Starke Frauen in Senegal – Begegnungen bei Naturfreundereisen [DE/FR]

Als Europäerinnen und Europäer gehen wir oft mit der vorgefassten Meinung nach Afrika, dass die Frauen dort generell – vor allem in muslimischen Ländern – unterdrückt werden und keine Chancen haben. Senegal eignet sich sehr gut, um diese Vorurteile zu entkräften. Bei vielen Reisen, die ich für Naturfreunde-Organisationen in dieses Land geführt habe, hat es mich immer wieder beeindruckt, wie stark und unabhängig senegalesische Frauen sind und was sie alles, oft mit allergeringsten Mitteln, auf die Beine stellen, womit sie oft auch einen wichtigen Beitrag nicht nur für ihre Familiengemeinschaft, sondern auch für die Gesellschaft leisten.

Sicher werden sie dabei nicht immer von den Männern und der Gesamtgesellschaft so unterstützt, wie es nötig wäre. Ganz fremd ist uns das aber auch in Europa nicht. Doch die senegalesische Frau kann wirtschaftlich unabhängig sein, z.B. alleine auf Geschäftsreisen gehen, ohne sich dabei vom Ehemann viel dreinreden zu lassen, und sie kann ihr Einkommen selbstständig verwalten.

Einige solcher Frauen sind schon seit langer Zeit mit den senegalesischen Naturfreunden eng verbunden und werden immer wieder von europäischen Naturfreunden bei Reisen besucht. Positiv dabei ist, dass die männlichen Mitglieder von ASAN (Association Sénégalaise des Amis de la Nature) die wichtige Rolle der Frauen für die afrikanische Gesellschaft voll anerkennen. Viele von ihnen sind Lehrer, und sie fördern gerade die Mädchen in ihren Klassen. Sie führen ihre europäischen Freunde zu den unterschiedlichen Fraueninitiativen, weil natürlich Anerkennung und Unterstützung aus Europa besonders wichtig sind. Kleinere oder größere Spenden [1] europäischer Reisegruppen können dabei punktuell einiges bewirken, und eines ist sicher: noch kein Cent europäischen Geldes ist je für einen anderen Zweck als für die Arbeit der Frauen verwendet worden.

Ich möchte hier gerne einige dieser beeindruckenden Frauen vorstellen. Alle haben sich damit einverstanden erklärt und freuen sich, dass ihre Arbeit in dieser Form Anerkennung findet:

Léontine, die resolute Wirtin des „Campement le Bédick“

Foto: Angelika Diekmann
Léontine; Foto: Angelika Diekmann

Sie ist jetzt Mitte dreißig und kann auf beachtliche Erfolge verweisen: das Campement in Bandafassi im Südosten des Landes verfügt über eine Reihe von Hütten für Übernachtungen, schlicht, aber sauber und geschmackvoll eingerichtet, im Restaurant wird köstliches Fonio serviert, kühle Getränke warten auf die von der Wanderung in den Bedickdörfern ermüdeten Touristinnen und Touristen. Dieser Erfolg war nicht von Anfang an abzusehen, für eine junge Frau mit bescheidener Schulbildung, deren Rolle von den Eltern vor allem im Haushalt gesehen wurde. Den Wunsch selbstständig zu sein, hat sie sich doch erfüllt, trotz familiärer Widerstände und schwieriger Lebensbedingungen, mit zwei Kindern und wenig Geld. Begonnen hat sie mit dem Restaurant, nach und nach – immer wenn ein bisschen Geld vorhanden war – hat sie dann die Hütten errichtet. Von den geringen Einnahmen aus dem Betrieb des Campement legt sie immer etwas weg für den weiteren Ausbau oder die Wartung der Anlage und auch für Aktivitäten mit den Dorffrauen – wunderbar der kleine Gemüsegarten mit den gepflegten und gut bewässerten Beeten. Wirklich eine beeindruckende Frau!

