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	<description>Tourismus und Alltag - Perspektiven aus Reisegebieten</description>
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		<title>Schnorchlereien</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 11:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Genau genommen gibt es dieses Wort ja gar nicht. Zumindest nicht im Duden. Trotzdem, es gefällt mir. So sehr sogar, dass ich gleich googlete (gibts im Duden auch nicht), wo der Schnorchel herkommt. Ich fand mehrere Erklärungen. Gemäß Duden leitet &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/06/21/schnorchlereien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=890&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Genau genommen gibt es dieses Wort ja gar nicht. Zumindest nicht im Duden. Trotzdem, es gefällt mir. So sehr sogar, dass ich gleich googlete (gibts im Duden auch nicht), wo der Schnorchel herkommt. Ich fand mehrere Erklärungen. Gemäß Duden leitet sich der Schnorchel von Schnorgel oder Schnörgel = Mund, Nase, Schnauze ab. Andere Quellen verweisen auf das althochdeutsche Wort snore (Nase, schnarchen) und sogar der jiddische Schnorrer (Geizhals) muß herhalten. Was der mit einer Nase oder dem Schnorchel zu tun hat, wollte ich dann nicht mehr wissen. Auch nicht, weshalb die Franzosen den U-Bootbelüftungsschacht <em>le schnorchel</em> nennen und kein frankofones Wort verwenden.</p>
<div id="attachment_892" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-001.jpg"><img class="size-medium wp-image-892" title="Schnorchelei 001" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-001.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Massen-Schnorchlerei in Ko Chang</p></div>
<p>Zurück zu den Schnorchlereien. Das Wort kam mir in den Sinn, als ich in meinen digitalen Fotoalben stöberte. Ich suchte bloß nach hübschen Strandaufnahmen, als ich über ein paar Bilder der Insel Ko Chang stolperte. Bilder eines Schnorchelausfluges. Ganz einfach „Schnorchlereien“&#8230; Ich hatte diesen irrwitzigen Schnorchelausflug eigentlich schon vergessen. Dabei machte ich ihn erst vor zwei Monaten. Schnorchlereien sind sonst immer Höhepunkte einer Reise. Warum aber verdrängte ich diesen Ausflug in Neptuns tropisches Reich? Ich würde mich sogar an einen Tiefseegang in der Hotelbadewanne mit Hilton-Entchen und Taucherbrille erinnern. Ich weiß es schon. Es war, was wir in Österreichs Bergen den touristischen Almauftrieb nennen. Massentourismus par excellance, die Mega-Schnorchlerei im Golf von Thailand.</p>
<p>Ich bin kein Freund von derartigem Trubel, da der Impakt auf die Natur meist unübersehbar ist. Ko Chang hat einige designierte Schnorchelplätze für diese Massen. Dort gibt es auch Ankerbojen und feste Haken für die Ausflugsboote. An Wochenenden tummeln sich jedoch mehr Boote um die wenigen lebendigen Riffe als Bojen und Haken vorhanden sind. Die Anker werden dann wieder achtlos ins Meer geworfen.</p>
<div class="mceTemp">Man kann die Schäden gut erkennen. Unmengen von Korallentrümmern liegen verstreut im Sand um die Riffblöcke. „Das waren die Stürme und der schwere Seegang vor zwei Jahren“, sagen die Einheimischen. Das sagten sie vor fünf Jahren auch schon. Es waren die Anker die letzten 15 Jahre, sage ich, und der Raub für die Souvenir- und Schmuckgeschäfte.</div>
<div id="attachment_893" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-004.jpg"><img class="size-full wp-image-893" title="Schnorchelei 004" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-004.jpg?w=500&#038;h=193" alt="" width="500" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Wieviel Tourismus verträgt ein kleines Riff?</p></div>
<p>Man könnte auch argumentieren, dass die globale Meereserwärmung die meisten Korallen ohnehin früher oder später vernichten wird. Weshalb also die Sorge ob einiger Tausend Touristen, die die letzten lebendigen Anemonen an Thailands Ostküste erschnorcheln wollen? Es wird nie mehr wie früher, so oder so. Vielleicht ist es sogar gut, soviele Zeugen der Vernichtung wie möglich an Orte wie die kleinen Inseln vor Ko Chang zu schippern. Ich bezweifle aber, dass die meisten Schnorchler realisieren, wie desperat die Lage dort ist. Nur wenige Reisende haben die Riffe Thailands über 20 Jahren hindurch besucht, wie ich es tat. Was früher farbenprächtig und lebendig war, ist heute grau und leblos oder liegt in Trümmern um die Riffe. Ko Chang hatte keine Tsunamiwelle und tropische Stürme gab es immer schon.</p>
<div id="attachment_894" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-003.jpg"><img class="size-medium wp-image-894" title="Schnorchelei 003" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-003.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">So wirds gemacht - vertauen an der Boje</p></div>
<p>Konklusion – ein Teil des Desasters geht auf das Konto des Homo Touristicus. Die nächste Frage nach dieser dramatischen Analyse: Gibt es eine Lösung? Die gibt es immer. Es ist auch eine Lösung den Prozess der Zerstörung zu verlangsamen, wenn er nicht mehr aufzuhalten ist. Das Korallensterben durch Temperaturerhöhung lässt sich kaum mehr umkehren, soviel steht fest. Die mechanische Zerstörung kann man aber radikal beenden. Es bedarf hier auch der Zusammenarbeit der Nationalparkverwaltung, der Fischer und der Tourbetreiber. Es ist für mich auch sehr wichtig, was der einzelne Tourist machen kann. Ich konnte beispielsweise einen Teilerfolg landen, als ich gegen das rücksichtslose Auswerfen eines Ankers protestierte. Der betroffene Fahrer band sein Boot daraufhin an ein anderes Boot, welches an einer Boje vertaut war.</p>
<div class="mceTemp"><strong>Was kann man noch tun</strong>:</p>
<div id="attachment_901" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-007.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-901" title="Krabi 2007" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-007.jpg?w=150&#038;h=119" alt="" width="150" height="119" /></a><p class="wp-caption-text">Keine Reise ohne Schnorchel - meine Tochter</p></div>
</div>
<ul>
<li>Einlesen in die Fisch- und Korallenwelt.</li>
<li>In keinem Fall auf Korallenblöcke steigen.</li>
<li>Kein Füttern der Fische.</li>
<li>Keine Mitnahme von Korallentrümmern oder Muscheln, sie dienen oft als neue Behausung für anderer Arten.</li>
<li>Immer mindestens zu zweit schwimmen.</li>
<li> Sonnenschutz mindestens 30 Minuten vor dem Schnorcheln auftragen, damit dieser von der Haut absorbiert wird und nicht einfach abgewaschen wird.</li>
<li>Keine Korallensouvenirs kaufen, auch wenn diese „nachweislich“ aus Trümmern der letzten Stürme gemacht wurden.</li>
<li>Keine Expeditionen zu einsamen Schnorchelplätzen, dort gibt es keine Ankerbojen.</li>
<li>Meldung an den Veranstalter oder Behörden wenn ihr beobachtet, dass Anker in die Riffe geworfen werden, oder wenn Bootsfahrer und Gehilfen nach Korallen tauchen.</li>
<li>Wenn man Müll oder alte Fischernetzteile am Grund entdeckt, die Bootscrew bitten, diese einzusammeln.</li>
<li>Wenn möglich, alternative Transportmittel zum Riff wählen, Kajak.</li>
</ul>
<div id="attachment_906" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-005.jpg"><img class="size-medium wp-image-906" title="Schnorchelei 005" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/schnorchelei-005.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Gelebter Ökotourismus, mit dem Kajak zum Schnorcheln</p></div>
<p>Mit etwas mehr Respekt gegenüber der Natur können wir zumindest dazu beitragen, die noch vorhandenen Schönheiten in unserem persönlichen Rahmen zu schützen. Auch das ist ein Teilerfolg. Viel Spaß bei der nächsten Schnorchlerei.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/890/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/890/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=890&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Vogelparadiese</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 07:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oman]]></category>
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		<category><![CDATA[Biotop]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Oman ist trotz seines trockenen Wüstenklimas Heimat für zahlreiche Wasservogelarten. Die 2092 Kilometer lange Küstenlinie mit vielen schroffen Klippen garantiert unzählige geschützte Nistplätze für Seevögel. Hier lassen sich Kormorane und Tölpel beobachten, unter ihnen auch der gefährdete Sokatra-Kormoran. An &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/06/20/vogelparadiese/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=855&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">Der Oman ist trotz seines trockenen Wüstenklimas Heimat für zahlreiche Wasservogelarten. Die 2092 Kilometer lange Küstenlinie mit vielen schroffen Klippen garantiert unzählige geschützte Nistplätze für Seevögel. Hier lassen sich Kormorane und Tölpel beobachten, unter ihnen auch der gefährdete Sokatra-Kormoran. An den einsamen und flachen Stränden im Süden des Sultanats tummeln sich hingegen viele Seeschwalben, verschiedene Mövenarten und andere Gesellen.</p>
<div id="attachment_863" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/sharbitat-001.jpg"><img class="size-medium wp-image-863" title="Sharbitat 001" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/sharbitat-001.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Kein seltener Anblick an den Stränden des Oman</p></div>
<p style="text-align:left;">Zudem bevölkern auch Zugvögel auf dem Weg von Zentralasien nach Afrika temporär die südlichen Gefilde der Arabischen Halbinsel und somit den Oman mit seinen vorgelagerten Inseln.</p>
<p>„Khors“ sind weitere Feuchtgebiete und Habitate für Watvögel im ganzen Land.<br />
Ein Khor ist ein Wassereinlass oder kleines Delta in einem flachen Küstenabschnitt. Die Größe eines Khors kann von wenigen Hektar bis zu mehreren Quadratkilometern variieren. Die meisten Khors haben seichte und schlammige Ufer und sind mit Brackwasser oder Meereswasser gefüllt, welches sich mit den Gezeiten in Tiefe und Ausdehnung verändert. Die Ufer der Khors sind mit Büschen, Schilf oder Mangroven gesäumt.</p>
<div id="attachment_859" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/khor-001.jpg"><img class="size-full wp-image-859" title="Khor 001" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/khor-001.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Khor bei Salalah im Süden des Oman</p></div>
<p>Der Vogelreichtum in den Khors ist entsprechend groß. Nistvögel bevölkern diese einzigartigen Zonen ebenso wie futtersuchende Besucher.</p>
<p>Auch in den Wadis hinter den Khors findet man oft Wasservögel, die an den<br />
Süßwasserbecken der Wüstentäler ihr Glück bei der Nahrungssuche und Brutpflege suchen. Und nicht zuletzt gibt es im Oman auch noch einige kleine Oasen in den Weiten des zentralen Tieflandes und der Rub Al Khali Wüste.</p>
<p style="text-align:left;">All diese Habitate sind natürlichen Ursprungs und leider allzuoft von Menschenhand bedroht. Auch der Tourismus ist nicht unbeteiligt. Viele scheue Vogelarten sind bereits vor Picknick-Touristen und unachtsamen „Naturliebhabern“ geflohen. Wenn lokale Behörden dann ein Khor auch noch mit Laternen, Mauern und Gehwegen „verschönern“, ist die Zeit zum Abzug für unsere gefiederten Freunde gekommen. Einmal fort, kommen nur wenige Arten wieder zurück.</p>
<div class="mceTemp">In <em>Al Ansab</em> jedoch ist alles anders. Dort hat die Menschenhand ein künstliches Vogelreservat geschaffen. Es ist kein neu gestaltetes Khor und auch kein künstlicher Nistplatz am Meer. Al Ansab ist&#8230; Muskats Kläranlage. Ich vernehme jetzt großes Staunen. Kläranlage, Fäkalienbecken, Wasservögel – wie passt das zusammen? Ich will es erklären.</div>
<div id="attachment_857" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/al-ansab-004.jpg"><img class="size-full wp-image-857" title="Al Ansab 004" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/al-ansab-004.jpg?w=500&#038;h=294" alt="Google Earth Ansicht von Al Ansab" width="500" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Google Earth Ansicht von Al Ansab</p></div>
<p style="text-align:left;">Angeschlossen an Al Ansab STP (Sewage Treatment Plant) ist ein riesiger künstlicher Teich. Das geklärte Wasser wird dort eingelassen und hat ein Biotop mit Büschen, Schilf und Wasserpflanzen entstehen lassen. Natürlich bevölkern auch Insekten und Amphibien diese künstliche Oase. Das Al Ansab Kläranlagen-Vogelparadies ist etwa 20 Hektar groß und hat eine Wasserfläche von über 4 Hektar. Gut 50% der im Oman bekannten 500 Vogelarten wurden in dieser grünen Insel am Stadtrand Muskats bereits gesichtet. Der typische Kläranlagengeruch und eine nahe Autobahn stören das Federvieh nicht. Während draussen die Zufahrtsstrasse zur Anlage mit knallgelben Abwasserlastern übergeht, hocken drinnen am Ufer Kraniche und Enten unbeeindruckt im Schatten der Uferbüsche. Nahrung gibt offenbar im Überfluss.</p>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_860" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/al-ansab-002.jpg"><img class="size-medium wp-image-860" title="Al Ansab 002" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/al-ansab-002.jpg?w=199&#038;h=300" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Birdwatcher&#039;s Paradise&quot; Al Ansab</p></div>
<p>Der Erfolg der Schaffung dieses Biotops hat sich im Oman und über die Grenzen hinaus bereits herumgesprochen. Kaum ein passionierter Vogelbeobachter lässt sich den Besuch von Al Ansab nehmen. Der Ökotourismus ist bereits in die Kläranlage eingezogen. Fantastisch! Die Betreiberfirma der Anlage hat auch eine Webseite installiert und bietet geführte Touren und den Verleih von Beobachterausrüstung an (<a title="Al Ansab Wetland" href="http://www.haya.com.om/wetland/" target="_blank">http://www.haya.com.om/wetland/</a>).<br />
Omanische und ausländische BesucherInnen nutzen die Chance auf ornithologische Erlebnisse gleichermaßen. Auch Schulen in Muskat haben den Bildungsnutzen des Kläranlagenbiotops erkannt und organisieren Exkursionen dorthin.</p>
<p>Die enormen Abwassermengen in Muskat bringen die Kläranlage Al Ansab bereits an ihre Grenzen. Eine weitere große Anlage ist daher schon in Bau. Ich hoffe, dass auch dort wieder ein Vogelparadies wie in Al Ansab entstehen wird.</p>
<p>Beim Beobachten von Vögeln in der Natur bitte beachten:</p>
<ul>
<li>Großen Abstand halten und langsam bewegen</li>
<li>Keine Kleidung mit grellen Farben</li>
<li>Nicht durch Büsche oder Schilf kriechen – dort können Brutplätze sein</li>
<li>Beobachten aus einem Fahrzeug ist teils besser als per pedes – Vögel erkennen Fahrzeuge nicht als Feind</li>
<li>Nur vorgegebene Wege und Beobachtungsposten benutzen</li>
<li>Feldstecher oder Spotting Scope und Teleobjektiv nicht vergessen</li>
</ul>
<p>Empfohlene Literatur für einen Vogelbeobachtungstrip in den Oman: „Birdwatching Guide to Oman“ von Hanne und Jens Eriksen, Al Roya Publishing. Das Buch ist im Oman weitläufig bekannt und erhältlich.</p>
<div id="attachment_864" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/eurasischer-brachvogel.jpg"><img class="size-full wp-image-864" title="Eurasischer Brachvogel" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/06/eurasischer-brachvogel.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Eurasischer Brachvogel im flachen Wasser eines Khors</p></div>
</div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/855/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/855/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=855&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Khor 001</media:title>
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			<media:title type="html">Al Ansab 004</media:title>
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			<media:title type="html">Al Ansab 002</media:title>
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			<media:title type="html">Eurasischer Brachvogel</media:title>
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		<title>Ist der Massa gut bei Kassa&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Mar 2011 08:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; fliegt First Class er nach Mombasa. Ich muss zugeben, dass ich mir den Titel bei der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) abgeguckt habe. Als ich vor zwei Monaten im Flugzeug nach Nairobi saß, schoss mir irgendwann auch dieser Ohrwurm der &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/03/05/ist-der-massa-gut-bei-kassa/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=825&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; fliegt First Class er nach Mombasa. Ich muss zugeben, dass ich mir den Titel bei der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) abgeguckt habe. Als ich vor zwei Monaten im Flugzeug nach Nairobi saß, schoss mir irgendwann auch dieser Ohrwurm der Rock- und Klamaukbarden ins Gehirn. Mombasa sollten meine Freundin Daranee und ich zwar nicht kennenlernen, aber auch wir waren wie der „Massa“ unterwegs zur Großwildjagd in Kenia. Ausgerüstet mit Kameras und einem ultralangen Teleobjektiv sollte es schon gelingen, den einen oder anderen Elefanten zu erlegen.</p>
<p>Wir waren beide vor unserer Reise noch nie in Kenia und hatten auch kaum eine Vorstellung, wie der Großwild-Tourismus dort von statten gehen würde. Zum Einlesen war auch keine Zeit mehr, da ich unsere Flüge erst 4 Tage vor Abflug buchte. Grund für die Kurzreise aus heiterem Himmel war einfach nur ein Superangebot für Muskat – Nairobi und retour. Die Abenteuer-Safari im Land arrangierte ich zielbewusst übers Internet nach dem Motto „Ich schreibe drei Touranbieter an und wer als erster antwortet, macht das Geschäft“. Auch das funktionierte prima.</p>
<p>Wir wurden nach unserer ersten Nacht in Ostafrika mit Riesenlächeln und „Jamboo, Weeeelcome tooo Africaaa“ von unserem persönlichen Großwildjäger-Guide Moses empfangen. Ganz konnte ich seine zur Schau gestellte Freude jedoch noch nicht teilen. Es regnete in Nairobi schon frühmorgens aus allen Wolken. Wir konnten nur auf die Gnade des afrikanischen Wettergottes für uns Bleichgesichter hoffen.</p>
<div id="attachment_830" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/rift-valley-dec-2010.jpg"><img class="size-full wp-image-830" title="Rift Valley Dec 2010" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/rift-valley-dec-2010.jpg?w=500&#038;h=148" alt="" width="500" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Der unvergessliche erste Blick ins Rift Valley</p></div>
<p>Tatsächlich! Kaum waren wir über das Randgebirge des Großen Afrikanischen Grabenbruchs in 2200 Meter Höhe hinweg, klarte es schlagartig auf. Der Blick in die dahinter liegende Hochebene war grandios. In der endlosen Steppe waren nur vereinzelt Häuser oder kleine Siedlungen zu sehen. Ich erträumte förmlich die Elefantenherden beim Blick in das Rift Valley. Die langsame Fahrt hinunter entlang des LKW-überladenen transafrikanischen Highways führte uns nach insgesamt 3 Stunden zum ersten Ziel, dem Lake Naivasha Nationalpark. Moses warnte uns, dass es dort möglicherweise ein wenig touristisch sein würde. Auweia, ich sah uns bereits mit Massai-Tänzern fürs Fotoalbum im Kreis springen. Hakuna matata&#8230; No Problem.</p>
<div id="attachment_833" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/lake-naivasha1.jpg"><img class="size-medium wp-image-833" title="Lake Naivasha1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/lake-naivasha1.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Ruhige Bootsfahrt über den Naivashasee</p></div>
<div class="mceTemp">Das einzig touristische waren dort jedoch nur Touristen selbst, und nicht einmal viele. Kein Massai, kein Tanz, kein Menschenfresserkochtopf. Ich war wieder beruhigt. Nach einer langsamen Bootsfahrt durch Herden von Nilpferden in den seichten Wassern des Steppensees gingen wir schießlich zur ersten Safari an Land. Es war eine sogenannte „Walking Safari“. Wir durften für eineinhalb Stunden mit einem lokalen Führer über die grasige Ebene südlich des Naivashasees wandern. Löwen und andere fleischfressende Bestien haben Touristen hier nicht mehr zu fürchten. Die hat der Massa mit seinen Freunden bereits vor Jahrzehnten zur Gänze erlegt. Der Lake Naivasha National Park ist dennoch, oder gerade deswegen, ein Tierparadies. Zebras, Giraffen und Antilopen haben hier keine natürlichen Feinde. Sollten sie sich zu sehr vermehren müssten sie jedoch von Menschenhand reduziert werden. Ich weiß nicht, ob das je notwendig wurde.</div>
