„Schule machen in Kirgistan“

Die NFI ermöglicht Bergführern in spe Ausbildung in Karakol

Seit 2012 trägt die Naturfreunde Internationale (NFI) im Rahmen eines Projektes der Europäischen Union mit ihrer Expertise in Kirgistan zur Entwicklung von staatlichen Lehrgängen und Berufsausbildungen im Bergtourismus bei. Junge Menschen sollen zu Trägern, Outdoor-Köchen, zu Führern und Tourismusguides bzw. als Reisemanager ausgebildet werden und Einkommensmöglichkeiten in armen ländlichen Regionen gewinnen.

Der Direktor des Karakol Professional Lyceum № 14 am Issyk-Kul, verantwortlich für über 500 Schülerinnen und Schüler sprach im letzten Jahr die Bitte aus, ob die Experten aus Österreich für seine Schülerinnen und Schüler gebrauchte Outdoor-Ausrüstung (Stöcke, Rucksäcke, Schlafsäcke, Zelte, Karabiner, etc.) und Outdoor-Kleidung (Regenjacken, Jacken, Shirts, Hosen, Handschuhe, Kappen, Bergschuhe) organisieren könnten. Die Schule habe zwar drei konkrete Angebote im Bereich Wander- und Bergtourismus (einen dreijährigen Ausbildungslehrgang “Wander-, Berg- und Kulturführer mit Fremdsprachkenntnissen für den Wander- und Trekkingtourismus in Kirgistan”, eine 10-Monatige Ausbildung “Koch und Service” und ein 3,5 Monate dauerndes Theorie- und Praxistraining im Bereich “Wanderführer und Tourismusguide”), die interessierten TeilnehmerInnen aber könnten sich oft noch nicht einmal Wanderschuhe leisten und die Schule habe keine Möglichkeit, diese für die Ausbildung bereit zu stellen.

„Uns haben die positiven Rückmeldungen auf unseren Aufruf selbst überrascht“, so Christian Baumgartner, der die Initiative verantwortlich für die NFI durchführte. „Als Herausforderung stellte sich nämlich nicht die Spendenbereitschaft heraus, sondern die Frage, wie wir fast 60 Kisten mit Outdoor Material kostengünstig nach Kirgistan transportieren sollten.“ Ein kirgisischer Geschäftsmann finanzierte schließlich den Projektpartnern im Land den Transport, weil dieser wiederum von der Hilfsbereitschaft der österreichischen Experten überrascht war. „So eine Hilfe spornt auch unsere wirtschaftlichen Projektpartner an“, so Gilmira Karymshakova, die Projektleiterin auf kirgisischer Seite, „und wir erleben durch diese kleine Aktion eine unschätzbare Aufmerksamkeit durch Presse, Rundfunk und Fernsehen für unsere Ausbildungsqualifizierung. Das trägt dazu bei, dass wir in den Regionen, Wirtschaft, Regierung und Bildungsinstitutionen ins Gespräch bringen können und bringt kirgisische Unternehmen dazu, selbst ein soziales Projekt zu fördern.“ Die gesammelten Materialien waren so umfangreich und viel, dass sie inzwischen nicht nur an die Tourismusschule in Karakol verteilt wurden, sondern auch zwei weitere Bildungseinrichtungen davon profitieren konnten, die ebenfalls Outdoor-Material dringend benötigten.  „Einige Materialien waren ganz neu, sie hatten sogar noch die Preisschilder dran, die werden wir gerne als Auszeichnung für gute Leistungen verwenden, das motiviert die Schüler, selbst auf gute Ausrüstung zu achten“, so Frau Krymshakova.

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Am Donnerstag, den 31. Jänner 2013 wurden Christian Baumgartner und Margit Leuthold zu einer offiziellen Übergabe der Kisten in die Schule nach Karakol eingeladen. Dabei sprachen die ExpertInnen nicht nur mit dem Schulvorstand, sondern trafen auch mit SchülerInnen und LehrerInnen zusammen, die sich mit einem Essen in der schuleigenen Serviceraum für die Sachen bedankten.

Der Unterricht findet nun nicht mehr ausschließlich im Klassenzimmer, sondern auch in Form von Exkursionen, Praktika und praktischem Unterricht im Feld statt. Die neuen Möglichkeiten zeigen Wirkung: Der Direktor vermeldete die Anmeldung eines bereits im Tourismus tätigen Unternehmers, der sich gleich für den Lehrgang als Weiterqualifizierung anmeldete. Im anschließenden Expertengespräch mit der regionalen Kreisverwaltung, TourismusunternehmerInnen und LehrerInnen der Schule wurde erstmals über mögliche Kooperationen zwischen Tourismuswirtschaft und Tourismusschulen und die Unterstützung durch die politische Verwaltung gesprochen. Christian Baumgartner und die Naturfreunde Internationale erhielten sowohl von der Schuldirektion als auch von der Kreisverwaltung Karakol eine Dankesurkunde überreicht. „Wir möchten diesen Dank gerne an alle Spenderinnen und Spendern weiterreichen, ohne deren Bereitschaft diese Hilfe nicht möglich gewesen wäre. Wir hoffen, dass wir damit für zukünftige Wanderurlaube in Kirgistan eine gute Grundlage schaffen können, so dass nicht nur die Schönheit der Berglandschaft, sondern auch die gute Qualifikation der Guides bekannt werden“, so Christian Baumgartner.

Margit Leuthold

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