Campement le Bédick, Bandafassi, Senegal: Tel.:+221 77 554 99 15+221 77 554 99 15

Binta und die Gemüsebäuerinnen in Kamb

Foto: Ulrike Ries-Staudacher
Binta; Foto: Ulrike Ries-Staudacher

Mit ihren etwa 20 Mitstreiterinnen aus dem Dorf betreibt Binta, die Präsidentin der Kooperative, Gemüseanbau auf einer Fläche von 6000 m2 und erweist sich dabei als kompetente Managerin. Jeder Bereich hat eine Verantwortliche (für Düngen, Ernte, Kompost, Kommunikation, Buchhaltung, etc.), wobei die Verantwortlichkeiten nach dem Rotationsprinzip organisiert sind. Für ihre Aufgaben wurden und werden die meist analphabetischen Frauen in einer staatlichen Einrichtung geschult. Die Gemüsebeete liegen im Wald von Mbao („Forêt classée de Mbao“), dem letzten Grünraum im Einzugsgebiet von Dakar. Dieser Wald ist Teil eines fruchtbaren Feuchtgebietes am Atlantik, zwischen Dakar und St-Louis im Norden des Landes, und massiv von Küstenerosion bedroht. Der senegalesische Staat schließt daher mit Gruppen oder auch Familien Verträge ab, die in dem theoretisch geschützten aber stark beeinträchtigen Naturgebiet sinnvolle Nutzungen vorhaben und damit zum Umweltschutz beitragen. Die Frauengruppe stellt verloren gegangenen Grünraum wieder her, und ihre Arbeit wird auch als Klimaschutzmaßnahme gesehen.

Das produzierte Gemüse wird von den Kunden entweder direkt vor Ort gekauft, oder die Frauen bringen es zum Markt. Ihren Eigenbedarf an Obst und Gemüse decken sie natürlich auch aus ihrer Anlage. Sie versuchen auch neuerdings, bestimmte Gemüse „gegen die Saison“ (mit Bewässerung) anzubauen, so dass zu jeder Zeit Gemüse und Grün vorhanden sind.

Bewundernswerte selbstbewusste Frauen, die wissen, dass ihre Produkte importiertem Obst und Gemüse vorzuziehen sind. Indem sie so auch den lokalen Konsum fördern, leisten sie noch einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz – klimaschädliche Transporte fallen weg. Auch wenn diese Arbeit nur ein Tropfen auf einen heißen Stein ist – Bewunderung verdient sie auf jeden Fall, das sehen mittlerweile auch die Ehemänner dieser Frauen ein, die am Anfang etwas skeptisch waren aber natürlich über den Beitrag zum Familieneinkommen höchst erfreut sind.

Woulimata, die Vorsitzende der „Frauen von Popenguine“

Woulimata; Foto: Ulrike Ries-Staudacher
Woulimata; Foto: Ulrike Ries-Staudacher

45 km südlich von Dakar liegt der Ort Popenguine, direkt am Atlantik, dort, wo die Petite Côte beginnt, der Küstenbereich, der touristisch stark genutzt wird. Der Ort ist bekannt wegen der protzigen Zweitwohnsitze begüterter Senegalesen und einiger Hotels, aber fast noch bekannter sind die „Frauen von Popenguine“. Sie haben sich im Rahmen eines Groupement d’intérêt économique (einer Art Verein mit wirtschaftlicher Ausrichtung) zusammengeschlossen und bemühen sich schon seit vielen Jahren gemeinsam mit den Vertretern der Naturschutzbehörde um die Pflege des Naturschutzgebiets „Réserve naturelle de Popenguine“.

1988 begann Woulimata, eine echte Pionierin, die Frauen von Popenguine für Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren, ihnen die Bedeutung von Umweltbildung nahe zu bringen, die Rolle einer sauberen Umwelt für die Gesundheit der Familien zu erklären. Zu der Arbeit im Naturschutzgebiet kommen mittlerweile Einkommen schaffende Tätigkeiten der Frauen, z.B. die Herstellung von Halsketten aus Altpapier und anderen Materialien und der Betrieb des „Campement Kër Cupaam“ (Gästebungalows und Restaurant) für Individualtouristen oder kleine Gruppen. Die Erlöse aus diesen Aktivitäten werden zum Teil an die einzelnen Frauen ausgezahlt, zu einem größeren Teil fließen sie in die Gemeindearbeit. Woulimata ist jetzt eine weit über Senegal hinaus bekannte Persönlichkeit, die aber den Bezug zu ihrer Basisgemeinschaft, zu „ihren“ Frauen nicht verloren hat. Angesichts immer wieder kehrender finanzieller Probleme, auch angesichts immer schwierigerer klimatischer Verhältnisse, die die Naturschutzarbeit erschweren, brauchen Woulimata und ihre Frauen nach wie vor viel Mut und Ausdauer für die Umsetzung ihrer ehrenamtlichen Aufgaben. Es ist zu wünschen, dass sie neben der moralischen Anerkennung auch die nötige dauerhafte finanzielle Unterstützung bekommen.