<p>Zu den großen Landtieren gesellen sich im Park noch 400 Vogelarten und zahlreiche Reptilien und Amphibien. Die wohlgemeinte Kritik einiger Tierschützer, dass die Fauna dieses und anderer Parks in Kenia durch den Tourismus gefährdet würde, will ich nicht ganz teilen. Ich hatte weder den Eindruck, dass sich ein Gnu beim Grasen gestört fühlte, noch irgendein Besucher lärmend über die Steppe wandelte. Die meisten Touristen bleiben ruhig. Sie fürchten sich vor der nahen Tierwelt mehr als umgekehrt. Unser Guide nahm zudem jedes noch so kleine Stückchen Papier oder Plastik, das er fand, wieder mit. Was ich während unserer Afrikareise wirklich anzuzweifeln begann, waren die Zoos in unseren heimischen Metropolen. Ich weiß nicht, ob ich den Schönbrunner Tiergarten je wieder sehen möchte. Etwas wirklich Positives konnte ich den Großstadtzoos der Welt ohnehin nie abgewinnen.</p>
<div id="attachment_832" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/masai.jpg"><img class="size-medium wp-image-832" title="Masai" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/masai.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Gefangen zwischen Tierschutz, Tourismus, Viehhaltung und eigener Zukunft - die Massai</p></div>
<p>Die Probleme der afrikanischen Tierwelt sind nicht so sehr im Tourismus zu suchen. Kenia kämpft wie viele andere Staaten mit Wilderei und illegalem Tierhandel. Auch stetig wachsende Herden von Ziegen, Kühen und Schafen stellen besonders für Großkatzen eine Gefahr dar. Die Bauern legen trotz strenger Strafandohungen noch immer ihre Fallen aus, um kein Zuchtvieh an Löwen zu verlieren.<br />
Selbst China wird zum Gefahrenfaktor für die Tierwelt in Afrika. Einige Länder haben bereits riesige Landflächen für chinesische Plantagen verpachtet. Kenia hat sich bis dato geweigert. Daneben rühmt sich Medizin aus pulverisierten Nashörnern und eingelegten Löwenhoden noch immer besonderer Beliebtheit in ostasiatischen Apotheken.</p>
<div id="attachment_835" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/geparden.jpg"><img class="size-medium wp-image-835" title="Geparden" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/geparden.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Noch immer landen ihre Felle und Innereien bei skrupellosen Händlern und abergläubischen Narren</p></div>
<p>Der Tourismus ist in Afrika vielmehr Schutzfaktor als Störfaktor. Moses erklärte uns sehr eingehend die Situation rund um Wilderei, Landwirtschaft, Tourismus und Schutzbemühungen. Kenia ist sich des touirstischen Potentials seiner Tierwelt und Nationalparks durchaus bewusst. Die Maßnahmen zum Schutz derselben sind teilweise rigoros. In Parks an der Grenze zu Tansania sind beispielsweise militärische Einheiten mit automatischen Waffen stationiert. Ihr Befehl ist klar: Wilderer werden schon bei Sichtung erschossen. Keine Gefangennahme, kein Prozess. Tansania hat bereits öfters dagegen protestiert. In Kenia bleibt man jedoch standfest. Es ist ein blutiger Erfolg, den man damit erzielt. Die Wilderei ist in Kenia aber enorm zurückgegangen. Moses erklärte uns weiter, dass seltene Arten wie Nashörner oder Geparden praktisch rund um die Uhr „bewacht“ werden müssten. Die Patroillen werden durch den Tourismus finanziert. Das bedeutet aber auch, dass der Schutz direkt von den Einnahmen aus Eintrittsgeldern der Nationalparks abhängt. Moses beklagte weiter, dass nach den politischen Unruhen der letzten Jahre die Wilderei wieder stark zugenommen hätte. Weniger Geld bedeutet sofort weniger Aufsicht. Die wachsende Arbeitslosigkeit und der Konflikt in Kenias Nachbarland Somalia spielen auch eine Rolle beim Wiederaufflackern der Wilderei.</p>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_836" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/verkehrstau.jpg"><img class="size-medium wp-image-836" title="Verkehrstau" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/verkehrstau.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Zweifelhaftes Vergnügen &quot;Löwenjagd&quot;</p></div>
<p>Das Fehlverhalten vieler Touristen und ihrer Guides steht in keiner Relation zur Wilderei. Ich konnte in den Schutzgebieten Nakuru und Masai Mara dennoch viel negatives Auftreten beobachten. Wenn ein Fahrer beispielsweise eine Löwenfamilie findet, werden sofort per Funk alle anderen Fahrzeuge informiert. Was dann passiert, ist beinahe grotesk. Jeeps und Allrad-Minibusse fegen mit Vollgas über die löchrigen Steppenpisten in Richtung Löwengruppe. Dort angekommen, fahren manche Guides den Katzen beinahe über die Pfoten, damit auch Besitzer von Handykameras ihre Vollformatbilder von Simba bekommen. Das zu beobachten, störte uns wirklich. Sogar Moses musste eingestehen, dass er nur mit Widerwillen so nahe an Tiere heranfährt. Die meisten Touristen fordern dies jedoch und so fügen sich die Fahrer und Guides den Wünschen der Gäste. Hakuna Matata.</p>
</div>
<div class="mceTemp">Die Parkregeln sehen anders aus als die Praxis: Mindestens 30 Meter Abstand müsste zu den Tieren eingehalten werden, keine Verfolgungsjagden, Geschwindigkeitsbeschränkung 40 km/h, Fahren nur auf genehmigten Pisten, Vorrang für alle Tiere, kein Lärm, etc.</div>
<div id="attachment_838" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/parkschild1.jpg"><img class="size-medium wp-image-838" title="Parkschild1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/parkschild1.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Parkregeln sind da, um befolgt zu werden!</p></div>
<p>Massas Foto- und Sensationslust hat viel von dem zu Fall gebracht. Verhaltenregeln werden zu oft ignoriert. Es ist eine Schande für uns Touristen aus westlichen Ländern. Nur eine Regel wird üblicherweise strickt befolgt: Kein Verlassen der Fahrzeuge; nicht einmal für einen Pinkelhalt. Hyänen, Löwen und andere hungrige Gesellen haben sich bereits an die vielen Autos in den Parks gewöhnt. Ein saftiger bierbauchiger Mitteleuropäer könnte aber leicht zum delikaten Frühstück für einen Koyoten werden, wenn der Massa nichtsahnend hinter einem Busch sein Geschäftchen erledigt. Das will kein Tourunternehmer riskieren.</p>
<p>Nach der ersten Leoparden-Verfolgungsjagt einigten wir uns mit Moses auf ein besseres Verhalten. Er war richtiggehend erleichtert, als ich ihn bat, Abstand zu halten oder dem Jagdaufruf seiner Kollegen einfach nicht zu folgen. Es zahlte sich letztendlich für uns aus. Wir waren oft mutterseelenalleine in der Weite der Masai Mara und beobachteten dramatische Kämpfe zwischen Büffelbullen, während 10 andere Fahrzeuge darauf warteten, dass ein schlafender Löwe endlich aufwachte.</p>
<div id="attachment_839" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/bullfight.jpg"><img class="size-medium wp-image-839" title="Bullfight" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/bullfight.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Wir fanden den Kampf der Giganten faszinierender als den Schlaf der Löwen...</p></div>
<p>Abschließend kann ich nur noch einmal an die Vernunft und Tierliebe der Reisenden plädieren. Es ist so einfach, sich an ein paar Regeln zu halten, der gefährdeten Fauna zuliebe. Wer spektakuläre Bilder haben möchte, sollte vielleicht in eine gute Kamera und ein langes Teleobjektiv investieren. Man muss nicht den „wilden Bestien“ bis an die Nasenspitze heranfahren. Ohne überheblich sein zu wollen &#8211; seht euch einfach meine Bilder an und denkt darüber nach. Es geht auch aus 50 Metern Entfernung und ohne Treibjagd. Hakuna Matata! </p>
<p><strong>Kleine Checkliste für gutes Safari-Verhalten:</strong></p>
<ul>
<li>Den Fahrer bitten langsam zu fahren.
<p><div id="attachment_841" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/tiervorrang.jpg"><img class="size-medium wp-image-841" title="Tiervorrang" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/tiervorrang.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tiere haben Vorrang</p></div></li>
<li>Den Fahrer bitten Abstand zu Tieren zu halten, auch wenn andere dies ignorieren.</li>
<li>Den Fahrer bitten, an keinen „Treibjagden“ teilzunehmen.</li>
<li>Den Fahrer bitten zu warten, wenn Tiere offensichtlich die Fahrpiste kreuzen werden.</li>
<li>
<div class="mceTemp">Kurze Aufenthalte bei besonderen Sehenswürdigkeiten, damit es zu keiner Fahrzeugmassenansammlung kommt.</div>
</li>
<li>Den Fahrer bitten, auf Pisten zu bleiben und nicht ins Gelände zu fahren, um näher an Tiere heranzukommen. Nehmt euch Zeit – die Tiere kommen oft genug in eure Richtung.</li>
<li>Keine Rufe oder Lärm um Tiere aufzuwecken oder deren Aufmerksamkeit zu erregen.</li>
<li>Keine offenen Lebensmittel im Fahrzeug – der Geruch zieht nicht nur dreiste Affen an.</li>
<li>Kein Füttern.</li>
<li>Keine Müllentsorgung in den Weiten der Steppe.</li>
<li>Dafür sorgen, dass ihr nicht nach einer Stunde eine Toilettenpause benötigt. Das Verlassen der Fahrzeuge ist in einigen Parks verboten und nicht ungefährlich.</li>
<li>Meldung von groben Fehlverhalten anderer Fahrer oder Touristen direkt an die Parkverwaltung am Ende der Fahrt. Hält sich euer Fahrer nicht an eure Bitten, was kaum anzunehmen ist, solltet ihr es auch dem Veranstalter melden.</li>
<li>In eine Kamera mit gutem Teleobjektiv investieren (mindestens 200mm Brennweite Vollformat-Äquivalent). Wenn möglich mit Image-Stabilisator. Es zahlt sich aus. Und, auf den Feldstecher nicht vergessen &#8211; ein 7&#215;42 oder 10&#215;50 ist ideal für Freihandbeobachtungen.</li>
</ul>
<p>Nachlese: <a title="Masai Mara in Kenia - Der Untergang des Paradieses" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,531224,00.html" target="_blank">Massai Mara in Kenia &#8211; Der Untergang des Paradieses, Spiegel Online 2008</a></p>
<div id="attachment_840" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/sunrise.jpg"><img class="size-full wp-image-840" title="Sunrise" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/sunrise.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Sonnenaufgang über der Masai Mara Hochebene, nicht immer sind Tiere das Motiv.</p></div>
<div id="attachment_843" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/balztanz.jpg"><img class="size-full wp-image-843" title="Balztanz" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/03/balztanz.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Bei Verwendung eines langen Teleobjektives stört man die Tierwelt weniger.</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/825/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/825/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=825&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Lake Naivasha1</media:title>
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			<media:title type="html">Balztanz</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Sanduhr tickt</title>
		<link>http://tourismlog.wordpress.com/2011/02/12/die-sanduhr-tickt/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Feb 2011 10:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oman]]></category>
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		<description><![CDATA[In meinem ersten Oman-Blog „Grand Canyon“ habe ich über die Bergwelt und deren Erschließung berichtet. Diese steckt sicher noch in den Kinderschuhen. Raststationen sind praktisch nicht vorhanden und markierte Wanderwege selten. Doch das Netzwerk wird wachsen und mit ihm die &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/02/12/die-sanduhr-tickt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=805&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">In meinem ersten Oman-Blog „Grand Canyon“ habe ich über die Bergwelt und deren Erschließung berichtet. Diese steckt sicher noch in den Kinderschuhen. Raststationen sind praktisch nicht vorhanden und markierte Wanderwege selten. Doch das Netzwerk wird wachsen und mit ihm die Zahl der Naturbegeisterten. Touristen zieht es aber nicht nur in die schöne Bergwelt des Oman sondern auch in die endlosen Weiten der Sandwüsten.</div>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_808" class="wp-caption alignleft" style="width: 277px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/oman-map.jpg"><img class="size-medium wp-image-808" title="Oman Map" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/oman-map.jpg?w=267&#038;h=300" alt="" width="267" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Sandwüsten des Oman</p></div>
<p>Der Oman hat zwei große Sandwüsten. Die Rub Al Khali (oder Empty Quarters) zieht sich von den Vereinigten Arabischen Emiraten über Saudi Arabien, den südwestlichen Oman bis nach Jemen. Der größte Teil der Rub Al Khali liegt in Saudi Arabien. Mit insgesamt über 500,000 km² lässt sich die Rub Al Khali flächenmäßig mit Frankreich vergleichen, welches 544,000 km² bedeckt.<br />
Ich will diesmal aber die kleinere der beiden Wüsten im Oman beschreiben – die Wahiba. Offiziell heißt diese 200 mal 80 Kilometer weite Wüste auch Rimal Ash Sharqiyyah. Sie zieht sich vom Fuß des östlichen Hadjar Gebirges geradewegs nach Süden bis an die Küste nördlich der Insel Masirah. Die Dünen der Wahiba sind mächtig. Bis zu 80 Meter hoch türmen sich die wandernden Sandgebirge auf. Die relative Nähe zu Muskat macht die Wahiba zu einem beliebten Ausflugsziel. Selbst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen in den Wintermonaten zahlreiche Touristen in die Wahiba.</p>
</div>
<div id="attachment_811" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-3.jpg"><img class="size-medium wp-image-811" title="Sanduhr 3" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-3.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Die Wahiba erscheint endlos in der Morgensonne</p></div>
<p>Es ist wohl die Attraktion der endlosen Weite, gepaart mit kohlschwarzen Nächten und sorgloser Stille. Der Großteil der Sandbegeisterten sucht Tranquilität und Abenteuer; das Gefühl sich zu verlieren zwischen den hohen Dünen. Nur zwei Farben prägen das Bild für die Augen der Ruhesuchenden – das Rot des Sandes und ein milchig, staubverwaschenes Blau des Himmels. Nachts ist alles schwarzweiß, die Sterne sind die einzige Lichtquelle soweit man blickt. Auch ich nahm dies zur Gelegenheit, um hoch über der Zeltstadt des Safari Desert Camps meinen Fotoapparat auf einem Stativ gegen den Himmel zu richten. Die wenigen Öllampen des Camps störten kaum. Ihr Licht war aus mäßiger Entfernung kaum stärker als der gleißende Schein Jupiters hoch über dem Horizont.</p>
<div id="attachment_809" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-4.jpg"><img class="size-full wp-image-809" title="Sanduhr 4" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-4.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Jupiter und das Zodiakallicht in der Wahiba, rechts die Milchstraße</p></div>
<p>Rund um Jupiter war da auch noch das Zodiakallicht, ein schwach glimmender Lichtkegel, der gut 50 Grad hoch in den Himmel ragte. So „hell“ und auffällig wie hier in der Wahiba hatte ich seinen Schein in Europa noch nie gesehen. Sein blasses Leuchten kommt von Staubpartikeln im All; mikroskopische Sandkörner, die sich zwischen den Planeten um die Sonne bewegen und deren Licht reflektieren. Ich begab mich mit Stativ und Kamera auf die nächste Düne hinter meinem Zelt und versuchte den weichen Pastell-Schein einzufangen. Es war bereits nach 23 Uhr und ruhig im Camp. Nicht ganz so ruhig war es leider außerhalb der Anlage&#8230;</p>
<p>Unter die Ruhesuchenden mischten sich leider hartgesottene Allrad-Abenteurer, denen ein Ritt über die taghellen Dünen nicht kribbelig genug war. Das sandige Abenteuer macht offensichtlich erst um Mitternacht so richtig Spaß. Mit 300 PS, heulenden Motoren und Fernlicht martern sie ihre Jeeps und Toyotas über die Sandberge. Ich musste zunächst tief durchatmen, um nicht stinksauer zu werden. Vielleicht habe ich es nur falsch verstanden, als das Camp-Management in einer E-mail an einen Freund von mir davon sprach „Ruhe im Camp garantieren zu wollen“. Tagsüber herrscht ja auch Ruhe.</p>
<p>Es wäre so einfach, diese spätabendlichen Ergüsse bessessener Autonarren im Sinne der Wahiba einzustellen. Ein Wort des Campmanagers und niemand würde sich ob eines nächtlichen Fahrverbots schlecht behandelt fühlen. Bisher habe ich nur zweimal im gleichen Camp übernachtet, werde aber beim nächsten Mal den Ort wechseln, in der Hoffnung, etwas mehr nächtliche Tranquilität zu finden.</p>
<div id="attachment_812" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-812" title="Sanduhr 1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-1.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Auch geplanter Straßenbau gefährdet die Wahiba</p></div>
<p>Gefährdet ist die Schönheit der Wahiba aber nicht nur durch die Allrad-Ritter der Finsternis. Müll ist ein viel größeres Problem. Auf meiner Nord-Süd-Durchquerung der Wüste fand ich kaum einen Rastplatz, der nicht von Dosen, Plastik und sogar Ölfässern gesäumt gewesen wäre. Was der Wind nicht von dannen trägt, verteilen die Ziegen in der kargen Einöde. Beduinen sind gleichermaßen schuld an der Vermüllung der Wahiba wie Touristen. Ich konnte es kaum glauben, wie dieses endlose Sandmeer langsam zerstört wird. Früher waren es Wilderer, die den Oryx und andere seltene Tierarten beinahe ausrotteten, dann kamen verwilderte Ziegen und Kamele, die die fragile Natur bedrohen und nun Tourismus. Der entgültige Todesstoß könnte aber eine geplante Autobahn durch die Wahiba sein. Nord-Süd, mitten durch die Wüste. Man kann nur hoffen, dass die planenden Behörden doch noch zur Einsicht kommen. Der Kampf um nachhaltigen Tourismus ist schon schwer genug. Eine Straße mit all ihren Impakten ist aber ein unbesiegbarer Gegner der Natur. Die Trasse durch die Wahiba würde eine Verbindung von Sur nach Ad Duqm um höchstens 15% verkürzen. Ob das geringe Verkehrsaufkommen dieser Route die Verbauung der Wüste rechtfertigen würde, ist fraglich. Ich denke, dass das touristische Potential um ein vielfaches höher ist. Vielleicht existiert in den Schubladen der Entwickler aber noch ein großes Erz- oder Ölvorkommen unter den Sanden der Wahiba, wer weiß schon&#8230; ich höre die Sanduhr jedenfalls ticken.</p>
<div id="attachment_814" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-5.jpg"><img class="size-full wp-image-814" title="Sanduhr 5" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/02/sanduhr-5.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Man kann der Wahiba nur wünschen, dass sie nicht so endet wie diese Gazelle</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/805/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=805&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Conference on Education for Sustainable Development in Support of Cultural Rapprochement and Biodiversity</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 19:46:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oman]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Socotra]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwischen 24. und 26. Jänner fand in Muscat/Oman eine internationale Konferenz zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Unterstützung kultureller Annäherung und Biodiversität statt. Der Titel der Konferenz verrät bereits die Bandbreite der Themenbereiche. Es sollte eine Brücke zwischen Bildung, &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/01/27/conference-on-education-for-sustainable-development-in-support-of-cultural-rapprochement-and-biodiversity/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=780&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">Zwischen 24. und 26. Jänner fand in Muscat/Oman eine internationale Konferenz zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Unterstützung kultureller Annäherung und Biodiversität statt. Der Titel der Konferenz verrät bereits die Bandbreite der Themenbereiche. Es sollte eine Brücke zwischen Bildung, Weltkulturerbe, Biosphären, nachhaltiger Entwicklung und Tourismus gebaut werden. Organisiert und finanziert wurde die Konferenz vom omanischen Bildungsministerium und der UNESCO. Nachhaltiger Tourismus wurde als zentrales Thema in vielen Präsentationen vorgetragen und diskutiert.</div>
<div class="mceTemp"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/imag0135.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-790" title="IMAG0135" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/imag0135.jpg?w=500&#038;h=187" alt="Konferenz Logo" width="500" height="187" /></a></div>
<p>Der erste Tag der Konferenz stand ganz im Zeichen der Bildung und der Rolle der Jugend bei der Erhaltung der Weltkultur- und Naturerbe. Am zweiten Tag fand in einem kleineren Saal des Al Bustan Hotels bei Muscat ein ganztägiger Workshop über nachhaltigen Tourismus in UNESCO Biosphärenreservaten, Weltkulturerbestätten und Geoparks statt. Etwa zwanzig geladene Teilnehmer aus dem Oman, Yemen, Qatar, Bahrain, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten und einige Beobachter, zu welchen ich zählte,  wurden zunächst von Dr. Benno Böer von der UNESCO Doha und Dr. Salvatore Arico der UNESCO Paris in das Thema und die Präsentationen des Workshops eingeführt.</p>
