten nie aufhören zu reisen.

Autor: David Bröderbauer

Literaturtipp: Brändli U.B. & Dowhanytsch J. (2003): Urwälder im Zentrum Europas. Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat in der Ukraine. Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien. Freier Download unter www.wsl.ch/dienstleistungen/publikationen/pdf/5586.pdf

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