Kër Cupaam, Popenguine, Senegal: Tel./Fax: +221 956 49 51, E-mail: kcupaam@sentoo.sn

 Peinda und ihr Engagement für Frauen und Kinder in Saint-Louis

Peinda
Peinda; Foto: Petra Müller

Peinda ist Vize-Präsidentin der Naturfreunde von Saint-Louis im Norden Senegals. Mit ihr und ihren „Frauen von Saint-Louis“ haben alle Naturfreundegruppen, die in diese Region kamen und kommen, seit jeher Kontakt. Ihr verdanken sie das Verständnis für die Probleme dieser Region: das Gebiet ist karg, man spürt hier – an der Grenze zu Mauretanien – die Nähe der Sahara und sieht auch, dass der Wüstensand immer weiter ins Land vordringt. Dazu kommt, dass die Kleinfischerei, einst der Haupterwerbszweig der Familien in Saint-Louis, auf Grund massiver Überfischung durch die Trawler ausländischer Herkunft kaum mehr Chancen hat und viele junge Leute, vor allem Männer, ihr Heil in der Abwanderung – in die Hauptstadt Dakar oder nach Europa – suchen. Vor diesem Hintergrund engagieren sich Peinda, die auch Gemeinderätin ist, und die Gruppe, die angeschlossen hat, vor allem darum, den Frauen selbst Möglichkeiten in der Landwirtschaft, im Obst- und Gemüseanbau zu verschaffen. Hier hat sich über die Jahre eine intensive Partnerschaft zwischen Naturfreunden aus Europa und der um Peinda versammelten Frauengruppe entwickelt. Zuerst wurden die Frauen bei der Herstellung und Vermarktung von Säften und Konfitüren aus Früchten der Region unterstützt, die in einem eigenen kleinen „Shop“ verkauft werden. Derzeit läuft ein größeres Projekt, das in regem Austausch mit NaturfreundInnen in Deutschland, durchgeführt wird: der Bau eines Kinderhorts, in dem den Frauen, die auf den nahe gelegenen Feldern arbeiten, die Möglichkeit einer Betreuung ihrer Kinder geboten werden soll. Wenn alles gut geht, wird im November 2013 die erste Bauphase abgeschlossen und der Hort eröffnet. Weitere Projektphasen betreffen die Errichtung einer Alphabetisierungsklasse für die Frauen und von Werkstätten für Färberei und Weberei. Treibende Kraft ist auch hier wieder Peinda, eine dieser „starken Frauen“ Senegals.

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Der senegalesische Staat ist sich seiner Aufgabe auf diesem Gebiet bewusst und unterstützt, zumindest moralisch, solche Fraueninitiativen (Groupements de promotion féminine). Trotzdem ist es klar, dass nicht jede Frau in Senegal die Möglichkeit hat sich auf diese Weise zu behaupten, ihr Leben selbst zu organisieren oder gar für die Gemeinschaft etwas zu leisten. In jedem Fall muss sich eine Frau, wenn sie etwas erreichen will, ungleich mehr anstrengen als ein Mann – aber das kennen wir ja auch in Europa. Die Zahl von in Kooperativen und ähnlichen Zusammenschlüssen organisierten Frauen nimmt jedenfalls stetig zu. Sicher sind diese Frauen auch für ihre Töchter und andere junge weibliche Verwandte Vorbilder und ermutigen diese, zur Schule zu gehen und sich weiterzubilden. Je mehr Mädchen und junge Frauen auf diese Weise sensibilisiert werden und ihre Ausbildung konsequent betreiben können, desto mehr Chancen bestehen auch auf Armutsminderung in einem Land wie Senegal.