<p>Dr. Böer eröffnete gleich anschließend den praktischen Teil des Workshops mit einem Vortrag über die Aktivitäten der regionalen UNESCO in Biosphärenreservaten, Geoparks und Weltkulturerbestätten auf der arabischen Halbinsel.<br />
Von weltweit 564 geschützten Reservaten der UNESCO befinden sich momentan nur 3 auf der Halbinsel. Der enorme Aufhofbedarf der Region wird dazu noch von der Streichung des omanischen Oryx-Reservates im Juli 2007 untermauert. Dieses Reservat ist neben dem Dresden-Elbe-Tal die zweite Weltkulturerbestätte, die den UNESCO-Status wieder verloren hat. Die Streichung von der Liste hat viele Ursachen und sollte nicht nur als Bestrafung für schlechtes Management gesehen werden, sondern auch als Aufruf zum Umdenken.<br />
Dr. Böer erhoffte sich aus dem Workshop in erster Linie neue Initiativen der Länder zur Schaffung weiterer Biosphärenreservate auf der arabischen Halbinsel. Der Focus der Aufmerksamkeit bewegte sich im Verlauf des Workshops ganz eindeutig in Richtung Socotra-Archipel. Diese jemenitische Inselgruppe vor dem Horn von Afrika ist besonders schützenswert. 37% der über 800 registrierten Pflanzenarten der Inseln sind endemisch. Ähnlich verhält es sich mit der Tierwelt.</p>
<p>Mit der Aufnahme in die UNESCO Liste der Weltkulturerbe und Biosphärenreservate darf eine Stätte wie Socotra jedoch nicht in den Status einer Tourismus-Cashcow abgleiten. Zur Zeit besuchen etwa 4500 Touristen jährlich die Inselgruppe. Im Vergleich zu den 42,000 Einwohnern Socotras ist dies wenig. Für Ahmed Said Sulaiman aus Socotra ist das Limit mit dieser Anzahl von Besuchern jedoch schon erreicht. Ahmed arbeitet für das Ministerium für Umwelt und Tourismus und kennt die Probleme sehr gut.</p>
<p>Es müssen verstärkt Maßnahmen getroffen werden, um den bevorstehenden Ansturm von Besuchern auf die richtigen Wege zu leiten. Nur dann kann eine Weltkulturerbestätte als dreidimensionale Bildungseinrichtung fungieren und der modernen Abwendung von Natur und wertvollen Traditionen entgegenwirken. Neben Informationszentren in den Schutzzonen und der Kontrolle land- und viehwirtschaftlicher Tätigkeiten muss besonderes Augenmerk auf die Bewältigung der Einflüsse durch den aufkeimenden Tourismus gelegt werden. Es gibt bereits gute Ansätze in einigen Biosphärenreservaten. Viele Schritte würden sich weltweit mit Angleichung an die lokalen Gegebenheiten einführen lassen:</p>
<ul>
<li>Schaffung von Besuchersaisonen außerhalb von Brutzeiten gefährdeter Tiere</li>
<li>Limitiertes Wegenetz für Touristen</li>
<li>Nutzung von Solarenergie in Informationszentren</li>
<li>Einbindung der Lokalbevölkerung in die Begleitung und Bildung der Touristen in Schutzzonen</li>
<li>Bessere Konzeptionierung der Müllentsorgung und Wasserversorgung bereits vor ansteigenden Besucherzahlen</li>
<li>Bessere Nutzung des Tourismus als Einnahmequelle zur Erhaltung der Stätte</li>
<li>Erkennen des Bildungspotentials zur Erhöhung des Verständnisses für die globale Erhaltung der Natur</li>
<li>Nutzung von Biosphären als neue Erlebniswelt für junge Menschen aus Städten</li>
</ul>
<p><strong>GPS-unterstützte Erlebniswelt</strong></p>
<div id="attachment_781" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/imag0122.jpg"><img class="size-medium wp-image-781" title="GPS Demo" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/imag0122.jpg?w=300&#038;h=198" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Henning Schwarze stellt den GPS-gestützten Tourguide auf seinem iPad vor</p></div>
<p>Die Verbindung virtueller und natürlicher Erlebniswelten stellte im Verlauf des Workshops Henning Schwarze von der WHS – World Habitat Society (<a href="http://www.world-habitat-society.org/">www.world-habitat-society.org</a>) vor. Virtuelle Wanderwege mit dazugehöriger Information werden auf Smart-Phones oder I-Pads geladen und der Nutzer des Programms kann damit GPS-unterstützt die Umwelt erforschen. Vorteile dieses Systems gegenüber Schautafeln sind zum Beispiel die Möglichkeit permanenter Aktualisierung oder die Vermeidung von störenden Strukturen in der Natur. In Entwicklungsländern besteht auch immer wieder die Gefahr von Diebstahl teurer Metallschilder. Dieses Problem ist mit elektronischen „Schildern“ auch gebannt. Gedacht war dieses System anfangs für Schüler, um sie wieder in die Natur zu locken. Das Potential für Tourismus ist jedoch groß und im Oman wird ab April 2011 ein Pilotprojekt des hiesigen Tourismusministeriums mit etwa 30 Sehenswürdigkeiten im Raum Muscat verfügbar sein, einfach zum Herunterladen von der Webseite des Ministeriums (<a href="http://www.omantourism.gov.om/">www.<strong>omantourism</strong>.gov.om</a><cite>). </cite>Die WHS erhielt für ihr erstes Konzept „GPS-Erlebnisregion im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge“ auch eine Auszeichnung der UNESCO.</p>
<p><strong>Geotourismus</strong></p>
<div id="attachment_782" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/geosites.jpg"><img class="size-medium wp-image-782" title="Geosites" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/geosites.jpg?w=199&#038;h=300" alt="Geosite" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Geologie und Tektonik sind im Oman ungemein spektakulär</p></div>
<p>Ein neue Nische im Tourismusmarkt mit enormen Bildungspotential ist der Geotourismus. Erst 1999 wurde die Schaffung von Geoparks in die Programmgestaltung der UNESCO aufgenommen. Der Süden der arabischen Halbinsel hat einen unvorstellbaren Reichtum an geologischen Sehenswürdigkeiten, die durch den Bau von Straßen, Siedlungen und Fabriken ebenso gefährdet sind wie durch Plünderung und illegalen Raubbau von Mineralien, Schmucksteinen und Fossilien. Dr. Böer hat in seiner Präsentation die Schaffung von Geosite-Schutzzonen als weitere Priorität bei der Erhaltung des Welt-Naturerbes dargestellt.</p>
<div class="mceTemp">Im weiteren Verlauf des Workshops stellten Delegierte der anwesenden Nationen noch ihre Schutzgebiete und das Bemühen um deren Erhaltung vor. Etwas zu kurz kam nach meinem Erachten die Diskussion um „handfeste“ Maßnahmen im Umgang mit steigenden Besucherzahlen und hier insbesonders dem Umgang mit Wasser. Am folgenden und letzten Tag der Konferenz erfuhr ich in einem weiteren Vortrag, dass beispielsweise in Bahrain in den letzten 20 Jahren alle der über 40 natürlichen Quellen versiegt sind. Auf verminderten Regen allein lässt sich dies nicht reduzieren.</div>
<p>Workshop und Konferenz waren insgesamt ein großer Erfolg mit vielen neuen Vorschlägen zur verantwortungsvollen Nutzung unserer Ressourcen und Biosphären und eine großartige Gelegenheit zur Kontaktknüpfung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/780/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/780/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=780&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Grand Canyon</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 08:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oman]]></category>
		<category><![CDATA[bergwelt]]></category>
		<category><![CDATA[grand canyon]]></category>
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		<category><![CDATA[oman]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich am 10. November 2010 zum ersten Mal in Muscat landete, wusste ich noch nicht viel über den Oman. Wikipedia verriet mir, dass das Land am südöstlichen Spitz der arabischen Halbinsel mit 310,000 km² nicht ganz viermal so groß &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2011/01/18/grand-canyon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=750&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich am 10. November 2010 zum ersten Mal in Muscat landete, wusste ich noch nicht viel über den Oman. Wikipedia verriet mir, dass das Land am südöstlichen Spitz der arabischen Halbinsel mit 310,000 km² nicht ganz viermal so groß wie Österreich ist und weniger als 3 Millionen Menschen dort lebten. Dennoch freute ich mich schon Monate vorweg auf die endlosen Sanddünen und die bizzare Bergwelt. Was es alles zu sehen gäbe, verriet mir bereits im Sommer die Reiseliteratur, die ich mir zulegte. Immerhin wusste ich seit dem Frühjahr 2010, dass mich mein nächster Job in dieses Land bringen würde. Damals sagte ich zu, als Mitglied eines kleinen Entwicklungsteams in den Oman zu gehen. Tourismus sollte mein Fachbereich sein, den ich mit anderen Kollegen abdecken würde.</p>
<p>Es dauerte dann mit vielen Verzögerungen bis Anfang November, bis ich physisch im Oman ankommen sollte. Psychologisch befand ich mich schon Monate vorher auf der Reise in den Orient. Nach Syrien, Israel, Libanon und Jordanien würde der Oman das fünfte Land im Nahen Osten sein, welches ich näher kennenlernen dürfte. Arbeit und Abenteuer für mindestens tausend und eine Nacht warteten.</p>
<p>Die ersten beiden Monate ließen mich schließlich einen Oman erleben, der meine kühnsten Vorstellungen eines Wüstenparadieses noch übertraf. Jedes Paradies hat aber auch seine Schattenseiten und diese will ich meinen Lesern in den kommenden Artikeln ganz bewusst nicht vorenthalten. Das Erkennen, Aufzeigen und Diskutieren von Missständen kann helfen, diese zu beseitigen. Ich verfolge deshalb auch konsequent diese Devise, ohne aber unvernünftig ein Land, seine Bewohner und Besucher grundlos anzuprangern. Das würde nirgendwohin führen.</p>
<div id="attachment_753" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-2.jpg"><img class="size-full wp-image-753" title="Grand Canyon 2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-2.jpg?w=500&#038;h=333" alt="Omans Grand Canyon" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">In luftigen Höhen in den Grand Canyon</p></div>
<p>Genug der Philosophie. Auf in die zerklüftete Bergwelt des Oman!</p>
<p>Wer in den Grand Canyon wandern will, muss kein hartgesottener Bergsteiger sein, sollte aber schon mit spektakulären Abgründen umgehen können. Es ist hier nicht die Rede von Amerikas Naturwunder Nummer eins, dem Grand Canyon in Colorado. Auch der Oman hat seinen Grand Canyon, über 1000 Meter tief und mehrere Kilometer lang. Hier wie dort widerspiegeln die Felswände Millionen von Jahren unserer Erdgeschichte und hier wie dort stehen Touristen begeistert und mit Schaudern am Abgrund.</p>
<p>Omans Canyon – kartographisch „Wadi An Nakhur“ genannt – ist kaum von Reisenden überlaufen. Wir, eine Gruppe elf Frau und Mann hoch, trafen auf kein Dutzend anderer Wanderer, als wir Anfang Jänner unseren Trek am Abgrund des Canyons machten. Dabei wäre der gut erhaltene Eselspfad entlang der Felswände recht einfach zu begehen. Er ist gut markiert und in einer kleinen Wanderkarte vom Tourismusministerium beschrieben. Ausgangspunkt für mehrstündige Märsche in den Grand Canyon ist entweder ein kleines Dorf namens Al Khitaym auf 1850 Metern Seehöhe oder das Dorf Ghul weiter unten auf 800 Metern. Verlaufen kann man sich entlang der Wege W6 und W6a kaum. Die gelb-weiß-rot auf Felsen gepinselten Wegmarken sind nicht zu übersehen.</p>
<div id="attachment_756" class="wp-caption alignleft" style="width: 214px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-10.jpg"><img class="size-medium wp-image-756" title="Grand Canyon 10" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-10.jpg?w=204&#038;h=300" alt="Wadi An Nakhur Map" width="204" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ausschnitt aus den guten Faltkarten des Ministeriums</p></div>
<div id="attachment_764" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-41.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-764" title="Grand Canyon 4" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-41.jpg?w=150&#038;h=99" alt="Wegmarkierung im Oman" width="150" height="99" /></a><p class="wp-caption-text">Hier gehts lang</p></div>
<p>Markiert und dokumentiert wurden die Wanderwege erstmals professionell vor wenigen Jahren unter Aufsicht von Reinhard Siegl, einem engagierten Steirer, der seit nunmehr 20 Jahren im Oman lebt. Reinhard ist auch diesmal unser Guide. Er ist wie ich im bevorstehenden Entwicklungsprojekt in der Sparte Tourismus involviert. Es gibt kaum jemanden, der die Naturschönheiten des Oman besser kennt und versteht als Reinhard. Dementsprechend groß ist auch seine Sorge um die Erhaltung dieser Juwelen. Reinhard hat in den Jahren 2003 und 2004 im Auftrag des Ministeriums über 100 Kilometer Wanderwege im Western Hadjar Massiv renoviert, markiert und Karten mit Wegbeschreibungen entworfen.</p>
<div id="attachment_772" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-3.jpg"><img class="size-medium wp-image-772" title="Grand Canyon 3" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-3.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Sonnendächer im Grand Canyon" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Reinhards Rastplätze entlang der Wanderwege</p></div>
<p>Es wurden entlang der Wege auch Sonnendächer mit Sitzbänken aus den natürlichen Materialien Stein, Holz und Barusti gebaut. Barusti-Matten für Hüttenbau werden im Oman traditionell hergestellt, indem man Dattelpalmenzweige über Dampf geradebiegt und verarbeitet. Eine Reihe von „Berghütten“ mit omanischer Architektur würden sehr gut ins Konzept passen. Pläne bestehen ja bereits. Dieser Eingriff in die Natur müsste aber gut geplant und beaufsichtigt werden. Unterstützung erhielt Reinhard Siegl bei der Renovierung der Pfade vom Oman Tourism College (OTC) und vielen anderen Helfern. Zehn handliche Wegbeschreibungen waren das Ergebnis und diese sind nun auch im lokalen Buchhandel erhältlich. Wir hoffen beide, dass dies nur der Anfang einer viel größer angelegten Schaffung von neuen Wegen ist, fürchten aber ebenso den Impakt auf Landschaft und Natur. Von Reinhards anderen viel umfangreicheren Projekten rund um die omanische Höhlenwelt werde ich in weiteren Blogs noch berichten.</p>
<div class="mceTemp">Wo Wege entstehen und Touristen wandern, fällt zwangsläufig auch Müll an. Das Verständnis für die Sauberhaltung der Natur steckt im Oman noch in den Kinderschuhen. Unser Marsch in den Grand Canyon war wahrlich grandios. Meine Blicke vielen jedoch immer wieder auf achtlos entsorgte Wasserflaschen und Dosen.</div>
<div id="attachment_759" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-5.jpg"><img class="size-medium wp-image-759" title="Grand Canyon 5" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-5.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Umweltverschmutzung" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Sogar im Oman auf 2000m zu finden...</p></div>
<p>Schuldig werden wohl alle sein – Touristen, Guides und Einheimische. Der Oman möchte den Tourismus zu einer treibenden Kraft in der Wirtschaft machen und bekennt sich auch zu Ökotourismus und Nachhaltigkeit. Der Weg dorthin, fürchte ich, wird aber steiniger als die Initiatoren der Entwicklung dies sehen. Schnell ist eine Region von Reisenden überlaufen und noch schneller verliert sie dann an Attraktion, wenn Müllhalden ihre Wege säumen. Unsere Entwicklungsvorschläge werden dahingehend auch  Konzepte zur Müllentsorgung und Bewusstseinsschaffung beinhalten.</p>
<p>Ich möchte gleich beim Thema bleiben. Das Bewusstsein einiger Touristen für verantwortungsvolles Verhalten auf Reisen lässt öfters zu wünschen übrig. Das ist kein Geheimnis. Folgende Anekdote wird aber auch euch die Köpfe in Unglauben schütteln lassen.</p>
<div id="attachment_761" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-7.jpg"><img class="size-medium wp-image-761" title="Grand Canyon 7" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-7.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Ziegen überall" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Ingrid zeigt es vor: Vollkornkekse oder Karotten sind gesünder als Papier</p></div>
<p>Nach einer kalten Nacht auf 2000 Metern Höhe im netten Jabal Shams Resort des Tourismusministeriums saßen wir bereits um 7 Uhr am Frühstückstisch. Das großflächig verglaste Restaurant bot einen herrlichen Blick auf die schroffe Bergwelt, die von zarten Rottönen der Morgensonne übermalt war. Draussen liefen langhaarige Ziegen vorbei und warfen hungrige Blicke auf unser morgendliches Mahl. Wir trauten unseren Augen nicht, als plötzlich ein Tourist mittleren Alters eine Ziege mit Papierblättern fütterte und seine Begleiterin dies auch noch filmte! Ingrid aus unserer Gruppe stellte die beiden kurz darauf beim Frühstück zur Rede und bekam diese Erklärung geliefert:</p>
<p>Am Vortag versuchte eine Geiß dem holden Homo Touristicus aus Kärnten ein Stück Papier aus der Hosentasche zu klauen. Das fanden die beiden so lustig, dass sie beschlossen, die Szene nachzustellen und zu filmen. Wenn die Ziegen schon freiwillig Papier fressen, weshalb sie dann nicht für ein tolles Urlaubsfilmchen füttern!? Eine großartige Idee! Sie reiht sich direkt hinter Affen in Thailand ein, die mit Alkohol beglückt werden. Mein Bedauern galt nicht nur den Ziegen, sondern auch der Tatsache, dass die beiden Ignoranten aus Österreich waren. Mögen sie diese Zeilen im Internet doch finden.</p>
<div id="attachment_762" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-8.jpg"><img class="size-medium wp-image-762" title="Grand Canyon 8" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2011/01/grand-canyon-8.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Reinhard Siegl im Gespräch" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Reinhard Siegl (re) im Gespräch</p></div>
<p>Man sieht, es gibt genug zu tun im Tourismus und seiner Entwicklung. Der Oman ist keine Ausnahme und selbst Europa sollte sich öfters seiner gut gemeinten Prinzipien neu besinnen. Nur gelebte Nachhaltigkeit ist nachhaltig und nur bewusst praktizierte Vorantwortung trägt Früchte. Damit es nicht bei leblosem Geblabber bleibt, dafür werden Reinhard, seine Freunde und ich schon sorgen.</p>
<p>Mehr Info zu Trekking im Oman mit Reinhard Siegl gibts unter:<br />
<a href="http://www.trekkingoman.com">www.trekkingoman.com</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/750/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/750/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=750&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tourismus und Frieden &#8211; Quo vadis Thailand</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 10:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viele mittlerweile populäre Urlaubsländer in Südostasien waren vor wenigen Jahren noch Orte des Krieges, der Zerstörung und ethnisch-politischer Konflikte. Es seien nur einige kurz in Erinnerung gerufen: Der Vietnamkrieg endete vor 34 Jahren. Der Laoskrieg endete ebenso 1975. Beide Länder &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/19/tourismus-und-frieden-quo-vadis-thailand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=676&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele mittlerweile populäre Urlaubsländer in Südostasien waren vor wenigen Jahren noch Orte des Krieges, der Zerstörung und ethnisch-politischer Konflikte. Es seien nur einige kurz in Erinnerung gerufen:<br />
Der Vietnamkrieg endete vor 34 Jahren. Der Laoskrieg endete ebenso 1975. Beide Länder blieben daraufhin jedoch für ein weiteres Jahrzehnt praktisch geschlossen. Die Roten Khmer Kambodschas wurden 1978 nach 4-jähriger Schreckensherrschaft (<a title="Tuol Sleng Foltegefängnis Phnom Phen" href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/08/14/tuol-sleng-mahnmal-der-unmenschlichkeit/" target="_blank">Nachlese zu Tuol Sleng</a>) von vietnamesischen Truppen gestürzt. Die vietnamesische Besetzung des Landes endete schließlich 1989. Die letzten Widerstandskämpfer der Roten Khmer ergaben sich erst zwischen 1996 und 1999. Bis zum heutigen Tag gibt es noch immer bewaffnete Konflikte in Teilen Burmas und zahlreiche Distrikte des Unionsstaates sind nachwievor gesperrt (Nachlese: <a title="Tourisms und Frieden - Eastern Shan Sate" href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/11/tourismus-und-frieden-%e2%80%93-reise-in-den-eastern-shan-state-burmas/" target="_blank">Tourismus und Frieden – Eine Reise in den Eastern Shan State Burmas</a>). Selbst in jenen Ländern, die in den letzten Jahrzehnten keine großräumigen militärischen Auseinandersetzungen sahen, gab es häufig blutige Regierungsumstürze, lokal begrenzte Rebellenscharmützel, Proteste und Bombenattentate. Thailand, Indonesien und die Philippinnen zählen zu diesen Nationen.    </p>
<p>Kambodscha, Vietnam und vor allem Laos haben es in den vergangenen Jahren jedoch geschafft, die Tourismuswelt durch diktierte Stabilität und immer besser werdende Infrastruktur zu überzeugen. Unter dem Schutz großer Reiseveranstalter haben sogar Herr und Frau „Neckermann“ ihre Furcht vor der Wildnis Indochinas verloren. Das Stigma einstiger Kriege haftet zwar immer noch an der Region, gepaart mit der Perfektion geführter Touren im klimatisierten Bus entwickelte sich daraus jedoch eine neue Reisefaszination für die „Neckermanns“. Man musste seinen Verwandten zuhause ja nicht erzählen, dass man weder eine einzige der Millionen Landminen in Kambodscha gesehen hatte, noch über einen Kriegsversehrten in Laos stolperte, der sich mit verstümmelten Beinen seinen Weg durch die Marktlandschaft Vientianes bahnte.    </p>