In Senegal kann eine Frau theoretisch jede noch so hohe Position erreichen – sie muss dabei aber unterstützt werden und der Zugang zu Bildung muss garantiert sein. Am nötigen Ehrgeiz fehlt es oft nicht: so hat mir einmal eine etwa 17-jährige Schülerin eines Mädchengymnasiums in Saint-Louis auf die Frage, was sie einmal werden möchte, geantwortet: „Présidente de la République“.

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Mag. Ingeborg Pint ist diplomierte Dolmetscherin für Französisch und war von 1992 – 2006 Projektkoordinatorin für „Landschaften des Jahres“ der Naturfreunde Internationale (NFI). Derzeit ist sie ehrenamtliche Afrika-Referentin der NFI und als solche für die kontinuierliche Betreuung der afrikanischen Naturfreunde-Organisationen zuständig. Seit 2004 begleitet sie regelmäßig Projektreisen der Naturfreunde nach Senegal und fallweise nach Togo. Darüber hinaus ist sie Ansprechpartnerin für deutschsprachige Naturfreunde(gruppen), welche Reisen in afrikanische Länder planen, in denen die NFI Mitgliedsorganisationen hat.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ingeborg für diesen Einblick in die Welt dieser bewundernswerten Frauen!


[1] Die NFI hat für Projekte der afrikanischen Naturfreunde-Organisationen einen eigenen Spendenfonds eingerichtet. Auf www.nf-int.org/afrika finden sich jeweils die aktuellen Projekte, die wir mit Eurer Hilfe unterstützen wollen. Danke!

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Version française:

Les femmes courageuses du Sénégal – Rencontres lors de voyages des Amis de la Nature

Européennes et Européens nous allons souvent en Afrique avec l’idée préconçue que d’une manière générale – et surtout dans des pays musulmans – les femmes y souffrent d’oppression et qu’elles n’ont pas de perspectives. Le Sénégal est un bon exemple pour infirmer ce préjugé. À l’occasion des nombreux voyages que j’ai accompagnés dans ce pays pour des organisations d’Amis de la Nature j’ai toujours à nouveau été impressionnée de voir combien les femmes sénégalaises sont courageuses et indépendantes et que, souvent avec vraiment très peu de moyens, elles arrivent à réaliser leurs idées et projets. Fréquemment elles fournissent ainsi non seulement une contribution importante à la subsistance de leurs familles mais aussi au bien de la société dans son ensemble.

Bien sûr elles ne sont pas toujours soutenues comme il le faudrait, ni par les hommes ni par la société – phénomène connu d’ailleurs aussi en Europe. Mais la femme sénégalaise peut être indépendante du point de vue économique, peut entreprendre des voyages d’affaires sans avoir à en rendre compte à son mari, et elle peut gérer elle-même ses revenus.

Quelques-unes de ces femmes entretiennent depuis longtemps des relations amicales avec les Amis de la Nature sénégalais, et les groupes d’Amis de la Nature européens voyageant au Sénégal leur rendent régulièrement visite. Ce qui est positif dans cette démarche c’est que les hommes membres de l’ASAN (Association Sénégalaise des Amis de la Nature) reconnaissent pleinement le rôle de la femme pour la société africaine. Beaucoup d’entre eux sont enseignants et s‘emploient pour la promotion des filles dans leurs classes. Ils font découvrir à leurs amis européens de nombreux collectifs féminins, pour lesquels la reconnaissance et le soutien européens sont particulièrement importants. Des dons modestes et plus importants de groupes européens peuvent avoir un effet positif sur la situation des femmes, même s’il est ponctuel. Et une chose est certaine : pas un centime donné par des amis européens ne sert à autre chose qu’à soutenir le travail des femmes.

J’aimerais présenter quelques-unes de ces femmes impressionnantes – elles ont toutes été d’accord et sont contentes de l’intérêt ainsi porté à leur travail.

Léontine, la patronne énergique du « Campement le Bédick »
Arrivée à la mi-trentaine Léontine peut être fière de ses réussites : le campement à Bandafassi dans le sud-est du pays dispose de quelques cases d’hébergement, simples mais propres et meublées avec goût, au restaurant Léontine sert un succulent fonio, et des boissons fraîches attendent les touristes revenant fatigués des randonnées dans les villages bédick. Toutefois le succès n’était pas garanti au début, pour une jeune femme sommairement scolarisée et que les parents voyaient plutôt au foyer. Mais elle a réalisé son rêve d’indépendance, malgré les résistances familiales et des conditions de vie difficiles, avec deux enfants et peu d’argent. Le point de départ était le restaurant, et peu à peu – chaque fois qu’elle avait réuni un peu d’argent – elle a fait construire les cases. Léontine affecte une partie des recettes modestes du campement à l’extension et à l’entretien de l’installation ainsi qu’à des activités impliquant les femmes du village – quelle joie de voir le petit jardin potager aux carrés bien entretenus et arrosés. Vraiment une femme qui impressionne !