<p>Die anfängliche Angst Thailands, durch die aufstrebenden Länder Indochinas als primäre Reisedestination abgelöst zu werden, bestätigte sich nicht. Viele Reisende starteten ihre Indochina-Touren in Thailand, oder nützten ganz einfach die Drehscheibe Bangkok als Billigflugdestination auf dem Weg in die Nachbarländer. Wiederum andere wollten ein paar stressfreie Tage am Strand von Phuket verbringen, nachdem sie sich zwei Wochen lang der Anspannung ausgesetzt sahen, womöglich von einem übriggebliebenen Roten Khmer-Rebellen verschleppt zu werden&#8230; Wem Indochina bisher als „kribbelig“  erschien, für den war Thailand schlichtweg bedenkenlos als Urlaubsland. Das politische Chaos Bangkoks war schon immer bekannt und konnte der Reputation der Nation als sichere Destination bisher auch kaum etwas anhaben. Viele Urlauber verglichen die politische Situation im Land mit jener Italiens und lagen damit nicht so unrichtig. Von nahezu 20 Regierungsumstürzen seit dem 2. Weltkrieg verliefen „nur“ zwei gewaltsam, 1973 und 1991. Der blutige Verlauf des C<em>oup d’état </em>im Mai 1991 wurde von vielen Touristen zwar mit Schock verfolgt, langfristig negative Auswirkungen hatte aber selbst dieser Konflikt nicht auf die touristische Entwicklung des Landes. Weshalb? Pro-westliche Politik und zur Schau gestellte Polizei- und Militärmacht erzeugten bei Touristen das Gefühl, dass nichts passieren konnte.    </p>
<div id="attachment_679" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-679" title="Thailand quo vadis2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/thailand-quo-vadis2.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Ob gelb oder rot - endlose Demos gefährden den Tourismus Thailands" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Ob gelb oder rot - endlose Demos gefährden den Tourismus Thailands</p></div>
<p>Das hat sich im Dezember 2008 schlagartig geändert. Der Machtkampf zwischen den gelb gekleideten Anhängern der <em>People’s Alliance for Democracy</em> (PAD) und der rot kostümierten Gefolgschaft (UDD, United Front for Democracy against Dictatorship) des 2006 gestürzten Premiers Thaksin Shinawatra gipfelte in der Besetzung beider Flughäfen Bangkoks durch die „Gelbjacken“. Das touristische Chaos war perfekt. Zehntausende waren im Land des Lächelns gestrandet und Ausweichflughäfen hatten nicht die Kapazität, um alle Flüge abzufertigen. Einige Fluglinien stornierten ihre Flüge gänzlich. Die thailändischen Behörden halfen zwar mit Kompensation (zirka 45 Euro pro Tag und Person) für Unterkunft und Verpflegung, und körperlich bedroht war auch niemand in diesem Ausnahmezustand, doch glücklich über den zwangsverlängerten Urlaub war kaum jemand. Der finanzielle Schaden lag bei vielen Touristen weit über der ausbezahlten Soforthilfe. Wenige Monate später kam der nächste Schlag mit schweren Unruhen in Bangkok, nachdem die thailändische Polizei tatenlos dem Sturm eines Konferenzzentrums in Pattaya zusah, wo ein politischer Gipfel der ASEAN-Staaten und Chinas stattfand. Thailand hatte seinen Ruf als sicheres Konferenz- und Reiseland nun entgültig verloren.    </p>
<p>Während offizielle Statistiken neuester Touristenankunftszahlen zur Zeit im Internet nicht abrufbar sind, schaffen ein paar Webspezialisten dennoch, ein klares Bild von der Hotelbuchungssituation in Thailand zu präsentieren: Online-Zimmerreservierungen sind seit Oktober 2008 um über 40% zurückgegangen. Die Weltwirtschaftskrise hat natürlich auch ihren Beitrag zum Rückgang geleistet, jedoch sicher nicht in diesem Ausmaß.    </p>
<p>Während beide Streitparteien im Land (Gelb und Rot) versuchen, jedem Touristen zu versichern, dass der politische Konflikt niemanden den Strandurlaub versauern würde, beurteilen die Außenministerien einzelner Länder die Spannungen keineswegs als harmlos. Eine umfassende Reisewarnung wie jene Australiens (<a title="Reisewarnung Thailand durch Australien" href="http://www.smartraveller.gov.au/zw-cgi/view/Advice/Thailand" target="_blank">Link</a>) ist kein Einzelfall mehr. Touristen haben daraus ihre Konsequenzen gezogen. In Thailand selbst ist man jedoch überrascht. Weder das „gemeine“ Volk, noch die offiziellen Vertreter der Nation haben den Ernst der Lage wirklich erkannt. Sie glauben, mit Ausverkaufsslogans und Gratisvisa den Tourismus wieder ankurbeln zu können. Ich habe in den vergangenen drei Monaten mit sehr vielen Thais über Tourismus und Politik diskutiert. Viele sahen zwar das Problem der politischen Instabilität und dessen Einfluss auf den Tourismus, die meisten wollten ihre eigenen politischen Aktivitäten jedoch nicht ändern oder gar aufgeben. Man kann aber nicht Frieden predigen und Feuer versprühen. Das ist vielen Schichten der thailändischen Bevölkerung noch nicht klar genug geworden.    </p>
<p>Zudem tendiert man in Thailand dazu, unbequeme Wahrheiten von sich zu weisen und sich einfach bessere Erklärungen zurechtzulegen, die ein eigenes Verschulden einer Situation nicht mehr direkt implizieren. Kurz gesagt: Man belügt sich selbst. Das sind schwere Anschuldigungen. Ich habe jedoch in meinen Diskussionen mit mehreren Vertretern  der TAT (Tourism Authority Thailand) festgestellt, dass man sich wirklich der kommoden Ausrede der schlechten Weltwirtschaftslage hingibt, anstatt die politische Lage als Mitverursacher des kollapierenden Tourismus zu analysieren. Thailändische Studenten befragen Reisende auf Flughäfen und vor Hotels noch immer, welches Gericht ihnen am besten mundet und wo sie am liebsten unter der tropischen Sonne braten. Eine Frage wie „Fühlen sie sich durch Demonstrationen in Bangkok verunsichert oder persönlich in ihrer Sicherheit als Tourist bedroht?“ habe ich noch auf keinem Umfragezettel gelesen.    </p>
<div id="attachment_680" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-680" title="Thailand quo vadis3" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/thailand-quo-vadis3.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Kein Tourist fühlt sich wohl beim Anblick von Polizeibarrikaden, hier im April 2009 in Bangkok" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Kein Tourist fühlt sich wohl beim Anblick von Polizeibarrikaden, hier im April 2009 in Bangkok</p></div>
<p>Thailand scheint sich der trügerischen Hoffnung hinzugeben, dass der potentielle Gast sich vor politischen Unruhen entweder nicht weiter fürchtet, oder das verlockende Angebot eines Urlaubs zum Dumpingpreis anziehender wirkt, als die Angst womöglich wieder vor gesperrten Flughafenzufahrten zu sitzen. Derartige Schlussfolgerungen bedeuten auch, dass offizielle Stellen in Thailand der Meinung erliegen dürften, dass die Reisewelt sich schon irgendwann an die unruhige, instabile Lage im Land gewöhnen würde, denn: Touristen sind ja nicht wirklich direkt vom  Machtkampf Gelb gegen Rot betroffen…  Das ist leider ein weiterer fataler Trugschluss.    </p>
<p>Die politischen Unruhen, gekoppelt mit wirtschaftlichen Problemen haben auch in Thailand die Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen. Touristen sind zwar vor Einbrüchen in Hotels sehr sicher, gehäufte Gelegenheitsdiebstähle und versuchter Betrug sind aber auf dem Vormarsch. Die Statistiken der Polizei (<a title="Thai Crime Stats in Thai language" href="http://statistic.ftp.police.go.th/dn_main.htm" target="_blank">Link</a>) sind nur bedingt aussagekräftig und unterliegen offenbar sehr starken Schwankungen, möglicherweise verursacht durch die politisch instabile Lage im Land und die damit verbundenen Prioritäten des Innenministeriums. Viele Urlauber, die Opfer der Kleinkriminalität werden, zeigen aus Frust und Zeitmangel ihre Fälle auch selten an. Man wägt ab, ob es dafürsteht, einen halben Tag bei der durchwegs sehr hilfsbereiten und freundlichen Touristenpoizei zu verlieren, um den Diebstahl eines Paares neuer Schuhe vor einem Tempeleingang, wo man sie deponierte, zu melden. Wird einem Touristen das gemietete Mofa gestohlen, sieht die Sache jedoch schon anders aus.    </p>
<p>Es mutet beinahe paradox an, dass ein westlich orientiertes Land mit demokratischen Strukturen plötzlich gefährlicher auf der touristischen Landkarte erscheint, als so manche Diktatur. Soll das nun heißen, dass mit der Demokratisierung eines Landes auch die Kriminalfälle ansteigen und der Tourismus mit größeren Unsicherheitsfaktoren zu rechnen hat? In Entwicklungsländern leider ja, sage ich ganz unverhohlen. Das unkontrollierte Streben nach Demokratie führt in vielen Zweite- und Dritte-Welt-Ländern manchmal zu anarchistischen Zuständen, die auch den Tourismus negativ beeinflussen, wenn sie außer Kontrolle geraten. Thailand ist da kein Einzelfall. Man erinnere sich nur an die Geburtswehen der chilenischen, argentinischen oder griechischen Demokratie. Thailands Weg zur stabilen Demokratie dauert aber bereits sehr lange an und ich bezweifle, dass die jüngsten Unruhen die letzten gewesen sind.    </p>
<div id="attachment_678" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-678" title="Thailand quo vadis1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/thailand-quo-vadis1.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Das Democracy Monument in Bangkok, Thailand sollte sich öfter an seine Existenz erinnern" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Das Democracy Monument in Bangkok, Thailand sollte sich öfter an dessen Existenz erinnern</p></div>
<p>Es ist sicher keine Diktatur notwendig um wieder die Sicherheit für den Tourismus im Land zu gewährleisten. Allein die Besinnung zu friedlichem Handeln und zur Akzeptanz demokratischer Entscheidungen könnten das Ruder Thailands wieder ins Lot bringen. Touristen werden dann wieder von selbst kommen, nachdem die gute Infrastruktur und die Freundlichkeit der Bevölkerung weltweit bekannt sind. Die Lage ist momentan zwar ernst (<a title="Tourismus Chiang Mai" href="http://www.bangkokpost.com/breakingnews/160735/red-rally-may-hit-chiang-mai-tourism" target="_blank">siehe Bangkok Post</a>), aber keineswegs hoffnungslos.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/676/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=676&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tourismus und Frieden &#8211; der Tempelkrieg</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 08:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor 1000 Jahren wussten die Priester und Baumeister des einst riesigen Khmer-Reiches nicht, was sie anrichteten, als sie hinduistisch-religiöse Tempelanlagen auf einer Hügelkette nördlich der grandiosen Hauptstadt Angkor errichteten. Sie konnten nicht einmal erahnen, dass sich Jahrhunderte später zwei unabhängige Nationen &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/14/tourismus-und-frieden-der-tempelkrieg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=634&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 1000 Jahren wussten die Priester und Baumeister des einst riesigen Khmer-Reiches nicht, was sie anrichteten, als sie hinduistisch-religiöse Tempelanlagen auf einer Hügelkette nördlich der grandiosen Hauptstadt Angkor errichteten. Sie konnten nicht einmal erahnen, dass sich Jahrhunderte später zwei unabhängige Nationen um genau diese Tempelanlagen streiten würden: Thailand und Kambodscha. Die Namen der Tempel: Prasat Preah Vihear und Prasat Ta Muean Tom. Grund der Uneinigkeit: Das ist eine lange Geschichte…</p>
<div id="attachment_635" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-635" title="Mekong map Surin" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/mekong-map-surin.gif?w=500&#038;h=353" alt="Ort des Konflikts - die lange Grenze zwischen Thailand und Kambodscha" width="500" height="353" /><p class="wp-caption-text">Ort des Konflikts - die lange Grenze zwischen Thailand und Kambodscha</p></div>
<p>In den Jahren 1904 bis 1907 wurde die Grenze zwischen dem damaligen Siam und französischen Kolonialprotektoraten (heute Laos und Kambodscha) neu festgelegt. Frankreich und Siam einigten sich 1904 auf die Entsendung von gemischten Vermessungsteams, die die Grenze entlang der Wasserscheide auf der Dongrek Hügelkette bestimmen sollten. Das Siamesische Königreich hatte jedoch keine ausgebildeten Kartographen und fragte daher Frankreich, bei der Erstellung von Kartenmaterial unterstützend zu wirken. Das tat Frankreich auch und zeichnete den Tempel Prasat Preah Vihear als kambodschanisches Besitztum ein. Topografisch gesehen machte dies weder Sinn, noch entsprach es der statuierten Wasserscheide. Abweichungen von dieser waren aber in speziellen kulturellen und sozialen Fällen möglich, damit es zum Beispiel nicht zu Trennung von Ortschaften oder Liegenschaften kam. Preah Viharn kann als solcher Spezialfall gesehen werden &#8211; kulturell zählt dieser Tempel sicher zum Khmer-Reich und damit zu den Vorfahren des heutigen modernen Kambodscha. Der Tempel liegt auf dem höchsten Punkt eines Hügels, der von Thailand aus flach ansteigt und nach Kambodscha hinunter als senkrechte Klippe abfällt. Mag sein, dass Regenwasser teilweise wirklich über die Klippen hinunter nach Kambodscha abrinnt.</p>
<p>Die kontroversielle Karte selbst wurde von Siam nie formell akzeptiert, der finale Grenzvertrag aber 1908 ohne Prostest von der siamesischen Regierung unterzeichnet. Siam befand sich damals „im Glauben“, die französische Grenzziehung wäre gemäß der vereinbarten Bedingungen (Wasserscheide) vonstatten gegangen und damit fair. Erneute Vermessungen und Geländebeurteilungen der Thais in den Jahren 1934-35 fanden den Tempel auf thailändischem Staatsgebiet liegend. Thailand jedoch publizierte und verwendete weiterhin die alten französischen Grenzen und legte keinen Protest bezüglich Prasat Preah Vihear ein. Frankreich und die internationale Staatengemeinschaft sahen in der Anerkennung der französischen Grenze und in Abwesenheit offizieller Proteste gegen die alten Kartenwerke eine Aufgabe des Gebietsanspruches Thailands für Preah Vihear. Für Thailand war die Angelegenheit über Jahrzehnte hinweg jedoch auch einseitig klar: Man administrierte den Tempel als thailändisches Kulturgut.</p>
<p>Nachdem Thailand in den 50er-Jahren Preah Vihear militärisch besetzte, ging von Kambodscha 1959 ein Antrag um Klärung an den Internationalen Gerichtshof. Dieser entschied 1962 unter Berufung auf jahrzehntelang fehlende thailändische Protestnoten, und im Einklang mit den alten französischen Karten für Kambodscha.</p>
<div id="attachment_636" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-636" title="Ta Muean Tom2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/ta-muean-tom2.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Neben Preah Vihear befindet sich auch Prasat Ta Muean Tom auf der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Neben Preah Vihear befindet sich auch Prasat Ta Muean Tom an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha. Auf welcher Seite, ist bei letzterem noch zu klären.</p></div>
<p>Prasat Preah Vihear mit seiner spektakulären Lage auf der hohen Felsklippe war von kambodschanischer Seite ohne Benützung thailändischen Territoriums lange nicht erreichbar.  Es wurden daher über viele Jahre hinweg immer wieder mündliche Vereinbarungen getroffen, die Thailand die Aufsicht und Instandhaltung der Tempelanlage zusprachen. Ein offizieller Besitzanspruch kann sich darin aber nur schwer begründen. Mit dem wachsenden Touristenstrom in die Region und der steigenden Popularität Preah Vihears als Ausflugsziel, begann man in beiden Ländern nun den Geldsegen zu sehen. In den vielen Jahren seit Preah Vihearn touristisch von Thailand aus zugänglich ist, gab es immer wieder Perioden des Konflikts und der Schließung der Anlage. Auseinandersetzungen entstanden nicht nur aus militärischen Gründen, wie in den 80er und 90er-Jahren, als noch Zellen der Roten Khmer-Rebellen das kambodschanische Gebiet um Preah Vihear kontrollierten. Ich erinnere mich noch gut an die Anbahnung von Problemen, als die Thais kambodschanischen Souvenierverkäufern den Zugang zum Tempel über einen thailändischen Weg verweigerten. Die Aussage der Thais damals: Von den Kambodschanern würde die Umgebung des Tempels und somit auch thailändisches Territorium verschmutzt… So unrecht hatten die Thais da gar nicht.</p>
<p>Der Konflikt eskalierte vor etwas mehr als einem Jahr, als der kambodschanische Antrag an die UNESCO um die Aufnahme Preah Vihears in die Liste der Weltkulturerbestätten angenommen wurde. Thailändisch-kambodschanische Vereinbarungen rund um den Tempel wurden kurz vor Genehmigung des UNESCO-Antrages von den Thais als verfassungswidrig erkannt und einseitig annuliert. Umstritten ist nunmehr nicht so sehr der territoriale Anspruch des Tempels selbst, sondern die Zugehörigkeit weiterer 4,6 Quadratkilometer Land in unmittelbarer Nähe der Ruinen. Leittragende des Konflikts sind seit jeher die Familien der bisher gefallenen und verwundeten Soldaten beider Seiten, und auch der gesamte Tourismus.</p>
<p>Sollten sich die beiden Länder nicht über einen bilateralen, uneingeschränkten Zugang zum Tempel für Touristen einigen können, wäre der Ernennung der Anlage zum Weltkulturerbe nicht wirklich Genüge getan. Ultranationalisten in beiden Ländern versuchen nachwievor, eine Einigung der Regierungen Thailands und Kambodschas zu torpedieren. Während die einen auf das alte Khmer-Reich und dessen Anspruch auf weite Teile Thailands pochen, erklären andere die franko-thailändische Vereinbarung von 1908 (und die Karte von 1907) als Diebstahl des Tempels durch Frankreich und somit Kambodscha. Dabei würden beide Nationen vom sicheren und freien Tourismus in dieser abgelegenen Region profitieren.</p>
<div id="attachment_637" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-637" title="Ta Muean Tom3" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/ta-muean-tom3.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Zur Zeit eskortieren Thai-Soldaten jeden Touristen durch Prasat Ta Muean Tom. Der Eintritt ist frei." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Zur Zeit eskortieren Thai-Soldaten jeden Touristen durch Prasat Ta Muean Tom. Der Eintritt ist frei.</p></div>
<p>Nach Abschluss meiner Mekongreise durch Nordostthailand wollte ich mir vor wenigen Tagen selbst ein Bild von Preah Vihear und seiner derzeitigen touristischen Entwicklung machen. Erfolglos – der Zugang zum Tempel war gesperrt. Ich musste auf eine zweite, weitaus weniger bekannte Anlage etwa 150 km weiter westlich ausweichen: Prasat Ta Muean Tom. Auch hier ist die Grenzziehung von Disputen umwirbelt. Zur Zeit wird dieser Khmer-Tempel im Urwald an (oder auf) der Grenze von der thailändischen Armee bewacht. Das Gebiet um die von Thailand restaurierten Ruinen ist gesperrt – alte Minenfelder sind der Grund. Touristen werden von den Thais zwar eingelassen, bekommen aber einen unbewaffneten Vertrags-Soldaten der Thai-Armee als Begleiter zugewiesen. Als ich Prasat Ta Muean Tom besuchte, saßen keine 10m hinter dem hohen Tempelportal auch einige kambodschanische Soldaten. „Sie sorgen dafür, dass kein Tourist hinunter nach Kambodscha läuft. Wir hatten dieses Problem bereits.&#8220;, bekomme ich zu hören. </p>
<div id="attachment_638" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><img class="size-medium wp-image-638" title="Ta Muean Tom1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/ta-muean-tom1.jpg?w=199&#038;h=300" alt="Diese Tafeln rund um Ta Muean Tom bezeichnen die Minengefahr" width="199" height="300" /><p class="wp-caption-text">Diese Tafeln rund um Ta Muean Tom bezeichnen die Minengefahr</p></div>
<p>&#8222;Die Gefahr ist nicht, dass jemand am helllichten Tag angeschossen wird, sondern die Minen im ungeklärten Waldgebiet rund um den Tempel.“, erläutert mein Thai-Armee-Begleiter weiter. Meine Frage, wem nun der Tempel gehöre, beantwortete der Soldat mit Diplomatie: „Es gibt mehrere Kartenversionen. Wir sind gerade dabei, die Grenze mit den Kambodschanern neu und entgültig zu markieren.“ Von einer anderen Quelle erfuhr ich später, dass auch Prasat Ta Muean Tom von Kambodscha beansprucht wird und bereits flott an einem Zugangsweg gebaut wird.</p>
<p>Zu allem Überdruss gibt es dann sogar noch einen dritten, kleinen Tempel direkt auf der Grenze. Dieser, der Name ist mir leider nicht bekannt, ist auf keiner guten Straße erreichbar und touristisch auch nicht erschlossen, wird aber dennoch von den Armeen beider Länder bewacht, oder besser: beobachtet.</p>
<p>Im Fall von Prasat Preah Vihear sieht es leider so aus, als hätte der Tourismus nicht zum Frieden beigetragen, sondern den Konflikt über Jahre hinweg erst richtig angefacht. Ob sich Kambodscha und Thailand wirklich im Sinne der Völkerverständigung und des „grenzenlosen“ Tourismus einigen werden, ist offen. Beide Seiten argumentieren zwar für die Bereinigung des Disputs, so richtig glauben will es hier in Südostasien aber keiner. Zu tief sitzt das Misstrauen in den Gehirnen der Politiker. Solange Jahrhunderte alte Ressentimente den Umgang miteinander bestimmen, wird auch der Tourismus nicht konfliktklärend wirken können. Das haben aber weder die Lokalbevölkerung, noch die Tempelanlagen selbst verdient.</p>
<p>Nachleselink: <a title="Preah Vihear Int Gerichtshof" href="http://www.icj-cij.org/docket/index.php?sum=284&amp;code=ct&amp;p1=3&amp;p2=3&amp;case=45&amp;k=46&amp;p3=5" target="_blank">Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes um Preah Vihear</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/tourismlog.wordpress.com/634/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/tourismlog.wordpress.com/634/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=634&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tourismus und Frieden – Reise in den Eastern Shan State Burmas</title>
		<link>http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/11/tourismus-und-frieden-%e2%80%93-reise-in-den-eastern-shan-state-burmas/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 09:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Ein schwer geprüftes Land   Es vergeht kein Jahr ohne negative Schlagzeilen aus der politischen Welt Burmas. Seit 1962 regiert das Militär und verhindert mit brutaler Gewalt jeden Versuch der Opposition, das Land wieder von diesem Joch zu befreien. Die &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/11/tourismus-und-frieden-%e2%80%93-reise-in-den-eastern-shan-state-burmas/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=577&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><strong> </strong></div>
<p><strong>Ein schwer geprüftes Land</strong>  </p>
<p>Es vergeht kein Jahr ohne negative Schlagzeilen aus der politischen Welt Burmas. Seit 1962 regiert das Militär und verhindert mit brutaler Gewalt jeden Versuch der Opposition, das Land wieder von diesem Joch zu befreien. Die ganze Welt kennt den Leidensweg der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. 1990 errang sie bei freien Wahlen mit ihrer Partei <em>National League for Democracy</em> einen Erdrutschsieg. Wenige Monate danach erklärte das Regime in Rangoon das Wahlergebnis für ungültig und schlug die folgenden Proteste blutig nieder. 14 der letzten 20 Jahre verbrachte Aung San Suu Kyi unter Hausarrest und erst vor wenigen Wochen wurde sie zu weiteren 18 Monaten Ausgangssperre verurteilt. Ein schlechtes Vorzeichen für die kommenden Wahlen im Jahr 2010.  </p>
<p>Burmas Konflikt hat seine Wurzeln jedoch nicht nur im Verlangen der Bevölkerung nach mehr Demokratie. Die Gründe sind viel weitreichender. Über 80 ethnische Gruppen bewohnen den 50-Millionen-Einwohner-Unionsstaat. Zahlreiche Minderheiten streben seit der Unabhängigkeit 1948 nach Autonomie und Selbstverwaltung. Über 20 Gruppen habe ihre eigene Armee und das Drogengeschäft spielt in manchen Regionen eine gewichtige Rolle. Hinzu kommen noch die wirtschaftlichen und strategischen Interessen der Nachbarländer Burmas und die grenzenlose Korruption in den Reihen der heimischen Politik und Verwaltung. Eigentlich klingt das alles zusammen sehr hoffnungslos. Trotz all dieser Probleme hatte Burma (heute heißt der Staat <em>Union of Myanmar</em>, nach seiner Umbenennung durch die Regimeführung) aber in den ersten Jahren nach der Unabhängikeit vom Britischen Königsreich eine aufstrebende Wirtschaft. Das Land konnte noch von der britischen Infrastruktur und den alten Geschäftsbeziehungen zehren. Das jähe Ende kam dann mit der Machtübernahme durch General Ne Win. Burma stürzte in den wirtschaftlichen Tiefschlaf. Tourismus gab es für viele Jahre überhaupt nicht und selbst nach der geringfügigen Öffnung in den 80er-Jahren war eine Reise in diesen Vielvölkerstaat teuer und durch das Regime sehr eingeschränkt.  </p>
<p>Die burmesische Opposition und viele internationale Organisationen forderten jahrzehntelang zum Tourismusboykott gegen Burma auf. Ihre Argumente: Das Regime des Staates würde durch Tourismuseinnahmen finanziell nur noch weiter gestärkt. Devisenzwangsumtausch und die Notwendigkeit der Benützung staatlicher Einrichtungen unterstützten die Boykottforderungen lange Zeit kräftig. Beides ist heute jedoch Vergangenheit. Natürlich erwirtschaftet Burmas Militärregierung weiterhin durch den  Tourismus einen Teil ihrer Deviseneinnahmen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Der Großteil „harter Währungen“ für das Militärregime kommt nicht von Touristen, sondern vom Verkauf von Holz, Bodenschätzen, Erdgas und Fischereirechten, sowie von Burmesen, die in den Nachbarländern arbeiten und ihre Ersparnisse zurück ins Land bringen. Zu den Käufern der natürlichen Resourcen Burmas zählen nicht nur die ASEAN-Staaten und China, sondern auch viele westliche Nationen.  </p>
<div id="attachment_587" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><img class="size-medium wp-image-587" title="Camp 2000 14" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/camp-2000-14.jpg?w=245&#038;h=300" alt="Der Bürgerkrieg hat Millionen zu Flüchtlingen gemacht" width="245" height="300" /><p class="wp-caption-text">Der Bürgerkrieg hat Millionen zu Flüchtlingen gemacht</p></div>
<p>Die meisten ethnischen Minderheiten der Nation haben in den 90er-Jahren nach langen Partisanenkriegen unter militärischem Druck Waffenstillstände und Friedensverträge mit dem Regime geschlossen. Die neuerlangte Sicherheit gab den Machthabern in Rangoon zwar die Möglichkeit der Kontrolle und Ausbeutung der „befriedeten“ Regionen, führte aber auch zur touristischen Öffnung bis dahin gesperrter Zonen. Zur Zeit erscheinen jedes Jahr neue Destinationen auf der Liste bereisbarer Orte Burmas und das Verständnis der Regierung für die Entwicklung des Toursimus hat sich grundlegend geändert. Aber auch die Argumente der Tourismusgegner haben sich gewandelt. Es sind nicht mehr nur die finanzpolitischen Gründe, die gegen eine Reise ins <em>Goldene Land</em> propagiert werden, sondern auch der Boykott aus ideologisch-politischen Gründen.  </p>
<p>Seit Jahren überlege ich schon, ob dieser Boykott überhaupt sinnhaft ist. Wenn ich ohne große Hindernisse individuell durchs Land pilgern könnte, meine Devisen ungehindert unters Volk bringen könnte und mit den Menschen unzensierte Gespräche führen könnte, was sollte dann so falsch sein an einer Reise nach Burma? Ja, ich bin ein Regimekritiker, aber ich würde nicht als Befreiungskämpfer ins Land kommen, sondern als Tourist und Vermittler. Ich würde auch nicht versuchen, den nächsten Aufstand auszubrüten, sondern mit den Leuten über ihr Land, ihre Geschichte und ihre Wünsche schwätzen. Ist das schlecht? Ich finde es auch sehr eigenartig, dass viele „Burmaverweigerer“ fraglos (gedankenlos?) nach Vietnam, Laos oder China reisen. In diesen Ländern gibt es unzählige politische Häftlinge, Menschen werden enteignet &#8211; sogar für touristische Projekte – und ethnische Minderheiten politisch und wirtschaftlich benachteiligt. Meine Argumente sehe ich nicht als Freibrief für burmesischen Massentourismus. Wer jedoch in ein diktatorisch geführtes Land reist, sollte sich bereits vorher Gedanken machen, unter welchen Voraussetzungen er/sie dorthin fährt und ob es der Lokalbevölkerung dienlich sein kann. Ist letzteres nicht gegeben, rate auch ich von einer Reise ab, egal ob Burma, Laos oder sonstwo.  </p>
<p><strong>Entschluss zur Reise nach Burma</strong>  </p>
<div id="attachment_730" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/doi-inthanon-mit-bernd-und-leone1.jpg"><img class="size-medium wp-image-730" title="Doi Inthanon mit Bernd und Leone" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/doi-inthanon-mit-bernd-und-leone1.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">In den luftigen Höhen des Doi Inthanon wurde die Fahrt in den Shan State beschlossen.</p></div>
<p>Mitte August fuhr ich nach Chiang Mai, um mit dem Ethnologen Reinhard Hohler über den Mekong zu sprechen. Daneben war auch ein Treffen mit weiteren Freunden aus Österreich geplant. Die beiden, Leone und Bernhard Hantke aus Klagenfurt, waren auf dem Weg von Laos nach Nordthailand und unsere Wege kreuzten sich zufällig in Chiang Mai.<br />
Am zweiten Tag meines Aufenthaltes in der kulturreichen Metropole Nordthailands traf ich mich zunächst mit Reinhard. Unser spätabendliches Geschnatter driftete nach und nach vom Mekong in Thailand ab in Richtung Nordwesten in den Shan-Staat der <em>Union of Myanmar</em>. Reinhard schilderte mir seinen abenteuerlichen Ritt mit einem 35 Jahre alten Landrover von Mae Sai über Keng Tung nach Möng La an der chinesischen Grenze und wieder zurück nach Thailand. Ich war wie gefesselt von seinen Erzählungen über die Volksgruppen des Shan-Staates, die zerklüftete Bergwelt, unberührte Hilltribe-Dörfer und das freundliche Entgegenkommen der Menschen in dieser entlegenen Region. Wie vom Blitz getroffen entschloss ich mich, seine Reise nachzuvollziehen. Meine Begleiterin meinte zwar, ich sei verrückt, aber auch sie fand schließlich Gefallen an der Idee. Um für unsere Tour mehr Sicherheit zu gewährleisten und auch die Kosten zu senken wollte ich noch Freunde mitnehmen. Ausserdem macht es viel mehr Freude, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Ich fragte daher am nächsten Tag Leone und Bernhard bei einem Ausflug auf den Gipfel des Doi Inthanon, Thailands höchsten Berg mit 2565 Metern, ob sie die Fahrt in den <em>Eastern Shan State</em> mitmachen würden. Ihre Entscheidung fiel in wenigen Minuten. Sie sagten sie zu und wir legten bereits den nächsten Morgen als Abfahrtstermin fest.  </p>
<p>Für die 7-tägige Fahrt hatte ich mir kurzfristig noch einige Grundsätze zurechtgelegt: So wenig Geld wie möglich den staatlichen Institutionen Burmas zu hinterlassen, in privaten Unterkünften zu übernachten und mit den Menschen über den Tourismus und die Sinnhaftigkeit des Boykotts zu diskutieren. Ich wollte nicht einfach nur in den Eastern Shan State reisen um mein Bedürfnis nach Abenteuer zu stillen. Die Fahrt musste einen Zweckhintergrund haben – <strong>Tourismus und Frieden</strong>. Dieses Thema hatte ich bereits vor ein paar Monaten mit <strong><em>respect</em></strong> in Wien besprochen und nun war eine großartige Gelegenheit entstanden, in Burma zu recherchieren und einen Beitrag dazu zu schreiben.  </p>
<div id="attachment_589" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-589" title="Mekong map Shan State" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/mekong-map-shan-state1.gif?w=300&#038;h=211" alt="Der Eastern Shan State ist eingebettet zwischen Thailand, Laos und China" width="300" height="211" /><p class="wp-caption-text">Der Eastern Shan State ist eingebettet zwischen Thailand, Laos und China</p></div>
<p>Meine Erwartungen waren trotz der überschwenglich positiven Erzählungen von Reinhard Hohler eher gelassen und nicht zu hoch. Ich befragte kurzfristig einige Thais in Chiang Mai und alle berichteten mir von Diebstählen, Sicherheitsproblemen und schlechten Straßen im Shan-Staat. Letzteres traf dann wirklich zu, das fürchtete ich aber am wenigsten.  </p>
<p><strong>Unvermeidlicher Papierkram</strong>  </p>
<p>Den ersten Tag der Reise verbrachten wir noch in Thailand mit dem Einkauf notwendiger Kleinigkeiten, wie etwa einer wasserdichten Kunststoffplane für die Ladefläche meines Allrad-Pickups und Naschereien für die Fahrt. Bevor wir schließlich 7 km vor dem Grenzort Mae Sai im kleinen, hübschen Fai Nam Rim Resort übernachteten, konnte ich auch noch die thailändischen Zollpapiere schnell, billig (25 Baht = 50 Eurocent) und unkompliziert erledigen.  </p>
<p>Am folgenden Tag brachen wir schon früh auf. Wir wollten gleich nach den Grenzformalitäten weiter nach Keng Tung, der Hauptstadt des Eastern Shan State (ESS), fahren. Die ersten Stunden in Burma waren aber trotz unserer Reiseeuphorie eher ernüchternd.  </p>
<div id="attachment_590" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-590" title="Miss Win" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/miss-win.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Miss Win von Myanmar Travel and Tourism half uns über die bürokratischen Hürden hinweg" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Miss Win von Myanmar Travel and Tourism half uns über die bürokratischen Hürden hinweg</p></div>
<p>Der Einreisepapierkram gestaltete sich zermürbend und wäre ich nicht schon von Reinhard gewarnt worden, wer weiß, ob ich nicht auf der Grenzbrücke zwischen Mae Sai und Tachilek wieder umgedreht hätte. Zum Glück war da aber Miss Win vom <em>Myanmar Travel and Tourism Office.</em> Sie schlichtete nicht nur die gesamten Einreisepapiere, sondern half uns auch noch mit guten Ratschlägen, wie wir uns bei den Kontrollstellen entlang des <em>Asian Highway No. 2</em> von Tachilek nach Keng Tung und auf dem <em>Asian Highway No. 3 </em>weiter nach Möng La zu verhalten hatten und wo wir uns überall melden mussten. Wenn man aus dem frei bereisbaren Thailand kommt, sind all diese Meldevorschriften und Checkpoints natürlich wie ein Dampfhammer. Was wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht kannten, war die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des gesamten Personals an jedem Checkpoint entlang der Strecke. Hoppla, nicht jeden Checkpoints… Da war auch noch der Schranken der ethnisch chinesisch besetzten Kontrollstelle der <em>Special Region 4 of Eastern Shan State</em>, einer Region, die seit 1989 von der National Democratic Alliance Army (NDAA) kontrolliert wird. Mehr über diesen Staat im Unionsstaat der Shan aber später.  </p>
<p>Gut zwei Stunden liefen wir vier Abenteurer zwischen Einwanderungsbehörde, Tourismusbüro und Zoll hin und her, bis wir schließlich die Erlaubnis erhielten, mit Reisepass-Ersatzpapieren und 20 Kopien einer 3-Seiten-Reisegenehmigung ausgestattet unsere Fahrt anzutreten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits um 50 Dollar fürs Auto, 35 Dollar für die Haftpflichtversicherung, je 10 Dollar für Visa und noch insgesamt 300 Baht (8 Dollar) für 5 Tage Straßentaxen und Fahrzeugpassagiertaxen erleichtert. „Wenn das so munter weitergeht“, dachte ich mir, „sieht mich Burma nicht wieder…“ Mein Reisebegleiter Bernhard sprach nüchtern aus, was ich mir nur dachte: „Die schröpfen uns wie Goldesel…“ Es war nicht die Summe der einzelnen Beträge, die uns gleich am ersten Tag den Kopf schütteln ließ; es waren die Bezeichnungen der Gebühren und die Tatsache, dass solche von Touristen überhaupt eingehoben wurden. <em>Fahrzeugpassagiertaxe</em>, lächerlich… Burmas Behörden werden sich ernsthaft überlegen müssen, ob sie Touristen mit solchen Kleinigkeiten in Zukunft frustrieren wollen. Die Psychologie eines Reisenden ist nicht immer rational. Hätte man uns eine universelle Gebühr im Äquivalent der einzelnen Beträge abgeknackt, hätten wir vermutlich nicht einmal mit einer Wimper gezuckt. Stattdessen ließ uns der Staat aber die volle Ironie seiner schwerfälligen Bürokratie spüren.  </p>
<p>Um etwa 11 Uhr vormittags verließen wir dann endlich den modernen, unattraktiven Grenzort Tachilek in Richtung Keng Tung. Wir hatten keine 5 km der 165 km langen Strecke hinter uns gebracht, als das muntere Schröpfen wirklich weiterging. Autobahngebühr. Auch diese Kleinigkeit war uns aufgrund eines informativen Reiseberichtes von Reinhard Hohler bereits bekannt. Wir bezahlten anstandslos die geforderten 1000 Kyat (1 Dollar) und mussten eigentlich nur darüber lachen, wie man für eine Rumpelpiste wie diese Straße eine Autobahngebühr einheben konnte. Es folgten dann noch zwei weitere Mautstellen und 4700 Kyat Gebühr. Der <em>Asian Highway No. 2</em> wand sich zunächst sehr flach durch die Ebene hinter Tachilek, bis wir anschließend eine Hügelkette überquerten und nach knapp 50 km den ersten größeren Ort, Ta Lay, erreichten. Den ersten Kontrollpunkt hatten wir schon früher passiert. Dort widerfuhr uns auch die bereits erwähnte Freundlichkeit der Polizei- und Zollorgane. Hätten wir nicht immer auf die flotte Weiterfahrt gepocht, wir hätten vermutlich an jedem Checkpoint Tee trinken können und wären womöglich gar nicht bis Keng Tung gekommen. Daneben sei noch positiv vermerkt, dass bei den Kontrollpunkten niemand auch nur auf die Idee kam, uns weitere Dollar aus den Taschen zu locken. In einigen Reiseführern ist völlig unrichtig von Schmiergeldattacken an ahnongslose Touristen die Rede. Diese Erfahrung machten wir während der gesamten Fahrt nicht.  </p>
<div id="attachment_592" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-592" title="Asian Highway No 2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/asian-highway-no-2.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Buddha wacht über den Asian Highway No. 2 im Shan-Staat" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Buddha wacht über den Asian Highway No. 2 im Shan-Staat</p></div>
<p>Nach Ta Lay, wo wir unsere Mittagspause einlegten, wurde die Landschaft immer spektakulärer. Die von regenzeitlichen Erdrutschen gesäumte Asphaltpiste führte nun durch enge Flusstäler und vorbei am Shan-Dorf Mong Phayak immer höher hinauf in die wilden Berge des Eastern Shan State. Die Region ist von verschiedensten ethnischen Minderheiten bevölkert und mit geübtem Auge erkennt man auch sofort die unterschiedlichen Baustile der Hütten. Auf Tai Lue Ortschaften folgen Lahu- und Akha-Dörfer und so weiter; die ethnische Mixtur des Shan-Staates ist faszinierend! Den höchsten Punkt der kurvenreichen Straße markiert der Loi Mwe Pass (1340m). Danach fuhren wir steil hinab in die Hochebene um Keng Tung. Es war bereits 5 Uhr nachmittags, als wir unser Tagesziel erreichten.  </p>
<p><strong>Keng Tung und der umkämpfte Shan-Staat</strong>  </p>
<div id="attachment_593" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-593" title="Keng Tung City View" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/keng-tung-city-view.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Metropole des Shan-Staates - Keng Tung" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Metropole des Shan-Staates - Keng Tung</p></div>
<p>Keng Tung ist nicht klein. Geschätzte 20,000 Menschen zählt die Bevölkerung. Und dennoch hat die Stadt Dorfcharakter. Die meisten Häuser sind aus gebrannten Lehmziegeln gebaut, weiß gestrichen und mit dunklen, verwitterten Tonschindeln gedeckt. Zwischen den Wohnhäusern der Stadt ragen die roten Dächer und goldenen Pagoden der über 40 buddhistischen Tempel Keng Tungs empor. Auch viele Christen leben hier, ich fand in den folgenden Tagen fünf Kirchen. Sogar eine kleine Moschee dient den wenigen pakistanischen und burmesischen Moslems in Keng Tung als Ort des Gebets. Der Großteil der Bevölkerung der außergewöhnlich sauberen Stadt sind Tai Khoen. Sie sprechen ihre eigene Sprache, die mich an laotische Dialekte erinnerte. Trotzdem sind fast alle Menschen mit der thailändischen Sprache vertraut. Burmesisch hört man in Keng Tung kaum. Nur die zugewanderten Militärs, Angestellte der Behörden und wenige Geschäftsleute kommunizieren in dieser Sprache. Die vermutlich im 12. Jahrhundert gegründete Stadt Keng Tung war einst eines der frühen Thai-Königreiche, die sich vom heutigen Nordthailand bis ins südliche Yünnan erstreckten. Der letzte Versuch, Keng Tung wieder an das alte „Heimatland“ Thailand anzuschließen, wurde von der Thai-Armee mit japanischer Hilfe in den Jahren 1942-45 unternommen, am Ende des Zweiten Weltkrieges jedoch von den Siegermächten wieder rückgängig gemacht.  </p>
<p>Was danach folgte war ein Chaos aus Drogenkriegen, Unabhängigkeitskämpfen und Versuchen Burmas, Chinas und Thailands, ihren Einfluss im Shan-Staat für die Nutzung der natürlichen Rohstoffe zu sichern. Leidtragende dieser Konflikte waren immer die einfachen Menschen der vielen Minderheiten. Die Stadt Keng Tung selbst blieb von den Kämpfen weitgehend unberührt, im gesamten Shan-Staat aber kam es zu enormen Flüchtlingstragödien, zwangsweisen Umsiedlungen und wechselnder militärischer Unterdrückung. Bis heute ist der Frieden nicht wiederhergestellt. Ruhe herrscht nur dort, wo Machtverhältnisse eindeutig geklärt sind. Trotz Waffenstillständen und Friedensverträgen des Regimes mit den ethnischen Gruppierungen brechen immer wieder neue Gefechte zwischen staatlichen Truppen und den Rebellenarmeen aus. Dabei geht es vorwiegend um Geld, Drogen und wirtschaftliche Kontrolle. Während unserer Reise durch den Eastern Shan State und die Special Area 4 wurde nur 200 km weiter nordwestlich zwischen Burmas Armee und Soldaten der Kokang-Rebellen gekämpft. Inoffizieller Grund: Einfluss im Kautschukhandel mit China.  </p>