Campement le Bédick, Bandafassi, Sénégal : tél. :+ 221 77 554 99 15+ 221 77 554 99 15

Léontine; Foto: Angelika Diekmann
Léontine; Foto: Angelika Diekmann

Binta et les femmes maraîchères de Kamb
Avec une vingtaine de villageoises Binta, la présidente du groupement, pratique la culture maraîchère sur une superficie de 6000 m2 et s’avère une organisatrice très compétente. Pour chaque volet du travail il y a une responsable (engrais, récolte, compostage, communication, comptabilité, etc.), ces responsabilités étant assumées à tour de rôle par les membres du groupe. Les femmes dont la plupart sont analphabètes sont formées à leur tâche dans un établissement étatique. Les carrés de légumes sont situés dans la forêt classée de Mbao, dernier espace vert de la périphérie dakaroise. Cette forêt fait partie des Niayes, d’une zone humide fertile sur le littoral de l’Atlantique, s’étendant entre Dakar et Sl-Louis et massivement menacée par l’érosion côtière. C’est la raison pour laquelle l’État sénégalais signe des contrats avec des groupements qui, dans cette zone naturelle théoriquement placée sous protection mais fortement dégradée, se proposent des utilisations susceptibles de contribuer à la protection de l’environnement. Le groupement féminin rétablit ainsi la verdure dans une zone qui a beaucoup souffert ; cette activité est aussi conçue comme mesure de protection du climat.
Les légumes produits sont soit achetés par des clients venant sur place, soit les femmes les vendent au marché. Bien entendu elles couvrent aussi leurs propres besoins en fruits et légumes par leur propre production. Depuis récemment elles cultivent aussi certains légumes « contre saison » (avec irrigation), de sorte qu’il y a des légumes et de la verdure pendant toute l’année.
Binta et ses alliées sont des femmes admirables et fières qui savent que leurs produits sont à préférer aux fruits et légumes importés. Encourageant ainsi la consommation locale, elles fournissent aussi une contribution à la protection du climat, des transports sur de longues distances étant évités. Même si les effets de ce travail ne sont que ponctuels, il mérite en tout cas l’admiration ; c’est ce que comprennent entretemps aussi les maris des femmes, sceptiques au début, mais qui apprécient bien entendu cette contribution aux revenus familiaux.

Binta; Foto: Ulrike Ries-Staudacher
Binta; Foto: Ulrike Ries-Staudacher

Woulimata, la présidente des « femmes de Popenguine »
Le village de Popenguine est situé sur le littoral de l’Atlantique, à 45 km au Sud de Dakar, là où commence la Petite Côte, la zone la plus touristique du Sénégal. Il est connu pour ses luxueuses résidences secondaires de riches Sénégalais et étrangers et pour quelques hôtels ; mais il est au moins tout aussi connu pour les « femmes de Popenguine » réunies dans un Groupement d’intérêt économique. En collaboration avec les autorités des parcs nationaux elles œuvrent depuis de nombreuses années pour l’entretien de la Réserve naturelle de Popenguine. En 1988 Woulimata, une vraie pionnière, commença à sensibiliser les femmes du village pour la protection de la nature et de l’environnement, à leur expliquer l’importance de l’éducation à l’environnement et d’un environnement sain pour la santé des familles. Au fil des ans des activités créatrices de revenus pour les femmes s’y sont ajoutées, par exemple la fabrication de colliers à base de papier recyclé et la gestion du « Campement Kër Cupaam » pour touristes individuels ou petits groupes de touristes. Les revenus de ces activités sont versés en partie aux femmes membres du groupement, en plus grande partie ils sont affectés à des activités communales. Woulimata est devenue une personnalité connue loin au-delà des frontières sénégalaises, mais elle n’a jamais perdu le contact avec sa communauté de base, avec « ses » femmes. Vu les problèmes financiers auxquels le groupement est toujours à nouveau confronté et vu les problèmes croissants liés au changement climatique rendant la protection de la nature de plus en plus difficile, il faut à Woulimata et à ses alliées beaucoup de courage et de patience pour la mise en œuvre de leurs activités bénévoles. On leur souhaite qu’en plus de la reconnaissance morale dont elles jouissent elles puissent recevoir aussi le soutien financier durable dont elles ont besoin.