<p>Ist die touristische Öffnung so einer Region überhaupt erstrebenswert? Ich sage Ja. Mit wachsenden Touristenzahlen steigert sich auch die finanzielle Unabhängigkeit der Bevölkerung vom Staat und dessen Strategien. Natürlich profitiert auch das repressive Regime. Es wird mit wachsenden Einnahmen aus dem Tourismus aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch seine Gesinnung langsam ändern und nicht kriegsfördernde, sondern friedensbringende Maßnahmen in Regionen wie dem Shan-Staat setzen. Betrachtet man die Broschüren und Poster des burmesischen Tourismusministeriums, fällt bereits auf, dass man sich in Kampagnien immer mehr der ethnischen Diversität der Union widmet. Der Tourismus bewegt in Burma also doch die langsamen Mühlen der Veränderung. Auch die Frage, ob es möglich ist, weitgehend die Lokalbevölkerung mit touristischen Ausgaben zu unterstützen, will ich mit einem klaren Ja beantworten.  </p>
<p><strong>Touristische Infrastruktur</strong>  </p>
<div id="attachment_594" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-594" title="New Keng Tung Hotel" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/new-keng-tung-hotel.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Komfort aus Beton - das New Kyaing Tong Hotel" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Komfort aus Beton - das New Kyaing Tong Hotel</p></div>
<p>Genau das war eines meiner selbstgesetzten Ziele für diese Reise: So wenig Geld wie möglich an den Staat zu geben. Unsere Unterkunftssuche in Keng Tung gestaltete sich auch dementsprechend. Leone, Janey, Bernhard und ich klapperten ein Gästehaus nach dem anderen ab, um uns einen Eindruck vom Angebot zu verschaffen. Unterkünfte sind nicht rar in Keng Tung. Neben dem riesigen staatlich geführten New Kyaing Tong Hotel gibt es mindestens 8-10 weitere Hotels und Gästehäuser. Die Preise der Gästehäuser sind ein wenig höher als in Nordthailand, das New Kyaing Tong Hotel im Verhältnis billig. Eine Nacht im klimatisierten Doppelzimmer kostet dort zur Zeit 18 Dollar inklusive einfachem Frühstück für zwei Personen. Meine Reisegefährten Leone und Bernhard erlagen hier der Versuchung und entschieden sich für den Komfort aus Beton. Ich nahm ihnen diese Wahl aber keineswegs übel. Keng Tungs Gästehäuser bieten im Vergleich viel weniger Luxus und sind teilweise sogar noch teurer. Die Strategie des großen Hotels ist klar – die Konkurrenz unterbieten. Profit kann der Betreiber damit aber wohl kaum erwirtschaften. Die ersten Anzeichen der langsamen Verwahrlosung sind bereits erkennbar: Ein thailändischer Gast erzählte mir von seiner Klimaanlage, die das Zimmer eigentlich mehr aufheizte als kühlte und bei anderen Gästen musste der Klempner spätabends ans Werk. Leone und Bernhard hatten mehr Glück und waren sehr zufrieden mit ihrer Unterkunft.  </p>
<div id="attachment_595" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-595" title="Sam Yweat Guest House" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/sam-yweat-guest-house.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Meine Wahl: das Sam Yweat Guest House - Homestay im Shan-Stil" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Meine Wahl: das Sam Yweat Guest House - Homestay im Shan-Stil</p></div>
<p>Meine und Janeys Wahl fiel auf das einfache Sam Yweat (sprich Saam Jood) Gästehaus unweit des lokalen Marktplatzes. Ein Zimmer im Holzhaus der Familie kostete dort 13 Dollar inklusive Frühstück. Klimaanlage hatten wir keine und brauchten sie auch nicht. Nachts kühlte es im 800m hoch gelegenen Keng Tung auf angenehme Temperaturen ab. Ein weiterer Vorteil der Nächtigung bei einer lokalen Familie ist der einfache Erhalt von Informationen über die Region und touristische Ziele. Frau Khan, die Besitzerin des Sam Yweat, nahm sich sehr viel Zeit für meine Fragen.  </p>
<p>Neben unseren gewählten Hotels gab es noch das sehr saubere, neue Paradise Hotel um 29 Dollar, Harry’s Gästehaus am nördlichen Stadtrand mit 20 einfachen Zimmern für 6-12 Dollar ohne Verpflegung, das Private Resort an der Straße zum Flugplatz für 16 Dollar und noch weitere kleine Etablissements im Stadtzentrum unweit des Nong Tung Sees. Entlang dessen Ufer findet der Reisende auch ein paar Teehäuser und das Azure Restaurant, welches wir fast jeden Abend unseres Aufenthaltes in Keng Tung aufsuchten. Aufgekocht wurde unter einem Flugdach vor dem Haus der Besitzer und serviert wurden die örtlichen Leckereien auf schnell aufgestellten Tischen direkt neben den klaren Wassern des Nong Tung. Diese nahezu perfekte Idylle wurde nach Einbruch der Dunkelheit nur von jungen Leuten gestört, die mit ihren Mofas rund um den See flanierten – vor wenigen Jahren waren sie sicher noch <em>per pedes</em> oder mit dem Drahtesel unterwegs…  Große Gartenrestaurants wie überall in Thailand findet man in Keng Tung noch nicht. Die kulinarische Landkarte beschränkt sich auf simple Einrichtungen, die Qualität des Essens ist aber hervorragend und abwechslungsreich. Es gibt thailändische, chinesische, burmesische und indische Küche, sodass selbst dem verwöhnten Gaumen nicht langweilig wird.  </p>
<p><strong>Religion in Keng Tung</strong>  </p>
<div id="attachment_631" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-631" title="Nong Tung Lake" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/nong-tung-lake.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Zentrum und tiefster Punkt der hügeligen Stadt Keng Tung: der Nong Tung See" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Zentrum und tiefster Punkt der hügeligen Stadt Keng Tung: der Nong Tung See</p></div>
<p>Den zweiten Tag in Burma verbrachten wir mit der Erforschung der Stadtlandschaft Keng Tungs. Ich stürzte mich gleich am Morgen in den bunten Markt und startete nach einem kurzen Regenguss zur Mittagszeit eine Fototour durch die alten Straßen und buddhistischen Tempel der Stadt. Ganz Keng Tung ist ungewöhnlich sauber und die religiösen Anlagen befinden sich in sehr schönem Zustand. Im Wat Keng Koom erzählte mir der Abt von vielen thailändischen Pilgern, die teilweise mehrere 10,000 Dollar für die Renovierung der Tempel Keng Tungs hinterließen. Ob das von den Behörden Burmas so ohne weiteres geduldet würde, fragte ich den Mönch. „Ja, solange man einen kleinen Betrag an Steuern abgibt…“, war die ehrliche Antwort. Schröpfung also auch hier. Naja. Ich hatte aber noch eine ganz andere, etwas peinliche Frage an den Abt: „Heute saßen wir beim Frühstück im Innenhof des Gästehauses, als zwei junge Novizen mit ihren Almosenschalen zum Tisch kamen. Ich gab ihnen einen von zwei Kokosnusskuchen, die ich am Vorabend in einer indischen Bäckerei gekauft hatte. Einer der beiden Mönchsnovizen verlangte plötzlich Geld! Ich wies ihn etwas erbost weg. Wie kommt es, dass Mönche auf diese Art Geld erbetteln?“  </p>
<div id="attachment_596" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-596" title="Wat Keng Koom" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/wat-keng-koom.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Wat Keng Koom, einer der über 40 Tempel Keng Tungs" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Wat Keng Koom, einer der über 40 Tempel Keng Tungs</p></div>
<p>Der Abt des Wat Keng Koom klärte mich sofort auf: „Pass auf, wenn du Mönche in braunen Roben siehst. Sie sind Burmesen und oft nur Bettler oder Armeedeserteure. Die Burmesen im Shan-Staat sind arm. Kein Shan-Mönch würde auf diese Art Almosen erhaschen. Wir nehmen die Burmesen auch nicht in unseren Tempeln auf – da gibt es nur Probleme. Wenn du spenden willst, oder Gaben an Mönche reichen möchtest, komme am Morgen einfach direkt in den Tempel.“ Der Abt bedankte sich sogar für meine Frage. Es sei für ihn hilfreich, um ein Bild der religiösen Situation in Keng Tung zu erhalten. Diese sei sonst aber völlig ungestört, bestätigte er weiter. Am Sonntag läuten die Kirchenglocken, Freitags hört man den Gesang des Imam und zweimal täglich wird die klare Luft Keng Tungs von den Gongs der vielen Klöster erschallt. Religiöse Unterdrückung würde hier von der Armee oder den Behörden nicht praktiziert, lehrte mich mein Gesprächspartner. Dieser Eindruck bestätigte sich auch bei meinem Besuch in der katholischen Mission, wo ich mit ein paar zufällig anwesenden Schülern des angeschlossenen Internats diskutieren konnte. Lehrperson war keine zur Stelle, es war Feiertag. Die Schüler des Missionsgymnasiums waren ethnisch bunt gemischt – Shan, Akha, Lahu, Wa. Alle aus verschiedenen Distrikten des Eastern Shan State und alle gute Freunde. Ihre Bücher waren teils in Burmesisch, teils in Englisch gedruckt, wie beispielsweise die Skripten für Mathematik, Chemie und Physik. „Daher also die guten Englischkenntnisse der Jugendlichen Keng Tungs…“, dachte ich mir sofort.<br />
Der Tag war schneller vorüber, als mir lieb war. Den Abend genossen wir vier dann gemeinsam in unserem Stammrestaurant Azure am Nong Tung See bei romantischem Mondschein und fernem Wetterleuchten.  </p>
<p><strong>Special Region No. 4 – der Kleinstaat im Unionsstaat</strong>  </p>
<div id="attachment_597" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-597" title="Asian Highway No 2 Problems" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/asian-highway-no-2-problems.jpg?w=300&#038;h=200" alt="In der Regenzeit wird der Highway stellenweise zur Herausforderung" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">In der Regenzeit wird der Highway stellenweise zur Herausforderung</p></div>
<p>Tag 3 in Burma– nun befanden wir uns auf dem Asian Highway No. 3. Von Keng Tung bis Möng La an der chinesischen Grenze sind es zwar nur 85 km, aber die schlechten Straßenverhältnisse und ein 1300m hoher Pass machen den Trip zur Tagesreise. Schon nach wenigen Minuten hielten wir an einem Morastloch mitten im Highway an. Ein schwer beladener burmesischer Lastwagen steckte bis zur Achse im Dreck. Ein zweiter LKW schaffte es dann doch, den hängengebliebenen Wagen mit einem Stahlseil aus dem Schlammloch zu ziehen. Ich würde in Burma kein Lastwagenfahrer sein wollen. Etwa 20 km hinter Keng Tung begann die Straße dann anzusteigen und wand sich vorbei an kleinen Bergdörfern der Tai Lue und Akha bis auf einen 1300m hohen Pass. Die Aussicht auf die umgebende Bergwelt war dort oben grandios. Wir hielten neben einer Gruppe Shan-Motorradfahrer an und genossen die frische Bergluft. Nach einem kurzen „Hello – Sawadi Khap“ reichte uns der älteste Mann der Gruppe schon eine Wasserflasche. „Nein danke“, sagte ich kurz, „wir haben selbst Wasser mit.“ Der 49-jährige Reisbauer und ehemalige Shan-Soldat lachte laut auf und erwiderte: „Nein, das ist keine Wasser, junger Mann. Das ist Shan-Medizin. Reisschnaps vom Besten!“ Bernhard und ich konnten nun nicht mehr entkommen. Wir mussten kosten. Lecker war das Gebräu ja schon, aber ich musste noch an meine Weiterfahrt auf der herausfordernden Straße denken.  </p>
<div id="attachment_598" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-598" title="Mountain Pass Rest 2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/mountain-pass-rest-2.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Wir trafen überall liebenswerte Menschen" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Wir trafen überall liebenswerte Menschen</p></div>
<p>Bevor wir uns verabschiedeten, erzählte mir der stolze Herr noch von seinen heroischen Kämpfen gegen die burmesische Armee, und trank dabei einen Schluck Schnaps auf jeden Gefallenen. Na Prost, ich hoffte nur noch, dass der gute Mann sein Leben nach all den tapferen Gefechten nicht auf dem Asphalt verlieren würde.  </p>
<p>Wieder unten im Tal passierten wir so unkompliziert wie am ersten Tag einen burmesischen Kontrollposten, bevor wir am Schlagbaum der Special Region No. 4 angehalten wurden. Hier saßen nicht mehr die Burmesen oder Shan – hier war alles unter Kontrolle der NDAA und ihrem Führer U Sai Lin. Wir betraten einen neuen Staat im Staat. 36 Yuan (6 Dollar) knöpfte man uns pro Person als „Zutrittsgebühr“ ab und weiter 40 Yuan für das Auto. Hätten wir unsere Baht, Dollar und burmesischen Kyat nicht schon in Keng Tung in chinesische Yuan umgewechselt, wären wir nicht durch den Checkpoint gekommen. In der Special Region No. 4 gibt es nur eine Währung – den Yuan eben. Und das, obwohl das Gebiet rechtlich noch immer zur <em>Union of Myanmar</em> gehört. Wir wussten von der ersten Minute an, wer hier das Sagen hatte – China.  </p>
<div id="attachment_599" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-599" title="Moeng La Hotel" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/moeng-la-hotel.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Hässliche Hochburgen der Spielerei und Prostitution - Möng Las chinesische Hotels" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Hässliche Hochburgen der Spielerei und Prostitution - Möng Las chinesische Hotels</p></div>
<p>Alles ist hier anders als im übrigen Eastern Shan State. Die Autos haben eigene Nummerntafeln, alles ist in Chinesisch beschriftet, es gelten andere Gesetze und selbst die Uhren sind auf China ausgerichtet. Bereits vor dem Erreichen der Stadt Möng La fiel uns auf, wie sehr das Reich der Mitte auf diese Region Einfluss nimmt. Riesige Bananen- und Kautschukplantagen dienen der chinesischen Versorgung und hässliche Einheitsbetondörfer mit Müll an jeder Ecke wurden für chinesische Einwanderer aus dem fruchbaren Boden der ehemaligen Reisfelder gestampft. Die Tai Khoen und Thai Lue wurden in ihrem eigenen Land zu Minderheit degradiert. Ihre Dörfer und Felder gibt es zwar nachwievor, ihre Kultur und Traditionen werden der chinesischen Bulldozer-Wirtschaft auf lange Sicht aber kaum standhalten können.  </p>
<p>Auch die touristische Entwicklung läuft in Möng La gänzlich anders ab als in Keng Tung. Möng La ist ein Spielerparadies und eine Hochburg der Prostitution. In jedem Hotel stehen Spielautomaten, die Eingangshallen und Zimmer sind verraucht und muffig und bereits vor Sonnenuntergang flitzen chinesische Stundenmädchen durch die Korridore. Es gibt zur Zeit nur wenige Spiel- und Sextouristen in Möng La. Schuld daran ist ein weiterer Wirtschaftskonflikt zwischen Burma, der SR 4 – so nennt sich die Region allgemein – und China. Der chinesische Grenzposten Daluo, 200m vom SR 4 Checkpoint, ist momentan nur bedingt geöffnet. Wer ihn überschreiten durfte, konnte ich auch in einem Gespräch mit einem Grenzsoldaten der SR 4 nicht in Erfahrung bringen. Man wollte mir nichts sagen. „Ab November wird die Grenze wieder offen sein.“, sagte der Privatarmeeoffizier, der auch Thai sprach, nüchtern. Schön, dann kann das Spielen und Huren der großteils chinesischen Touristen wieder mit Volldampf weitergehen. Die Stadt sah auch wirklich verlassen und heruntergekommen aus. Sauberer wird sie aber mit chinesischen Touristen sicher nicht werden, da wette ich meinen letzten Yuan drauf.  </p>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_647" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-647" title="Möng La Hotel card" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/mong-la-hotel-card.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Chinesischer Exportartikel Tourismus in Möng La - inklusive fragwürdigem Zimmerservice..." width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Chinesischer Exportartikel Tourismus in Möng La - inklusive fragwürdigem Zimmerservice...</p></div>
<p>Nach mehreren Versuchen, ein einigermaßen sauberes und nicht zu sehr stinkendes Hotel zu finden, landeten wir im Pa Lai. Auch hier war es muffig, aber noch immer besser als in vielen anderen Spielerunterkünften Möng Las. Das Zimmer im Pa Lai kostete 12 Dollar und war bis auf den Tabakgeruch recht sauber. Wie sehr Möng La auf das Wohl seiner Sextouristen bedacht war, sahen wir auch gleich am Abend, als wir vom einzigen Thai-Restaurant der Stadt zurückkamen: Unter der Tür des Hotelzimmers fanden wir eine Visitenkarte mit dem Bild einer leichtbekleideten Dame und einigen Telefonnummern. Was draufstand konnte ich nicht eruieren – es war lediglich in Chinesisch gedruckt. Beim näheren Inspizieren unserer Ruhestätte fanden wir auch noch eine Gratispackung Kondome, verteilt vom Malteser Orden – eine rücksichtsvolle Maßnahme zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten. Na immerhin.  </p>
<div id="attachment_624" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-624" title="Moeng La Buddha" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/moeng-la-buddha.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Buddha streckt seinen mahnenden Zeigefinger auf das Treiben in Möng La" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Buddha streckt seinen mahnenden Zeigefinger auf das Treiben in Möng La</p></div>
<p>Eine geplante Tour in die Umgebung der Stadt, sowie ein frühmorgendlicher Sonntagsgottesdienst in der katholischen Kirche Möng Las fielen leider beide ins Wasser. Die Kirche war geschlossen, obgleich wir eine Uhrzeit für die Messe in Erfahrung bringen konnten und zu allem Überdruss begann es vormittags auch noch aus allen Wolken zu schütten. Wir beließen unsere Sightseeing-Tour mit dem Besuch des lokalen „<em>Museum in Commendration of Opium-Free in Special Region 4 ESS</em>“. So nannte man das propagandistisch-informative Opium-Museum unweit der Grenze zu China. Mag sein, dass die Special Region No. 4 seit ein paar Jahren Opium-frei ist, das Nichtvorhandensein der Methamphetaminproduktion kaufe ich den Behörden jedoch nicht ab. „Yaa Baa“, die Idiotendroge, wie sie in Thailand genannt wird, hat in vielen Regionen Burmas das aufwendig herzustellende Heroin als <em>cash cow </em>abgelöst. Speziell Mitglieder der ethnischen Gruppen Kokang, Wa und der zugewanderten Chinesen im Shan-Staat sind massiv im Drogenhandel involviert. Neben den Erfolgen in der Ausrottung des Drogenhandels wird im Museum auch noch die positive wirtschaftliche Entwicklung Möng Las eindrucksvoll in Bildern und mit zwei 3-D-Reliefs der Stadt dargestellt. Ich erstarrte nahezu; nicht vor Ehrfurcht jedoch, sondern vor Missgunst. Wo soll der Erfolg liegen, wenn man ein Dutzend riesige Hotel und ein paar Spielhöllen baut und sich damit auch noch das Problem der unkontrollierten Prostitution eingehandelt hat. Den chinesischen Nutznießern ist diese Entwicklung sicher völlig egal – Chinas Böden bleiben „sauber“, verschmutzt wird nur das Nachbarland. Ich machte diese schmerzvolle Entdeckung auch schon in Nordlaos, wo China zwei riesige Kasinos inklusive (Stunden-) Hotels gebaut hatte.  </p>
<p>Mit sehr gemischten Gefühlen und wertvollen Erfahrungen verließen wir Möng La im Regen und fuhren langsam wieder zurück nach Keng Tung, um dort weitere zwei Nächte zu verbringen.  </p>
<p><strong>Ein lehrreicher Ethno-Trip</strong>  </p>
<div id="attachment_602" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-602" title="Sai Win the Guide" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/sai-win-the-guide.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Sai Win - Nachhilfelehrer für Mathe und Englisch, sowie Tour Guide" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Sai Win - Nachhilfelehrer für Mathe und Englisch, sowie Tour Guide</p></div>
<p>Die hohen Berge zwischen Möng La und Keng Tung bilden eine Wetterscheide. Während es oben an der chinesischen Grenze unfreundlich nass war, schien in Keng Tung bei unserer Ankunft die Sonne. Grund genug, das schöne Wetter am nächsten Tag für eine Exkursion zu mehreren ethnischen Minderheiten der Region zu nützen. Ich bat das Sam Yweat Gästehaus, den Guide Sai Win anzurufen, damit er uns zu den zahlreichen interessanten Ortschaften begleiten würde. Sai Win war früher Mathematik- und Englischlehrer, hat sich aber vor einigen Jahren als lokaler lizensierter Reiseführer selbständig gemacht. Ich traf ihn bereits vor unserer Fahrt nach Möng La und er überzeugte mich mit seinem reichen Wissen. Zudem sprach Sai Win neben Burmesisch, Thai und Englisch auch noch die Dialekte der Akha, Änn und anderer Volksgruppen.  </p>
<p>Vor unserer Abfahrt aus Keng Tung bat ich Sai Win noch schnell, ein paar nützliche Geschenke für die Dorfbewohner zu kaufen. Schulartikel wären nicht notwendig, sagte Sai Win, aber Seife. Also gut, ich ließ unseren Guide alleine in den Frischmarkt gehen um Seife und Waschpulver zu besorgen. Leider war das ein Fehler… Nicht die Entscheidung für die Seife, sondern ihn alleine einkaufen gehen zu lassen. Sai Win kam zwar mit dem gewünschten Waschpulver zurück, hatte aber auch noch Unmengen von kleinen Shampoo-Säckchen und in Plastik verpackte Schokoriegel und Luftballons gekauft. „Ich habe auch was für die Kinder dabei.“, sagte er stolz, als er mir die Naschereien zeigte. Es war mein Fehler, daher konnte ich ihm nicht böse sein. Ich nutzte aber die Gelegenheit, um Sai Win meine Gedanken zu Schokolade und Plastikmüll zu unterbreiten. Ich denke, es war eine lehrreiche Erfahrung für uns beide. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich sicher selbst einkaufen gehen und offene Naturseifenblöcke erstehen. Und wenn schon Süßigkeiten, dann zumindest unverpackte Lakritze oder ähnliche traditionelle Leckereien.  </p>
<p>Die Fahrt ging los. Erste Ziele waren das Lahu-Dorf Pin Tauk 20 km nördlich von Keng Tung, sowie ein kurz danach gelegenes Akha-Dorf und eine kleine Bergsiedlung der Änn. Ich hatte in den letzten Tagen immer wieder über den brüchigen Zustand der Asian Highways No. 2 &amp; 3 genörgelt. Das werde ich in Zukunft nie wieder machen. Wir bewegten uns nun auf Wegen, die einer schlammigen Mondlandschaft mit tausenden kleinen Kratern glichen, obgleich sie auf lokalen Karten als befestigte Straßen eingezeichnet waren. Sai Win versuchte mich zu überzeugen, dass es weiter außerhalb von Keng Tung noch viel schlimmer um die Verkehrswege bestellt war. Dort würde in der Regenzeit ungeschriebene Allrad- und Kettenpflicht bestehen, wollte man sein Ziel erreichen. Ich dachte bereits sehnsüchtig an die Ketten und den Krampen, welche zuhause in Thailand wohlverwahrt im Haus lagen. Wir würden schon nicht hängenbleiben, munterte ich mich selbst auf.  </p>
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<div id="attachment_606" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-606" title="Akha Lady" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/akha-lady1.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Freude bei den Akha über unseren Besuch im Dorf" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Freude bei den Akha über unseren Besuch im Dorf</p></div>
<p>Nach weit über einer Stunde erreichten wir auch heil Pin Tauk, fuhren aber gleich weiter in die nahe Akha-Niederlassung. Beide Dörfer waren ungemein gepflegt und sauber. Das kann man von vielen Bergdörfern in Thailand nicht behaupten. Unser Guide erklärte mir, dass in den Schulen ganz besonders auf Reinlichkeit und Müllentsorgung geachtet würde und die Kinder bei Missachtung dieser Regeln auch bestraft würden. War das der alte Einfluss britisch-kolonialer Erziehung? Schlecht war es keineswegs. Vor thailändischen und laotischen Schulen sieht es vergleichsweise ungepflegt aus und viele Regionen Kambodschas gleichen ohnehin mehr einer Müllhalde. Als wir zu Fuß durch das Akha-Dorf schlenderten, kamen auch ein paar Frauen mit Handarbeiten aus ihren Hütten. Die Art, wie sie ihre hübschen Waren anboten, war jedoch keineswegs aufdringlich oder gar lästig, wie es in anderen Ländern Südostasiens oft der Fall ist. Hier machte es Spaß, die Dörfer zu besuchen und die Menschen hatten auch sichtlich Freude mit uns Touristen. Es wurde viel gescherzt und gelacht.  </p>
<p>Wir marschierten weiter zügig einen Berghang hoch und betraten nach einer halben Stunde ein namenloses Dorf der Änn. Auch hier war es sauber, die Hütten waren jedoch von sehr primitiver Bauweise. Die Änn sind ein uralter Mon-Khmer-Stamm, ein Überbleibsel der einst riesigen Königreiche, die vor über 1000 Jahren bis in diese Region reichten. Als ich die ersten Gesichter der Dorfbewohner sah, glaubte ich mich nach Kambodscha versetzt. Die Antlitze der Menschen glichen alten Khmer-Bildnissen in Tempeln und ihre Hautfarbe war sehr dunkel. Ihre Religion, sofern sie jemals  wie ihre Vorfahren den Hinduismus praktizierten, hatten die Änn vor langer Zeit verloren und waren nun Animisten. Sie haben heute nur noch einen Schrein mit einer heiligen Trommel, die niemand berühren darf. Ihren Kindern geben die Änn nicht einmal Namen und wie alt sie sind, wissen sie auch nicht. Ein weiteres untrügliches Zeichen ihrer Mon-Khmer-Abstammung ist die Sprache, deren Betonung sehr an das heutige Khmer erinnert. Der Wortschatz ist aber sehr, sehr eingeschränkt und Schrift kennen die Änn ohnedies nicht. Ihr Nachwuchs geht auch nicht in die Schule.  </p>
<div id="attachment_607" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-607" title="Ann Tribe" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/ann-tribe.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Die Kinder der Änn wachsen ohne Namen und Geburtstag auf" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Die Kinder der Änn wachsen ohne Namen und Geburtstag auf</p></div>
<p>Wovon leben diese einfachen Menschen nun? Schweinezucht im Dorf, ein wenig Bergreis- und Erdnußanbau. Erforderliche Waren tauschen die Änn gegen ihre Produkte ein. Für die wenigen Touristen, die es bis hierher schaffen, fabrizieren die Frauen kleine Taschen und traditionelle Kleidungsstücke.  </p>
<p>Es ist erstaunlich, wie so viele völlig unterschiedliche Volksgruppen im Shan-Staat nebeneinander leben können. Krieg haben diese Bergstämme offensichtlich selten gegeneinander geführt. Die großen Konflikte kamen mit den Briten, dem burmesischen Militär und Chinesen ins Land, und natürlich mit dem Drogenhandel. Im Shan-Staat werden die Änn, Palaung, Akha, Lahu, Lisaw, Akhue und alle anderen Völker wegen ihrer ethnischen Volkszugehörigkeit vom burmesischen Regime momentan nicht mehr wirklich unterdrückt. Die „Birmanisierung“ geht hier sanfter vonstatten als einst die „Thaiisierung“ der Bergstämme Nordthailands. So sieht es zumindest Sai Win, selbst ein Mitglied einer ethnischen Minderheit.  </p>
<div id="attachment_604" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-604" title="Rice Liquor Factory 2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/rice-liquor-factory-2.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Hier wird aus Reis &quot;Medizin&quot; gemacht: Schnapsbrennerei außerhalb von Keng Tung" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Hier wird aus Reis &quot;Medizin&quot; gemacht: Schnapsbrennerei außerhalb von Keng Tung</p></div>
<p>Im Anschluss an diese Bergdorfbesuche führte uns Sai Win in eine kleine Reisschnapsbrennerei in einer Tai Khoen-Ortschaft unweit von Keng Tung. 240 Liter des berauschenden Gebräus werden hier täglich destilliert. Das Ergebnis sind zwei unterschiedliche Qualitäten – die gute für die Lokalbevölkerung und die nicht ganz so gute für den Export nach China. Der Einkaufspreis der guten Ware liegt bei einem Dollar pro Liter! Kein Wunder, dass unsere Freunde, deren Bekanntschaft wir auf dem Pass zwischen Keng Tung und Möng La machten, den Reisschnaps wie Wasser schlürften.  </p>
<p>Nach einem guten Nudelsüppchen im Schnapsdorf fuhren wir durch prächtig gelbgrüne Reisfelder weiter in eine Siedlung der Palaung. Dieser Stamm ist bekannt für seine Webereien und schöne Silberhandarbeiten. „Die Palaung sind reiche Leute!“, erklärte Sai Win im Dorf, „Sie kaufen alte Silbermünzen und Rohsilber und verarbeiten es zu schönen Schmuck, den sie an andere Ethnien verkaufen. Mit Touristen machen die Palaung bis heute praktisch noch kein Geschäft. Dafür kommen viel zuwenige Reisende hierher.“ Uns fiel beim Spaziergang auch auf, dass viele sehr alte Menschen in dieser Ortschaft lebten. Dieser Eindruck wurde uns auch wieder von Sai Win bestätigt: „Die Palaung werden sehr alt, weil sie sehr gesund leben. Hier im Dorf gibt es einige weit über 90-jährige Bewohner.“ Mit einer scherzhaft aufgelegten 96 Jahre alten Ururgroßmutter machten wir auch persönlich Bekanntschaft. Mir ging auch durch den Kopf, dass Schweinefleisch doch nicht so ungesund sein konnte, wenn ich die Menge der grunzenden Dorfbewohner hier bei den Palaung betrachtete. Vielleicht lag es daran, dass es Wildschweine waren, und keine rosaroten Hausschweine.  </p>
<p>Den Abschluss des Tages bildete noch ein „Ritt“ durch knöcheltiefen Schlamm in eine kleine Siedlung der Akhue (nicht zu verwechseln mit den Akha), 15 km östlich von Keng Tung bei Möng Lan. In ihrem Dorf funktionierte die Müllentsorgung definitiv nicht. Seltsam. Es war der einzig ungepflegte Ort, den wir in all den Tagen zu Gesicht bekamen. Sai Win schob die Schuld an den Dorfvorsteher; das wird es wohl sein. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir wieder Keng Tung, wo wir uns bei Sai Win bedankten und ihn auch finanziell für seine großartige Tour entschädigten.  </p>
<p><strong>Rückfahrt und Resümee</strong>  </p>
<div id="attachment_608" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-608" title="Travel Pass" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/travel-pass.jpg?w=200&#038;h=300" alt="Erinnerung an die vielen Checkpoints: die x-fach gestempelte Reisegenehmigung der burmesischen Einwanderungsbehörde" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Erinnerung an die vielen Checkpoints: die x-fach gestempelte Reisegenehmigung der burmesischen Einwanderungsbehörde</p></div>
<p>Bereits während der Rückfahrt nach Tachilek am Tag 7 unserer Reise diskutierten Leone, Janey, Bernhard und ich über Erlebtes, Gelerntes und positive wie negative Eindrücke. Die drei Kontrollposten der Immigration ließen uns wiederum schmiergeldlos passieren, die Autobahngebühr war gleich geblieben, bloß Tachilek begrüßte uns mit einem weiteren Schildbürgerstreich: Bei der Einfahrt in die Stadt mussten wir 1500 Kyat (1,5 Dollar) Straßenbenützungsgebühr für die zivile Stadtadministration berappen. Ich wusste zunächst nicht, ob ich heulen, lachen oder schreien sollte. Ein lächerlicher Betrag, der aber die letzten 5 km in Burma beinahe versauerte. Was die Stadtadministration nicht schaffte, gelang dann schließlich einer anderen staatlichen Behörde, die 20m vor dem Grenzbalken, als wir bereits alle Ausreiseformalitäten erledigt hatten, noch ein paar Dollar für die Staatskasse verlangte. Ich weiß nicht mehr wirklich wofür, vielleicht war es eine Taxe für den verursachten Gummiabrieb auf Burmas edlen Asphaltpisten.  </p>
<p>Der Gesamteindruck der Reise soll aber durch diese Dummheiten der burmesischen Bürokratie nicht getrübt werden. Unerwähnt darf man jene Eseleien aber auch nicht belassen. Sie entscheiden mit, ob ein Tourist das Land wieder bereisen wird oder genug hat von unnotwendigen und psychologisch ungeschickten Hürden.  </p>
<p>Zur Sicherheit während unserer gesamten Kurzreise kann ich nur vermerken, dass die ursprünglichen Aussagen vieler Thais entweder falsch oder einfach erlogen waren. Wir wurden weder bestohlen, angepöbelt, angebettelt (ausgenommen von den zwei Novizen) und schon gar nicht bedroht. Woher diese Gerüchte über schlummernde Gefahren stammen, weiß ich nicht. Es mag schon sein, dass dem einen oder anderen Touristen aus eigener Nachlässigkeit Geld oder die Kamera gestohlen wurde. Wo in der Welt passiert das nicht? Vielleicht in Nordkorea, wo man auf Schritt und Tritt bewacht wird. Die Gefahr, in einen bewaffneten Konflikt zwischen Rebellen und der Armee zu gelangen, ist praktisch auch gleich Null. Die Kontrollposten würden eine Weiterfahrt ohnehin nicht erlauben, wenn sich die Lage in einer Teilregion zuspitzen sollte. Viel größer ist da die Gefahr, aufgrund eines Erdrutsches am Asian Highway No. 2/3 in der Regenzeit für einige Tage festzusitzen.  </p>
<div id="attachment_610" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-610" title="Shan State Buffalos" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/shan-state-buffalos.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Ich hoffe, den schönen Shan-Staat wiedersehen zu können" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Ich hoffe, den schönen Shan-Staat wiedersehen zu können</p></div>
<p>Mein wichtigster Eindruck allerdings war, dass sich absolut niemand im Shan-Staat für einen touristischen Boykott aufgrund der politischen Lage in Burma aussprach. Die Menschen wollen Touristen. Und wenn ich das Verhalten der Polizei und anderer Organe mit eigenen Erfahrungen aus den 90er Jahren vergleiche, muss ich eingestehen, dass Burmas offizielle Seite viel freundlicher und höflicher geworden ist. Das ändert dennoch nichts an der komplizierten und repressiven politischen Lage im Land. Der Tourismus aber, und hier vor allem aufmerksame engagierte Individualreisende, können mithelfen, die gespannte Lage in vielen Regionen Burmas zu entschärfen. In grenznahen Regionen wie dem Shan-Staat besteht auch eine sehr aussichtsreiche Chance, die lokale Bevölkerung finanziell zu unterstützen, ohne das Regime in Rangoon grenzenlos zu bereichern. Ich spreche mich daher für eine Reise in einzelne Regionen, besonders den Shan-Staat, aus. Jeder sollte sich aber bemüht fühlen, seine Gedanken und friedenschaffenden Argumente auch bei den offiziellen Stellen zu deponieren, ohne diese zu kompromitieren und sich dabei in die Gefahr zu begeben, als Unruhestifter ausgewiesen zu werden. Ich stehe allerdings auch auf dem Standpunkt, dass organisierter Massentourismus in Burma abzulehnen ist, wenn dabei Einrichtungen benützt werden, die unter repressiven und sozial nachteiligen Bedingungen errichtet wurden. Ich habe im Shan-Staat in nur wenigen Tagen die Erfahrung gemacht, dass ein Gesamtboykott nichts bringt und man sehr wohl von den Behörden angehört wird. Die Summe der Stimmen und kritischen Berichte in allen Medien kann etwas bewirken. Um die Menschen im Land zu hören und ihre Situation zu verstehen, ist eine Reise dorthin unerlässlich. Ich möchte auch noch anmerken, dass diese Fahrt <strong>nicht</strong> mein erster Kontakt mit Burmesen war. Ich lebte bereits über 10 Jahre an der thailändisch-burmesischen Grenze und habe sehr viele Burmesen aller Klassen und Volksgruppen dort kennengelernt und ihre Sorgen und Wünsche schon vor Jahren vernommen. Gegen Tourismus in Burma sprachen sich auch damals nur sehr wenige Aktivisten aus, meist jene, die permanent als Polit-Flüchtlinge seit Jahren im Exil lebten. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch im Shan-Staat, wann immer er kommen wird. Dann werde ich aber sicher versuchen, mit gespendeten Hilfslieferungen wie Kleidung oder Decken für Bergdörfer ins Goldene Land zu fahren.  </p>
<p>Bilderserie aus dem Shan-Staat:  <a title="Eastern Shan State" href="http://www.flickr.com/photos/arminhermann/sets/72157622212334607/show/" target="_blank">Eastern Shan State</a>  </p>
<p><strong>Zusatzinformationen für Selbstfahrer:<br />
</strong>Motorräder werden für die Fahrt nach Keng Tung von den burmesischen Behörden nicht zugelassen.<br />
Wer mit dem eigenen Auto in den Shan-Staat fährt, muss beachten, dass nur Fahrzeuge vom Thai-Zoll die Ausreisepapiere bekommen, welche einen Zulassungsschein auf den Namen des Besitzers und gleichzeitig Fahrers haben. Leasingfahrzeuge, geliehene Fahrzeuge eines Freundes und Mietautos dürfen Thailand <strong>nicht</strong> verlassen! Der Zulassungsschein verbleibt beim Thai-Zoll. Das Ersatzpapier wird vom burmesischen Zoll aufbewahrt und dafür gibt es den Erlaubnisschein für sein Fahrzeug. Alle Papiere sind bei der Rückfahrt wieder gegen die alten Originale einzutauschen.<br />
In Tachilek gibt es keine Mietfahrzeuge.<br />
Wer mit seinem Auto nur einen Tages-Pass macht, darf sich nicht weiter als 5 km jenseits der Grenze bewegen. Nur wer die Zollabfertigung in Thailand und Burma macht, bekommt den Erlaubnisschein hinter die Windschutzscheibe geklebt, der für die Fahrt über Tachilek hinaus berechtigt.<br />
Die Thai-Zollabfertigung (25 Baht bei Ausreise, 40 Baht bei Einreise) ist für 7 Tage gültig. Mehr auf Anfrage möglich. Werden die 7 Tage selbst überschritten, zahlt man 100 Baht Overstay pro Tag. Dies gilt für Fahrzeuge mit thailändischer Zulassung. Zoll-Regelungen für andere Fahrzeuge aus Europa, etc. können anders sein. Die Grenzüberfahrt it aber dennoch möglich.  Das burmesische Permit gilt für 14 Tage, die burmesische Haftpflichtversicherung sogar für 30 Tage.<br />
Das burmesische Visum gilt für 14 Tage.<br />
Die Fahrtroute muss vor Abfahrt beim Immigration in Tachilek angegeben werden (all dies wird von Myanmar Travel and Tourism koordiniert und erledigt), der Zeitraum des Aufenthalts in der jeweiligen Destination ist aber frei wählbar und kann jederzeit selbst entschieden werden. Man <strong>muss sich ohnehin bei jedem Immigration Office in den Städten Kengtung und Möng La melden und dort seine Reisepass-Ersatzpapiere bei einer Übernachtung abgeben</strong>. Die Reisepässe verwahrt das Myanmar Travel and Tourism Office für das Immigration. Man erhält sie bei der Ausreise auch problemlos wieder zurück.<br />
Beim Myanmar Travel and Tourism Büro erhält man auch einen Satz Karten der Straßenroute bis Möng La und zwei Stadtpläne.<br />
Wer in Kengtung eine Fahrt zu Dörfern und in die Berge plant, sollte dies nicht auf eigene Faust versuchen. Die Straßenkarte im New Kyaing Tong Hotel ist zwar übersichtlich und schön gemacht, im Gelände aber nutzlos! Es gibt im ganzen Shan-Staat keine Wegweiser (nicht mal in Burmesisch). Daneben würde man sich auf den unzähligen Feldwegen, von denen sich die Hauptrouten kaum unterscheiden, hoffnungslos verfahren. Nehmt euch einen Guide. Der kann dann auch bei Militärcheckpoints sprechen. Gedankenlose Abenteuer lohnen nicht!<br />
Die Straße nach Taunggyi (420 km), Hauptstadt des gesamten Shan-Staates, ist nicht offen. Auch nicht die Straßen in die Special Areas 1, 2 und 3.<br />
Fahrzeiten ohne Halt (ausgenommen Checkpoints):<br />
Tachilek &#8211; Keng Tung, 165 km, 4-5 Stunden, 3 Tollgates, 3 Checkpoints.<br />
Keng Tung &#8211; Möng La, 85 km, 3-4 Stunden, 2 Checkpoints, kein Tollgate.<br />
Tankstellen gibt es in Tachilek und Keng Tung, wobei dort Diesel ca. 10-20% billiger ist, als in Thailand. In Möng La ist eine PTT-Tankstelle. Diesel ist dort 30 % teurer als in Thailand und nur in Yuan bezahlbar.<br />
Gute Fahrt!  </p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Nachtrag vom 28. November 2009:</span></strong>  </p>
<p>Anita Pleumarom vom tourism investigation &amp; monitoring team (tim-team) in Bangkok hat mir kürzlich den Link zu einem sehr interessanten Artikel über den Shan-Staat und dessen Leidensweg gegeben. Die Publikation heißt „<a title="Forbidden Glimpses of Shan State" href="http://www.shanwomen.org/file/Forbidden-Glimpses-of-Shan-State-English.pdf" target="_blank">Forbidden Glimpses of Shan State</a>“ und wurde in diesem Monat vom Shan Women’s Action Network veröffentlicht. Die Arbeit berichtet über Menschenrechtsverletzungen und Terror, verübt vom burmesischen Militärregime an der geknechteten Bevölkerung des Shan-Staates. Der schockierende Bericht versucht das Land jenseits frequentierter Toursimusrouten zu beschreiben und somit das wahre Bild dieser Region wiederherzustellen. Das wahre Bild deshalb, da Reisende in Burma kaum die Möglichkeit haben, hinter die Kulissen der Repression zu blicken.  </p>
<p>Auch ich habe in den wenigen Tagen meiner Reise nur Bruchteile des Bildes zu Gesicht bekommen. Viele Gespräche mit den Shan konnte und wollte ich nicht in den obigen Artikel aufnehmen. Aus Angst, die Gesprächspartner in Verlegenheit zu bringen, mir die Tore zum Shan-Staat selbst zu schließen oder einfach nur aus Zeitmangel beim Schreiben. Das will ich nun teilweise mit diesem Extrabeitrag nachholen.  </p>
<p>Grundsätzlich hat sich an meiner Meinung zur touristischen Öffnung und der Bereisung der Shan-Region nichts geändert. Ich sehe den Tourismus von seiner positiven Seite und versuche den Nutzen für die Lokalbevölkerung hervorzuheben. Dass dabei das Regime des Landes ebenso profitiert, nehme ich schlicht in Kauf. Der Tourismus als Basis für eine friedlichere Entwicklung eines blutenden Landes – eine schöner Gedanke, selbst wenn es nur ein naiver Traum sein sollte.  </p>
<p>Meine Impressionen über den Tourismus im Eastern Shan State waren geprägt von durchwegs positiven Gesprächen mit der Bevölkerung. Es gab aber auch Situationen, die mich nachdenken ließen, ob die Entscheidung richtig war, in dieses Land zu reisen. Auch meine Reisepartner fühlten immer wieder diesen Konflikt. Was bekamen wir nun hinter den Kulissen unserer Reise zu sehen und hören? Können Touristen überhaupt die Zeichen der Unterdrückung erkennen, wenn sie weder die Sprache der Einheimischen sprechen, noch zu gesperrten Gebieten Zugang haben? Wie könnten sie dennoch davon erfahren?  </p>
<p>Die einfachste Methode der Information ist heutzutage eindeutig das Internet. Trotzdem informieren sich erschreckend wenige Touristen eingehend über die politische Lage oder soziale Situation in einer Region. Das Gespräch vorort ist meist auch noch im Bereich des Möglichen für individuell reisende Personen. Die Fahrt in gesperrte Zonen oder der Kontakt zu politisch verfolgten Menschen ist jedoch immens schwierig und stellt für alle Beteiligten ein Risiko dar. Es bringt gar nichts, wenn ein abenteuerlustiger Tramper illegal in einem Dorf in Nordburma übernachtet und am Tag darauf von der burmesischen Armee entdeckt wird. Der Abenteurer wird schlimmstenfalls des Landes verwiesen. Die Dorfbevölkerung darf aber unter Umständen ab diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr Tagestouristen empfangen und verliert somit die Chance auf zusätzliches Einkommen durch den Verkauf von Handarbeiten.  </p>