Kër Cupaam, Popenguine, Sénégal : tél./fax : +221 956 49 51, e-mail : kcupaam@sentoo.sn

Woulimata; Foto: Ulrike Ries-Staudacher
Woulimata; Foto: Ulrike Ries-Staudacher

Peinda et son engagement pour les femmes et les enfants de Saint-Louis
Peinda est vice-présidente des Amis de la Nature de Saint-Louis, dans le Nord du Sénégal ; tous les groupes d’Amis de la Nature voyageant dans la région ont depuis longtemps des contacts avec elle et ses « femmes de Saint-Louis ». C’est à elle que nous devons une meilleure compréhension de la région : située à la frontière avec la Mauritanie, la ville est marquée par la proximité du Sahara et on voit que le sable gagne de plus en plus de terrain dans la région. À cela s’ajoute que la pêche artisanale, autrefois la principale source de revenus des familles saint-louisiennes, n’a presque plus de chances face à la surpêche par les chalutiers industriels étrangers. Beaucoup de jeunes, les hommes surtout, cherchent leur salut dans la migration – vers la capitale Dakar ou vers l’Europe. Sur cette toile de fond Peinda, qui est aussi conseillère municipale, et son groupement féminin s’engagent notamment pour proposer aux femmes des possibilités de travail dans l’agriculture et dans la production maraîchère. C’est dans ce contexte qu’un partenariat intense s’est développé entre Amis de la Nature allemands et les « femmes de Saint-Louis ». D’abord celles-ci ont été soutenues dans la transformation de fruits régionaux en jus et confitures, vendus dans une boutique gérée par les femmes. Actuellement un projet plus ambitieux est en cours de réalisation, sous forme de partenariat avec des Amis de la Nature allemands : il s’agit de la construction d’une garderie d’enfants, où les femmes travaillant dans les champs situés à proximité ont la possibilité de faire encadrer leurs enfants. Si tout va bien, la première phase de la construction doit se terminer en novembre 2013 et la garderie ouvrira prochainement ses portes. D’autres phases du projet concernent l’installation d’une classe d’alphabétisation pour les femmes et d’ateliers de teinture et de tissage. C’est Peinda, l’une des « femmes courageuses » du Sénégal, qui est le moteur de tout ce projet.

Peinda; Foto: Petra Müller
Peinda; Foto: Petra Müller

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L’État sénégalais a conscience de sa tâche dans ce domaine et soutient, moralement au moins, des groupements de promotion féminine. Bien sûr, toutes les femmes sénégalaises n’ont pas la possibilité de s’imposer, d’organiser indépendamment leurs vies voire de contribuer au bien de la communauté. Et en tout cas une femme souhaitant réussir doit faire des efforts beaucoup plus importants que tout homme. Reste que le nombre de coopératives et de groupements féminins augmente. Sans aucun doute les femmes ainsi organisées sont des modèles pour leurs filles et pour d’autres jeunes femmes dans leurs familles ; et sans aucun doute elles encouragent celles-ci pour qu’elles aillent à l’école et s’instruisent. Plus le nombre de filles et de jeunes femmes ainsi sensibilisées et motivées pour suivre une éducation conséquente augmente, plus augmenteront aussi les chances d’une réduction de la pauvreté dans un pays comme le Sénégal.

Théoriquement une femme peut accéder aux postes les plus élevés au Sénégal – mais elle a besoin de soutien et l’accès à l’éducation doit lui être garanti. Souvent ce n’est pas l’ambition qui manque : à ma question sur le métier qu’elle souhaiterait faire un jour, une élève de 17 ans d’un lycée à Saint-Louis me répondit : « Présidente de la République ». Nous souhaitons bonne chance à cette fille et à toutes les femmes courageuses du Sénégal.

Ingeborg Pint
Juin 2013

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