<p>Obwohl wir während unserer verhältnismäßig kurzen Reise durch den Shan-Staat fast ausschließlich in geöffneten Gebieten unterwegs waren, sahen wir immer wieder Anzeichen negativen Regimeeinflusses in der Region. Am offensichtlichsten waren die vielen Checkpoints und temporäre Straßensperren. Während wir unkompliziert passieren durften, wurde die Lokalbevölkerung geschröpft. An einem neu entstandenen Schlagbaum knapp ausserhalb Keng Tungs verlangte das Militär von Straßenbenützern einfach 1500 Kyat (1.5 $), ohne Angabe von Gründen. Der Checkpoint wurde temporär errichtet, um den Verkehr in das Grenzgebiet zu China zu kontrollieren, wo zur Zeit unserer Reise bewaffnete Kämpfe zwischen den Kokang und der Armee in Gang waren. Die lokalen Kommandanten nahmen dies einfach zur Gelegenheit, Geld zu kassieren. Mit Sicherheit hatte dies nichts zu tun.  </p>
<p>Wir sahen im Vorbeifahren auf dem Weg nach Keng Tung auch eine Gruppe von etwa 20-30 Zivilisten, die mit Feldwerkzeugen im Bereich eines Militärcamps arbeiteten – Zwangsarbeiter? Höchstwahrscheinlich. Ich wurde von den Shan später aufgeklärt, dass auch sehr viele Ortsgemeinschaften in Eigeninitiative ihre Zufahrtswege und Straßen reparieren oder verbessern, da die Regierung nichts macht oder das Geld für Projekte versickert. Hätten die Dörfer keine Straßen, gäbe es keinen Handel oder Verkehr.  </p>
<p>Eigenartig erscheint im Shan-Staat auch das Fehlen von Autos. Keng Tung ist nicht arm und dennoch gibt es kaum vierrädrige Fahrzeuge. Diese autofreie Ruhe hat ihren Ursprung in einem Schildbürgerstreich des Regimes: Die meisten Autos wurden vor wenigen Jahren einfach konfisziert. In den frühen 90er-Jahren erlaubte der damalige Regimechef Khin Nyunt den Shan den billigen Import und die Benützung von Autos ohne große Steuerlast. Der Fahrzeugmarkt boomte, wobei sehr viele Fahrzeuge einfach in Thailand von Mittelsmännern geleast wurden und im Shan-Staat fuhren. Diese Mittelmänner machten ihr Geschäft mit leicht erhöhten Leasingraten, welche von den Fahrzeugbenützern bezahlt wurden. Auch der Markt mit gestohlenen Autos aus Thailand boomte in dieser Zeit. Das jähe Ende kam dann etwa 2005. Khin Nyunt wurde von seinen eigenen Regimekameraden abgesetzt und der Korruption bezichtigt. Viele seiner Maßnahmen im Land wurden daraufhin für ungültig erklärt. Auch der freie Autobesitz im Shan-Staat wurde Opfer der Regimeumgliederung.  </p>
<p>Der neue Diktator Than Shwe ließ alle Fahrzeuge konfiszieren, die nicht offiziell mit enormer Versteuerung in Burma eingeführt wurden. Tausende Autos und Kleinlastwägen landeten ausserhalb von Keng Tung unweit des Flugplatzes in einem Wald. Die schöneren Karossen wurden an Offiziere und Regimebonzen verteilt, der Rest wurde ausgeschlachtet oder einfach stehengelassen. Bis heute. Die Shan rächten sich immer wieder an den neuen „Besitzern“ ihrer beschlagnahmten Fahrzeuge, indem sie die Autos nachts demolierten. Pech auch für die thailändischen Mittelsmänner, die ab nun ihre Raten selbst zahlen durften, ohne ein Fahrzeug zu haben oder ihre Raten zurückzubekommen. Wer heutzutage in Burma ein Auto kaufen will, muss für einen gebrauchten 15 Jahre alten Kleinwagen bis zu 30,000 Dollar berappen!  </p>
<p>Nicht viel billiger sind Telefonanschlüsse. Eine Nummer fürs Mobiltelefon kostete im September 2009 in Keng Tung noch immer über 2,000 $. Offiziere und höhere Regierungsangestellte erhalten Nummern gratis und vermieten oder verkaufen diese dann zu Wucherpreisen. Einfache Telefonleitungen sind auch nicht billiger. Ein Grund, weshalb sich sehr oft mehrere Hausbewohner einigen und eine Nummer gemeinsam kaufen. Ganz anders ist die Situation in den chinesisch kontrollierten Special Areas 1 bis 4. Dort wurde das chinesische Mobilnetz ausgebaut und S<em> </em>IM-Karten kosten ähnlich wenig wie in Thailand. Auch Autos sind dort billig, Exportware aus China.  </p>
<p>Die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Special Areas hat jedoch nicht nur Segen für die Lokalbevölkerung gebracht. Die Rodung der Wälder für Kautschuk- und Bananenplantagen ging dort noch rasanter voran als in den zentralen Regionen des Shan-Staates. Reisfelder machen Platz für chinesische Einheitssiedlungen und die Umweltverschmutzung ist kolossal. Ausserhalb Möng Las sahen wir Hunderte triefende Öl- und Teerfässer in einem Feld neben einer Asphaltfabrik und die Stadt Möng La wird mit Strom aus einem ungefilterten Kohlekraftwerk versorgt. Über den Zustand der Ölentsorgung in Autowerkstätten in Möng La will ich gar nicht schreiben… Die politische „Unabhängigkeit“ der Bevölkerung in jenen Distrikten an der Grenze zu China ist mit einem hohen Preis gekommen.  </p>
<p>Man kann den Menschen im Shan-Staat nur wünschen, dass sie in Zukunft einen Weg der wahren Unabhängigkeit finden. Nicht nur von politischer Diktatur und Menschenrechtsverletzungen, auch von ihrem Dasein als Spielbälle zwischen den Fronten der Korruption und wirtschaftlicher Ausnützung.  </p>
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			<media:title type="html">Sam Yweat Guest House</media:title>
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			<media:title type="html">Nong Tung Lake</media:title>
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			<media:title type="html">Wat Keng Koom</media:title>
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			<media:title type="html">Asian Highway No 2 Problems</media:title>
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			<media:title type="html">Mountain Pass Rest 2</media:title>
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			<media:title type="html">Moeng La Hotel</media:title>
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			<media:title type="html">Möng La Hotel card</media:title>
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			<media:title type="html">Moeng La Buddha</media:title>
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			<media:title type="html">Sai Win the Guide</media:title>
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			<media:title type="html">Akha Lady</media:title>
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			<media:title type="html">Ann Tribe</media:title>
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			<media:title type="html">Rice Liquor Factory 2</media:title>
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			<media:title type="html">Travel Pass</media:title>
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			<media:title type="html">Shan State Buffalos</media:title>
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		<title>Homestay</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 18:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminhermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Armutsbekämpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Ban Si Gaai]]></category>
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		<category><![CDATA[Homestay]]></category>
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		<category><![CDATA[Mekong]]></category>
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		<category><![CDATA[Pro Poor Tourism]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserverschmutzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem „Ausritt“ in den Eastern Shan State Myanmars (Bericht hier), bereise ich nun wieder den Mekong. Ich habe das letzte Teilstück meiner langen Tour in Angriff genommen – den Mekong entlang der nordostthailändisch-laotischen Grenze. Mehr zufällig als gewollt übernachtete &#8230; <a href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/06/homestay/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=tourismlog.wordpress.com&amp;blog=3212282&amp;post=560&amp;subd=tourismlog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem „Ausritt“ in den Eastern Shan State Myanmars (<a title="Tourismus und Frieden - Reise in den Eastern Shan State Burmas" href="http://tourismlog.wordpress.com/2009/09/11/tourismus-und-frieden-%e2%80%93-reise-in-den-eastern-shan-state-burmas/" target="_blank">Bericht hier</a>), bereise ich nun wieder den Mekong. Ich habe das letzte Teilstück meiner langen Tour in Angriff genommen – den Mekong entlang der nordostthailändisch-laotischen Grenze.</p>
<div id="attachment_563" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-563" title="Mekong map Ban Si Gaai" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/mekong-map-ban-si-gaai1.gif?w=300&#038;h=211" alt="Unterwegs im &quot;Isan&quot;, dem Nordosten Thailands" width="300" height="211" /><p class="wp-caption-text">Unterwegs im &quot;Isan&quot;, dem Nordosten Thailands</p></div>
<p>Mehr zufällig als gewollt übernachtete ich in den letzten Tagen in Homestay-Unterkünften. Das hat jedoch mehrere Vorteile: Es ist in der Regel billiger als im Hotel zu schlafen und man kommt viel leichter mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt. Meistens erhält man von der Familie, bei der man wohnt, auch viel bessere Informationen über die Umgebung eines Ortes. Angestellte eines Hotels haben einfach nicht die Zeit für intensive Gespräche. Besonders hier in Nordostthailand, auch <em>Isan</em> genannt, wird Homestay immer populärer. Da der Tourismus in dieser Region aber noch immer ein Mauerblümchendasein fristet, ist Homestay in vielen kleinen Orten die einzige Möglichkeit, zu einem Gästebett zu kommen.</p>
<div class="mceTemp">Was ist nun Homestay wirklich? Ich habe vor 5 Minuten den Begriff „gegoogled“ und bin bei Wikipedia auf folgende Definition gestoßen<em>: Kostenpflichtige Aufenthalte bei Gastfamilien werden als Homestay bezeichnet.</em><br />
Und: <em>Eine Gastfamilie ist eine </em><em>Familie</em><em>, die einen ortsfremden jungen Menschen für eine bestimmte Zeit im Rahmen eines Schüleraustausches, Auslandsstudiums </em><em>oder einer Großveranstaltung (z. B. Weltjugendtag</em><em>) aufnimmt. Gastfamilien tun dies in der Regel unentgeltlich und freiwillig, um Personen aus anderen Kulturen und Sprachräumen kennenzulernen, ihren Kindern den langersehnten Bruder-/Schwesterwunsch (auf Zeit) zu erfüllen oder einfach nur aus gutem Zweck. Teilweise (z. B. in Ländern mit hohen Lebenshaltungskosten) wird den Gastfamilien auch ein Zuschuss bezahlt, als kleine Entschädigung, der jedoch die Auslagen meist nicht deckt.</em></div>
<p>Naja, eine typische Wikipedia-Definition eben, mit der ich nicht ganz zufrieden bin… Hier in der Mekong-Region gibt Homestay den Bewohnern von kleineren Dörfern endlich die Chance auch am Tourismus teilhaben zu können. Jahrzehntelang mussten Ortschaften zwischen Fluss und Reisfeld mit neidischen Augen das touristische Treiben in den großen Städten betrachten und konnten nur hoffen, dass manchmal ein Abenteurer auf ein Süppchen ins Dorf kam. Die Zeiten haben sich aber geändert. Mit der Unterstützung der lokalen Tourismusbehörden und einem guten Stück Selbstbewusstsein haben einige kleine Ortsgemeinschaften entlang des thailändischen  Mekongufers begonnen, ihre touristische Entwicklung nicht mehr dem Zufall zu überlassen.</p>
<div id="attachment_564" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-564" title="Homestay3" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay3.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Willkommen in Ban Si Gaai !" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Willkommen in Ban Si Gaai !</p></div>
<p>Ein gutes Beispiel hierfür ist die Gemeinde Ban Si Gaai 18 Kilometer östlich der thailändischen Provinzhauptstadt Nong Khai. Ban Si Gaai liegt direkt am Mekong. Vor 5 Jahren hat das Dorf mit dem Homestay-Konzept begonnen und anfänglich auch Hilfe von der Tourism Authority Thailand (TAT) bekommen. Die behördliche Unterstützung ist mittlerweile eingeschlafen, aber es ist einer selbstlosen Dorfbewohnerin zu verdanken, dass man in Ban Si Gaai auch weiter an Homestay glaubt und daran arbeitet.</p>
<div id="attachment_565" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-565" title="Homestay2" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay2.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Selbstbewusst und immer lächelnd: Homestay-Lady Duangpaisri Nilkote" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Selbstbewusst und immer lächelnd: Homestay-Lady Duangpaisri Nilkate</p></div>
<p>„41 von 300 Familien in zwei Katastralgemeinden beteiligen sich momentan aktiv an unserer Homestay-Initiative“, berichtet mir Frau Duangpaisri Nilkate. Sie ist Reisbäuerin und gleichzeitig Obfrau der Initiative in Ban Si Gaai. „Es ist oft nicht einfach, die Menschen im Dorf von der Sinnhaftigkeit des Homestay-Projektes zu überzeugen. Viele glaubten am Beginn, damit reich werden zu können. Als sie dann lediglich 2 oder 3 Nächtigungen pro Monat hatten, waren sie enttäuscht.“ Die tüchtige Obfrau hat es aber geschafft, fast alle Mitglieder der Homestay-Initiative bei der Stange zu halten und im Vorjahr begannen die Nächtigungen auch erstmals kräftig zu steigen. 2008 gab es in Ban Si Gaai fast 1000 Gäste, wobei manche mehrere Tage blieben. Der Preis für eine Übernachtung ist bei allen Familien gleich: 150 Baht (= 3 Euro) pro Person kostet die Unterkunft in einem Haus in Ban Si Gaai. Für die Verpflegung bezahlt der Gast noch weitere 50 Baht pro Mahlzeit, egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen. In wirtschaftlich mageren Zeiten wie heuer sind diese Preise ein verlockendes Argument für eine Übernachtung bei einer Reisbauernfamilie.</p>
<div id="attachment_566" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-566" title="Homestay" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Eines der hübschen Homestayhäuser in Ban Si Gaai" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Eines der hübschen Homestayhäuser in Ban Si Gaai</p></div>
<p>„In der Trockenzeit ist der Wasserstand im Mekong sehr tief. Dann stellen wir am Ufer kleine Hütten auf und verkaufen Essen und lokale Waren, zum Beispiel Flechtkörbe oder Holzschnitzereien. Man kann in den Wintermonaten sogar im Fluss baden – der Mekong ist hier sehr ruhig und es gibt auch keine Strudel oder gefährliche Strömungen. Zwischen Jänner und April liegt auch ein alter Weg im Trockenen. Den können Touristen auf 5 Kilometern Länge mit dem Fahrrad befahren, gleich neben dem Wasser des Flusses.“ Frau Nilkates Schilderungen klingen einladend. Und sie fährt fort: „Für Kinder organisieren wir auch Wasserbüffelreiten und Ochsenkarrenfahrten. Die Sache mit den Büffeln ist aber nicht so einfach. Die Biester sind ganz schön stur und brauchen viel Training bis sie zum Reiten oder Karrenfahren geeignet sind. Wenn es mit den Büffeln nicht klappt, bleibt aber noch immer eine Fahrt mit einem Fischerboot auf dem Mekong.“ Selbst in der touristisch ruhigen Regenzeit gibt es Gründe, nach Ban Si Gaai zu fahren. Anfang September finden hier Bootsrennen auf dem Mekong statt. Dieses Highlight habe ich unglücklicherweise um zwei Tage verpasst. Schade.</p>
<p>Fast könnte man meinen, Ban Si Gaai sei die perfekte Welt für Homestay-Betreiber und Gäste. Leider kämpft die Dorfgemeinschaft in dieser scheinbar makellosen Idylle aber auch gegen das Monster der industriellen Zerstörung. Ich kann kaum glauben, was ich zu hören bekomme: „Zwischen Ban Si Gaai und Nong Khai gibt es eine riesige Schnapsbrennerei der Firma Thep Arunothai.“ erläutert Frau Nilkate, „Die lassen mit regelmäßiger Frequenz ihre Abwässer in den Mekong fließen. Das wiederum tötet die Fische in den großen Zuchtfarmen unseres Nachbardorfes. Dort lässt man die toten Fische zwar zu Dünger verrotten, aber wenn sie die stinkende Masse nicht loswerden, kippen sie sie ebenso gedankenlos in den Mekong.</p>
<div id="attachment_571" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-571" title="Homestay1" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay1.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Stein des Anstoßes am Mekong Fischfarmen und andere Industrie" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Stein des Anstoßes am Mekong Fischfarmen und andere Industrie</p></div>
<p>Angeschwemmt wird das bestialisch riechende Zeug dann genau vor unserem Homestay-Dorf.“ Meine Gesprächspartnerin klingt nun richtiggehend zornig. Ich kann ihr den Ärger nicht übel nehmen. Ban Si Gaai ist nicht der erste Ort, in welchem ich mit der Bedrohung des Mekong konfrontiert werde. Die Schilderungen von Frau Nilkate lassen wieder meine Erinnerungen an die Probleme des Stromes in Chiang Saen, Chiang Khong, Luang Prabang, Kratie und all den anderen Orten wach werden. Ist es wirklich so schlimm um die Lebensader Südostasiens bestellt? Ich denke ja.</p>
<p><strong>Homestay in Chiang Khan</strong></p>
<p>Neben dem finanziellen Aspekt hat Homestay auch einen kulturellen Effekt auf Gast und Gastgeber.  Gastfamilien lernen andere Kulturen kennen und der Gast selbst lernt die lokale Kultur und das Leben und die Arbeit der Menschen kennen. In Thailand werden die meisten Homestay-Unterkünfte zwar von Einheimischen frequentiert, aber für einen Großstädter aus Bangkok ist das lokale Dorfleben oft genauso neu wie für einen ausländischen Besucher.</p>
<p>Als ich vor wenigen Tagen ein paar Nächte bei der Familie Hanthanom in Chiang Khan am Mekong verbrachte, lehrte mir die Frau des Hauses, wie man diverse thailändische Süßigkeiten und Nachspeisen zubereitet.</p>
<div id="attachment_567" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-567" title="Homestay4" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay4.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Immer am Backen - Frau Hanthanom in Chiang Khan" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Immer am Backen - Frau Hanthanom in Chiang Khan</p></div>
<p>Die Hanthanoms verkaufen vor dem Haus jeden Tag am Morgen und Vormittag verschiedene Leckereien an Schüler oder Leute, die zur Arbeit gehen. Auf die Homestay-Idee kam Herr Hanthanom erst vor wenigen Monaten, als er sich überlegte, was er mit drei Zimmern im Obergeschoß des antiken Holzhauses der Familie machen könnte. Dass seine Gäste nun die Familienbilder im Stiegenhaus betrachten oder mit Zahnbürste und Badetuch durchs Haus rauschen, stört das Ehepaar Hanthanom keineswegs.</p>
<div id="attachment_568" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-568" title="Homestay6" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay6.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Einfach, aber gemütlich ist die Unterkunft bei den Hanthanoms im Huean Luang Prabang" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Einfach, aber gemütlich ist die Unterkunft bei den Hanthanoms im Huean Luang Prabang</p></div>
<p>„Ich höre mir gerne die Reisegeschichten meiner Gäste an und erzähle ihnen von der Geschichte Chiang Khans“, sagt der 65-jährige Herr Hanthanom, „Meiner Frau macht es wiederum richtig Spaß, die Leute mit Leckereien zu verwöhnen“. Ich fühlte mich von der ersten Minute an wohl im <em>Huean Luang Prabang</em>, so nennt der Hausherr sein Heim, da seine Familie aus Luang Prabang in Laos stammt. Er war jedoch viele Jahre nicht mehr in Luang Prabang und freute sich ungemein, als ich ihm am Laptop meine kaum 2 Monate alten Bilder der Weltkulturerbestadt zeigte.</p>
<div id="attachment_569" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-569" title="Homestay5" src="http://tourismlog.files.wordpress.com/2009/09/homestay5.jpg?w=300&#038;h=199" alt="Herr Hanthanom diskutiert liebend gerne übers Reisen" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Herr Hanthanom diskutiert liebend gerne übers Reisen</p></div>
<p>Homestay hat ungemein viele Facetten. Familien, die Homestay anbieten, machen dies neben ihrer alltäglichen Arbeit und als Gelegenheit für zusätzliches Einkommen. Andere wiederum sehen es als Hobby in ihrer Freizeit oder Pension, wie die beiden Hanthanoms. Natürlich kommt es auch vor, dass im Laufe der Zeit aus so manchem Homestay-Anbieter ein Gästehausbetreiber wird. Aus drei Zimmern werden zehn und irgendwann gibt die Familie ihre alte Arbeit auf und steigt professionell in den Tourismus ein. In vielen Ortschaften habe ich auch Gästehäuser mit über 20 Zimmern gesehen, die sich noch immer Homestay nannten. Ob sie dies taten, weil es ein neuer populärer Begriff in der asiatischen Tourismusindustrie ist, oder ihr ehemaliges Homestay-Haus in ein Gästehaus mutierte, kann ich nicht sagen. Einige  Reisende fragen sich dann verwirrt, was nun Homestay wirklich ist und ob ihre Unterkunft auch in diese Kategorie fällt. Gar nicht so einfach zu beantworten, oder? Für mich ist Homestay mehr als bloß ein kurzweiliger Trend. Homestay ist eine Chance für vernachlässigte Regionen, für Pro Poor Tourism und letztendlich auch eine Möglichkeit für den Reisenden, ein Land bewusster kennenzulernen. Man muss ja nicht den gesamten Urlaub mit Homestay verbringen. Ein paar Nächte würden aber so manche einseitige Reise ungemein bereichern und dem Touristen ungeahnte Einblicke in eine fremde Kultur geben.</p>
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